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Russland eröffnet Preisverfahren gegen vier Schwefelsäurehersteller

Russlands Föderaler Antimonopoldienst hat Verfahren gegen vier Schwefelsäurehersteller eingeleitet. Die Unternehmen sollen 2024–2025 monopolistisch überhöhte Preise festgesetzt und aufrechterhalten haben.

Russland eröffnet Preisverfahren gegen vier Schwefelsäurehersteller

Verfahren richten sich gegen vier Hersteller

Russlands Föderaler Antimonopoldienst FAS hat Verfahren gegen vier Schwefelsäurehersteller eröffnet, nachdem die Behörde Anzeichen für die Festsetzung und Aufrechterhaltung monopolistisch überhöhter Preise festgestellt hatte. Laut Kommersant betreffen die Verfahren das Mednogorsker Kupfer- und Schwefelkombinat, die Sredneuralsker Kupferhütte, Svyatogor und Karabashmed.

Die Verfahren wurden nach Artikel 10 Absatz 1 Nummer 1 des russischen Gesetzes zum Schutz des Wettbewerbs eröffnet, teilte die Pressestelle der Behörde mit. Nach Auffassung der FAS verfügen alle vier Unternehmen über eine marktbeherrschende Stellung im Schwefelsäuregroßhandel. Mit der Eröffnung beginnt eine formelle wettbewerbsrechtliche Prüfung; das Quellenmaterial nennt weder eine endgültige Entscheidung noch Bußgelder oder verbindliche Preisanpassungen.

Behörde analysiert Kosten, Absatz und Gewinne

Die FAS stützt ihren Verdacht auf eine Analyse der gewichteten Durchschnittspreise und der Herstellungskosten für Schwefelsäure. Außerdem untersuchte sie Absatzmengen und Veränderungen der Unternehmensgewinne. Laut Kommersant kam die Behörde zu dem Ergebnis, dass die Unternehmen 2024–2025 monopolistisch überhöhte Preise verlangten. Einzelpreise, Kostenniveaus, Margen und Absatzmengen wurden jedoch nicht veröffentlicht.

Ohne unternehmensbezogene Zahlen lässt sich nicht bewerten, wie stark die Preise von den Kosten abwichen und ob die vier Anbieter demselben Preismuster folgten. Auch das mögliche finanzielle Risiko bleibt offen. Für industrielle Abnehmer ist entscheidend, ob die Verfahren zu veränderten Großhandelskonditionen führen. Über vorläufige Maßnahmen oder einen Zeitplan für Entscheidungen wurde bislang nicht berichtet.

Industriekunden warten auf das Ergebnis

Schwefelsäure steht als physisches Produkt im Mittelpunkt der Verfahren; die von der FAS genannten Unternehmen sind laut Quelle zugleich mit der Kupfer- und Schwefelproduktion verbunden. Die Entscheidungen könnten deshalb für Großabnehmer relevant werden, darunter Unternehmen der Düngemittel- und Metallindustrie. Die tatsächliche kommerzielle Wirkung hängt jedoch von den endgültigen Beschlüssen und möglichen Auflagen ab, zu denen noch keine Angaben vorliegen.

Auch neue Kapazitäten könnten das regionale Angebot verändern. Kommersant berichtete, dass EuroChem-Fertilizers, eine Tochtergesellschaft des russischen Konzerns EuroChem, im Dezember 2025 die erste Stufe einer Schwefelsäureproduktion im kasachischen Gebiet Schambyl in Betrieb nehmen wollte. Die angegebene Kapazität beträgt 800.000 Tonnen. Bis 2026 wurde außerdem die Inbetriebnahme eines Werks für Mehrnährstoffdünger mit einer Jahreskapazität von 1 Million Tonnen erwartet. Unklar ist, welcher Teil der Säure an Drittkunden verkauft werden könnte und ob die Anlage den russischen Großhandelsmarkt direkt beeinflusst.

FAS prüft Preise in mehreren Warenmärkten

Die Schwefelsäureverfahren gehören zu einer breiteren Prüfung der Herstellerpreise durch die FAS. Laut Kommersant untersuchte die Behörde zuvor die Begründung der Großhandelsabgabepreise von Margarineherstellern, darunter das Unternehmen 1 Kopeisky Oil and Fat Plant. Sie forderte Angaben zu Produktionsmengen, Kosten und Umsatzrentabilität für 2025 an.

Die FAS prüfte zudem die Preisgestaltung großer Hühnerfleischproduzenten, darunter Cherkizovo, GAP Resurs und Prioskolye. Diese Unternehmen wurden als kollektiv marktbeherrschend auf dem Markt für landwirtschaftliches Geflügelfleisch bezeichnet. Die Prüfungen betreffen andere Produkte und Firmen, zeigen aber, dass die Behörde bei der Bewertung von Großhandelspreisen regelmäßig Kosten, Rentabilität und Marktstellung heranzieht. Für Schwefelsäurehersteller und ihre Kunden stehen nun die Beweise in den vier neuen Verfahren und mögliche Auflagen im Vordergrund.

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