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GWM-Manager erwartet 2026 in Russland 1,4 bis 1,42 Millionen Neuwagenverkäufe

In Russland sollen 2026 rund 1,4 bis 1,42 Millionen neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkauft werden. Teure Autokredite, strengere Kreditregeln, steigende Logistikkosten, ein schwächerer Rubel und höhere Recyclinggebühren bremsen die Nachfrage.

GWM-Manager erwartet 2026 in Russland 1,4 bis 1,42 Millionen Neuwagenverkäufe

Marktprognose signalisiert begrenztes Wachstum

In Russland dürften 2026 insgesamt rund 1,4 bis 1,42 Millionen neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verkauft werden. Die Prognose stammt von Alexander Zubik, dem Leiter für Strategie, Planung und Produktmanagement bei der russischen Sparte von Great Wall Motors. Iswestija veröffentlichte seine Einschätzung, die anschließend von Lenta.ru aufgegriffen wurde.

Für 2027 erwartet GWM eine verhaltenere Entwicklung. Der Absatz soll gegenüber 2026 um höchstens 4 % steigen. Auf die Prognosespanne angewandt, entspräche dies einem Markt von maximal etwa 1,46 bis 1,48 Millionen Fahrzeugen. Eine gesonderte Stückzahlprognose für 2027 nannte das Unternehmen jedoch nicht.

Der russische Neuwagenmarkt könnte damit weiter wachsen, ohne deutlich an Dynamik zu gewinnen. Laut Zubik hält GWM ausgesprochen günstige Marktbedingungen für unwahrscheinlich. Hersteller, Importeure und Händler müssen daher auch bei einem moderaten jährlichen Plus intensiv um Käufer konkurrieren.

Kredite, Rubelkurs und Logistik belasten Käufer

Teure Fahrzeugkredite gehören zu den wichtigsten Belastungsfaktoren. Auch die strengere Regulierung der Kreditvergabe durch die russische Zentralbank dürfte den Zugang zur Finanzierung einschränken. Da viele Neuwagen mit Krediten erworben werden, können höhere Finanzierungskosten und strengere Genehmigungskriterien Ersatzkäufe verzögern oder Kunden aus dem Neuwagenmarkt drängen.

Steigende Logistikkosten und ein schwächerer Rubel erzeugen zusätzlichen Preisdruck. Beide Faktoren können die Kosten für Fahrzeuge und Komponenten erhöhen, insbesondere wenn Hersteller oder Vertriebsunternehmen von importierten Modellen, Teilen oder Produktionsmitteln abhängig sind. Die Unternehmen müssen diese Kosten selbst tragen, niedrigere Margen akzeptieren oder sie teilweise über höhere Preise an Käufer weitergeben.

Regelmäßige Erhöhungen der russischen Recyclinggebühr verschärfen den Druck zusätzlich, sagte Zubik. Finanzierungskosten, Rubelschwäche, Logistikausgaben und die Gebühr dürften zusammen die Binnennachfrage belasten. Ob die Prognose erreicht wird, hängt deshalb auch davon ab, wie Hersteller und Händler Preise, Bestände und Finanzierungsangebote steuern.

Schwacher Absatz erhöht das Risiko vertagter Käufe

Branchenvertreter beobachteten im Sommer und Herbst eine beunruhigende Entwicklung: Der Neuwagenabsatz blieb drei Monate in Folge unter dem Vorjahresniveau. Von Lenta.ru zitierte Experten sehen unter den aktuellen Bedingungen wenig Anlass, kurzfristig mit einem Verkaufsschub zu rechnen.

Hinzu kommt nach Angaben von Sergei Tselikov, dem Leiter der Analyseagentur Autostat, die Treibstoffkrise. Probleme bei der Benzinverfügbarkeit könnten potenzielle Käufer dazu bewegen, ihre Anschaffung aufzuschieben. Dieser Effekt verstärkt die Folgen teurer Kredite und höherer Fahrzeugpreise, weil die kalkulierbaren Kosten und die praktische Nutzbarkeit eines Autos für Kunden unsicherer werden.

Für die Automobilunternehmen ist die Spanne von 1,4 bis 1,42 Millionen Fahrzeugen eine Planungsgröße, aber kein Zeichen einer breiten Nachfrageerholung. Hersteller und Vertriebsunternehmen müssen ihre Liefermengen an einen Markt mit schwächeren Monatsverkäufen und schwieriger Finanzierung anpassen. Händler dürften stärker auf gezielte Kreditangebote und eine disziplinierte Bestandsführung setzen, während Käufer auf Preise, Kraftstoffverfügbarkeit und Kreditkonditionen reagieren.

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