← Zurück zu den Nachrichten

Russlands Mehlproduktion soll 2027 um 1,5–2,0 % wachsen, während die Preise steigen

Im Basisszenario soll Russlands Mehlproduktion vom vierten Quartal 2026 bis 2027 um 1,5–2,0 % gegenüber dem Vorjahr wachsen. ZOL.ru erwartet einen Anstieg der EXW-Großhandelspreise um 3,0–4,0 % und der Einzelhandelspreise um 4,0–5,0 %.

Russlands Mehlproduktion soll 2027 um 1,5–2,0 % wachsen, während die Preise steigen

Basisszenario zeigt begrenztes Produktionswachstum

Russlands Mehlindustrie geht mit moderatem Produktionswachstum und anhaltendem Preisdruck in das Jahr 2027. Laut der von ZOL.ru veröffentlichten Basisprognose für das vierte Quartal 2026 und 2027 soll die Mehlproduktion gegenüber dem Vorjahr um 1,5–2,0 % steigen. Die Prognose beschreibt damit einen langsam wachsenden Markt ohne kräftige Mengenausweitung.

Die Großhandelspreise ab Werk sollen im Jahresvergleich um 3,0–4,0 % steigen, die Einzelhandelspreise um 4,0–5,0 %. Der stärkere Anstieg im Einzelhandel deutet darauf hin, dass Kosten nach dem Werkstor Verbraucher und nachgelagerte Lebensmittelhersteller weiter belasten. Mühlen müssen ein geringes Mengenwachstum mit höheren Rohstoff-, Finanzierungs- und Betriebskosten in Einklang bringen.

Das Basisszenario setzt eine bestätigte stabile Ernte, eine moderate Inflation und einen Anstieg der Exporte nach Asien um 4–6 % voraus. Diese Bedingungen würden die Nachfrage nach Verarbeitung stützen, aber keinen starken Ausbau der heimischen Produktion auslösen. Einzelne asiatische Absatzländer und absolute Exportmengen nennt die Prognose nicht.

Ernte und Finanzierungskosten bestimmen das Aufwärtspotenzial

ZOL.ru beziffert die Wahrscheinlichkeit des optimistischen Szenarios auf 20 %. In diesem Fall würde die Mehlproduktion dank einer Ernte von mehr als 90 Millionen Tonnen und sinkender Fremdkapitalkosten um 2,5–3,0 % wachsen. Die realen Großhandelspreise könnten dann um 0–1,0 % sinken.

Dieses Szenario würde Verarbeitern mehr Spielraum für eine höhere Kapazitätsauslastung geben und den Druck auf Einkauf und Betriebskapital mindern. Niedrigere Finanzierungskosten wären besonders für Mühlen relevant, die Getreidebestände halten oder Ausrüstung und laufende Ausgaben finanzieren. Eine Ernte oberhalb der genannten Schwelle würde zudem die Verfügbarkeit von Mahlgetreide verbessern, wobei dessen Qualität wichtig bliebe.

Negativszenario könnte Einzelhandelspreise zweistellig erhöhen

Auch dem pessimistischen Szenario wird eine Wahrscheinlichkeit von 20 % zugeordnet. Es geht von einem Produktionsrückgang um 1,0–2,0 % aus. ZOL.ru verbindet dieses Ergebnis mit Wetteranomalien, einer Abwertung des Rubels um mehr als 10 % und strengeren Exportquoten. Unter diesen Bedingungen könnten die Mehlpreise im Einzelhandel um 9,0–11,0 % steigen.

Diese Kombination würde Mühlen von mehreren Seiten belasten. Ein schwächerer Rubel könnte die Kosten für Betriebsmittel und Ausrüstung erhöhen, während wetterbedingte Verluste Menge oder Qualität des geeigneten Getreides begrenzen könnten. Strengere Exportquoten würden eine zusätzliche regulatorische Variable für Getreidelieferanten, Mühlen und Händler schaffen. Lebensmittelhersteller müssten mit höheren Beschaffungskosten und größerer Unsicherheit bei Preis- und Produktionsplanung rechnen.

Getreidequalität und Preiskontrollen bleiben zentrale Risiken

Die Prognose nennt den phytosanitären Zustand des Getreides und eine mögliche strenge Preisregulierung als wesentliche Risiken. Phytosanitäre Probleme könnten das nutzbare Angebot selbst bei einer stabilen Gesamternte verringern. Preiskontrollen könnten wiederum die Möglichkeit von Mühlen und Einzelhändlern einschränken, höhere Kosten weiterzugeben.

Nach Angaben von ZOL.ru müssten die Annahmen zur Rohstoffbilanz überprüft werden, wenn die Abweichung vom Basisszenario beim Volumen mehr als plus oder minus 1,5 Prozentpunkte oder beim Preis mehr als plus oder minus 2 % beträgt. Dieser Schwellenwert bietet Produzenten, Lebensmittelunternehmen und Händlern ein konkretes Signal, um den Ausblick für 2027 anhand von Ernte, Wechselkurs und Politik laufend zu bewerten.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.