Russische Kokskohle-Exporte in die Türkei fielen im Juli auf null, US-Lieferungen legten stark zu
Russland lieferte im Juli 2026 keine Kokskohle in die Türkei, nach 54.500 Tonnen im Juni. Das geht aus Daten des türkischen Statistikamts TUIK hervor, die SteelOrbis anführt. Von Januar bis Juli sanken die Ausfuhren um 29,9 % auf 224.500 Tonnen, während die USA ihre Lieferungen um 70 % auf 1,88 Millionen Tonnen steigerten.
Russland hat im Juli 2026 keine Kokskohle in die Türkei verschifft. Das geht aus Daten des Türkischen Statistikinstituts (TUIK) hervor, die SteelOrbis anführt und über die Kommersant berichtet. Im Juni hatten die Lieferungen 54.500 Tonnen betragen, im Juli 2025 waren es 30.900 Tonnen — der Juli-Wert markiert damit einen vollständigen Stopp und keinen saisonalen Rückgang.
Von Januar bis Juli 2026 gingen die russischen Kokskohle-Ausfuhren in die Türkei um 29,9 % gegenüber dem Vorjahr auf 224.500 Tonnen zurück. Der russische Anteil an den türkischen Kokskohle-Importen liegt bei rund 7 %, Platz drei hinter den USA und Australien.
Ein Seetransport-Problem, kein Terminal-Problem
Die Verfügbarkeit russischer Kokskohle für türkische Käufer wurde durch eine Störung der Seelogistik begrenzt und nicht durch einen Stillstand der Terminals, berichtet Kommersant. Der Schiffsverkehr war erschwert, die Versicherungsprämien stiegen, und ein Teil der Reeder nahm keine neuen Aufträge mehr an.
Hinzu kamen türkische Beschränkungen für Schiffe mit Ziel Noworossijsk, die Abfertigungs- und Ladezeiten deutlich verlängerten. Marktteilnehmer verwiesen auf das Risiko, dass bereits für Ende August und September gebuchte russische Partien ihre Liefertermine verfehlen, und schlossen die Erklärung höherer Gewalt bei früher geschlossenen Verträgen nicht aus.
Von smart-lab.ru zitierte Analysten führen den Rückgang vor allem auf die Schifffahrtsprobleme im Schwarzen Meer und die verschlechterte Wirtschaftlichkeit der Westrouten zurück.
US-Mengen füllen die Lücke
- USA: Exporte in die Türkei von Januar bis Juli um 70 % auf 1,88 Millionen Tonnen gestiegen, allein im Juli eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr auf 469.000 Tonnen.
- Australien: in sieben Monaten minus 38 % auf 770.000 Tonnen.
- Russland: minus 29,9 % auf 224.500 Tonnen, im Juli keine Lieferungen.
- Neue Herkünfte: Laut SteelOrbis kaufte die Türkei im Juli erstmals in diesem Jahr Kokskohle aus Großbritannien (82.500 Tonnen) und Kasachstan (48.800 Tonnen).
BigMint verwies darauf, dass türkische Importeure wegen der geringeren russischen Verfügbarkeit ihre Anfragen für Kohle aus Kolumbien, Südafrika und den USA ausweiteten.
Bahnverkehr und der Sog nach Osten
Daten der Russischen Eisenbahn zeigen, dass die Kohletransporte in Richtung der Südhäfen im Juli gegenüber Juni um 33 % auf 1,6 Millionen Tonnen fielen, aber weiterhin 31,2 % über dem Vorjahreswert lagen. Zahlen für August in südlicher Richtung hat das Unternehmen nicht veröffentlicht.
Die Preisdifferenz wirkt in dieselbe Richtung. Anfang September notierte Kokskohle im Fernen Osten bei 176 $ je Tonne gegenüber 157,1 $ je Tonne in den Häfen des Asow-Schwarzmeer-Beckens — ein Abstand von fast 19 $, der Ostlieferungen für Exporteure attraktiver macht.
Die Rückkehr wird teurer
In den vergangenen Jahren hatten russische Lieferanten ihre Position auf dem türkischen Markt über zusätzliche Rabatte und günstigere Preise aufgebaut. Verfestigen die türkischen Verbraucher die Ersatzmengen, müssen russische Exporteure für eine Rückkehr zusätzliche Kosten tragen — zusätzlich zu den gestiegenen Fracht- und Versicherungsaufwendungen, die sie verdrängt haben.
Die von smart-lab.ru zitierten Analysten halten eine dauerhafte Rückkehr Russlands zum früheren Marktanteil selbst bei besserer Logistik für unwahrscheinlich: Alternative Lieferketten sind bereits etabliert, und die Ostrichtung bleibt für Exporteure attraktiver.