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Russland plant Nullzölle auf Edelsteine und Schmuckcluster bis 2035

Russlands Industrie- und Handelsministerium schlägt zollfreie Einfuhren von Edelsteinen für Schmuck sowie steuerbegünstigte Produktionscluster in Kostroma, Jakutien und im Ural vor. Der Strategieentwurf bis 2035 befindet sich noch in der ressortübergreifenden Abstimmung.

Russland plant Nullzölle auf Edelsteine und Schmuckcluster bis 2035

Ministerium will Kosten senken und Nachfrage stärken

Russlands Industrie- und Handelsministerium hat eine Strategie entworfen, nach der Einfuhrzölle auf Edelsteine entfallen sollen, die als Besatz in Schmuckstücken verwendet werden. Der Plan zur Entwicklung der Edelmetallbranche bis 2035 sieht außerdem spezialisierte Schmuckcluster mit steuerlichen Vergünstigungen vor. Zuerst berichtete Iswestija über die Vorschläge; der Pressedienst des Ministeriums erklärte, das Dokument befinde sich noch in der ressortübergreifenden Abstimmung.

Die Zollbefreiung soll die Kosten russischer Schmuckhersteller senken, die auf importierte Steine angewiesen sind. Das Ministerium führt die schwächere Nachfrage auf die gesunkene Kaufkraft, veränderte Verbraucherpräferenzen sowie höhere Preise für Rohstoffe, importierte Maschinen, Komponenten und Verbrauchsmaterialien zurück. Diese Belastungen hätten die Branche in eine im Entwurf als strukturelle Stagnation bezeichnete Lage gebracht.

Nullzölle könnten die Margen der Verarbeiter verbessern und Schmuck aus russischer Produktion wettbewerbsfähiger machen. Der Entwurf nennt jedoch weder die derzeitigen Zollsätze noch die begünstigten Steinkategorien oder einen Einführungstermin. Diese Einzelheiten werden bestimmen, welche Importeure und Hersteller am stärksten profitieren. Bis zum Abschluss der Regierungsabstimmung bleibt die Maßnahme ein Vorschlag und ist noch keine beschlossene Änderung der Zollpolitik.

Cluster in drei Produktionsregionen vorgesehen

Das Ministerium erwägt Schmuckindustriecluster in der Region Kostroma, in Jakutien und im Ural. Die Standorte sollen steuerliche Vorzugsbedingungen bieten und Hersteller, Zulieferer sowie Verarbeitungskapazitäten in etablierten Branchenzentren bündeln. Die Strategie sieht zudem Hilfe für russische Schmuckunternehmen beim Eintritt in Auslandsmärkte und günstigere Bedingungen für den Verkauf über Online-Marktplätze vor.

Ein zentrales Ziel besteht darin, die Schmuckproduktion wieder zu einem wichtigen Nachfrager des in Russland geförderten Edelmetalls zu machen. Nach Daten der Föderalen Punzierungskammer, die Vesti anführt, entfielen von 2011 bis 2018 auf Schmuck 52 % des gesamten in Russland geförderten Goldes. Nach Einschätzung des Ministeriums trägt die Branche inzwischen weniger zur stabilen inländischen Nachfrage nach Edelmetallen bei.

Der Rückgang zeigt sich bereits im Einzelhandel. Kommersant berichtete, dass der Schmuckabsatz in Russland im ersten Halbjahr 2026 um 11 % sank, während Schmuckketten angesichts des wachsenden Interesses an Anlagegold mehr Goldbarren verkauften. Fachleute warnten, dass Händlermargen und Bankspannen Barren erst bei einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren sinnvoll machen könnten.

Edelsteinimporte treffen auf neue Diamantexportpolitik

Parallel zum Importvorschlag passt Russland eine separate Maßnahme für Diamantexporte an. Die Regierung verschob einen Exportzoll von 8 % auf Rohdiamanten und teilweise bearbeitete Diamanten vom 1. September 2026 auf den 1. März 2027. Laut Life gilt der Zoll für Steine von 0,45 bis 10,8 Karat sowie für Diamanten in Sondergrößen über 10,8 Karat. Zusammengenommen deuten die Maßnahmen darauf hin, dass Russland den Zugang heimischer Verarbeiter zu Ausgangsmaterial erleichtern und zugleich den Abfluss unbearbeiteter Ware steuern will. Die Befreiung der Edelsteinimporte ist allerdings noch nicht beschlossen.

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