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Russland plant bis Ende 2026 einen Regalstandard für heimisches Bier

Russland will bis Ende 2026 einen nationalen Standard für die Definition und empfohlene Platzierung heimischen Biers verabschieden. Entscheidend wären lokales Malz und lokale Gerste, die Produktion in Russland sowie russische Markenrechte.

Russland plant bis Ende 2026 einen Regalstandard für heimisches Bier

Entwurf geht in die technische Prüfung

Russland plant bis Ende 2026 einen nationalen Standard für Verkaufsregale mit russischem Bier, berichtet RIAMO unter Berufung auf Roskatschestwo und RIA Novosti. Das Dokument soll Kriterien für ein heimisches Produkt festlegen und dem Handel Empfehlungen zur Platzierung und Bewerbung qualifizierter Biere geben.

Die öffentliche Beratung über den vorgeschlagenen GOST-Standard ist bereits abgeschlossen. Roskatschestwo entwickelte das Dokument unter Beteiligung des russischen Landwirtschaftsministeriums, des Ministeriums für Industrie und Handel sowie von Branchenverbänden. Der Entwurf wurde inzwischen dem Technischen Komitee TK 175 vorgelegt und befindet sich damit vor der geplanten Verabschiedung in der technischen Prüfung.

Lokale Rohstoffe und russische Markenrechte

Nach den vorgeschlagenen Kriterien muss heimisches Bier aus lokalem Malz und lokaler Gerste gebraut werden. Auch die Produktion muss in Russland angesiedelt sein. Die ausschließlichen Rechte an der Marke müssen zudem einer in Russland registrierten juristischen Person gehören. Der Status hängt damit vom Brauort, der Herkunft der Agrarrohstoffe und dem Eigentum an der Marke ab.

Die Definition könnte lokal kontrollierte russische Marken sowohl von Importbier als auch von Produkten unterscheiden, die zwar in Russland hergestellt werden, deren Markenrechte aber im Ausland liegen. Das vorliegende Material erklärt nicht, wie einzelne Marken geprüft werden, ob Ausnahmen möglich sind oder welche Nachweise Hersteller erbringen müssen. Verbindliche Regalquoten oder Sanktionen für Händler werden ebenfalls nicht genannt.

Empfehlungen für Handel und Aktionen

Der Standard soll empfohlene Methoden und Instrumente für die Platzierung russischen Biers in Geschäften regeln. Er enthält außerdem Hinweise für Verkaufsaktionen und die Förderung dieses Marktsegments. Vorgeschlagen werden besonders gestaltete Preisschilder und Regalflächen, die dem Handel ein gemeinsames visuelles Konzept für qualifizierte Produkte ermöglichen.

Regaltrenner sollen an Aktionen teilnehmende Biere von anderen Produkten abgrenzen. Auf den Trennelementen sollen Informationen über die jeweilige Aktion stehen. Eine solche Präsentation könnte die Kennzeichnung als heimisches Produkt direkt am Verkaufsort sichtbarer machen, wo Regalposition, Preisangaben und Werbemarkierungen den Markenvergleich beeinflussen.

Mögliche Folgen für die Lieferkette

Russische Brauereien erhielten einen formellen Weg, ihre Produkte als heimisch zu positionieren. Dafür müssten jedoch Rohstoffbeschaffung, Braustandort und Rechteinhaberschaft gleichzeitig den Kriterien entsprechen. Mälzereien und Gerstenproduzenten könnten bei der Beschaffung der Brauereien an Bedeutung gewinnen, weil lokale Rohstoffe Bestandteil der Definition und nicht nur eine freiwillige Werbeaussage wären.

Händler müssten vor der Nutzung der empfohlenen Regalgestaltung und Werbemittel feststellen, welche Produkte die Kriterien erfüllen. Biere mit ausländischen Markeninhabern oder importierten Rohstoffen könnten selbst dann einer anderen Kategorie zugeordnet werden, wenn Teile der Herstellung in Russland erfolgen. Der verfügbare Text beschreibt jedoch Empfehlungen und weder ein Verbot importierter Marken noch deren Entfernung aus bestehenden Regalen.

Die geschäftlichen Auswirkungen werden vom endgültigen Wortlaut nach der Prüfung durch TK 175 und von der Akzeptanz im Handel abhängen. Einzelheiten zu Kontrolle, Einführungszeitpunkt, Nachweisverfahren und Rohstoffen gemischter Herkunft liegen noch nicht vor. Bis diese Fragen geklärt sind, schafft der Entwurf vor allem eine künftige Definition russischen Biers und einen Rahmen für dessen bessere Sichtbarkeit im Handel.

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