← Zurück zu den Nachrichten

Alkohol-Grosshandel in Russland bricht von Januar bis Juli 2026 um 28,2 Prozent ein

Der Grosshandelsumsatz mit alkoholischen Getraenken ohne Bier und Cider ist in Russland von Januar bis Juli 2026 um 28,2 Prozent auf 228,5 Millionen Dekaliter gefallen, berichtet Kommersant. Wodka verlor mit 32,6 Prozent am staerksten. Die Einzelhandelsnachfrage sank im ersten Halbjahr dagegen nur um 0,7 Prozent.

Alkohol-Grosshandel in Russland bricht von Januar bis Juli 2026 um 28,2 Prozent ein

Der Grosshandelsumsatz mit alkoholischen Getraenken in Russland ist von Januar bis Juli 2026 im Jahresvergleich um 28,2 Prozent auf 228,5 Millionen Dekaliter gefallen. Das berichtet die Zeitung Kommersant. Bier, Cider, Poire und Met sind in der Zahl nicht enthalten.

Der Rueckgang erfasste alle wichtigen Kategorien, fiel im groessten Spirituosensegment des Landes jedoch am staerksten und bei Weinbrand am schwaechsten aus.

Wodka mit dem groessten Minus

  • Wodka: Grosshandelsvolumen minus 32,6 Prozent auf 83,3 Millionen Dekaliter
  • Weinerzeugnisse: minus 28,1 Prozent auf 82,6 Millionen Dekaliter
  • Likoere und andere Spirituosenerzeugnisse: minus 21,3 Prozent auf 24,8 Millionen Dekaliter
  • Cognac: minus 17 Prozent auf 15,8 Millionen Dekaliter

Die im Bericht zitierten Analysten weisen darauf hin, dass die Gesamtzahl das Geschehen am Ende der Kette uebertreibt. Eine einzelne Lieferung kann mehrfach erfasst werden, wenn sie aufeinanderfolgende Grosshandelsgeschaefte durchlaeuft, was die Vergleichsbasis aufblaeht. Der tatsaechliche Rueckgang des Endmarktes faellt deshalb geringer aus, als die Grosshandelsdaten nahelegen.

Einzelhandelsnachfrage kaum veraendert

Daten von Rosalkogoltabakkontrol stuetzen diese Lesart. Die Nachfrage im Einzelhandel sank im ersten Halbjahr 2026 nur um 0,7 Prozent auf 113,85 Millionen Dekaliter. Die Luecke zwischen einem nahezu stabilen Einzelhandel und einem Grosshandelsminus von fast einem Drittel verweist auf einen veraenderten Weg der Ware ins Regal, nicht auf einen Einbruch des Konsums.

Handelsketten bauen eigene Lieferketten

Grosse foederale Handelsketten schliessen zunehmend Direktvertraege mit Produzenten und liefern ueber eigene Verteilzentren aus, wodurch Zwischenhaendler vollstaendig aus der Kette fallen. Jedes wegfallende Glied entfernt eine Transaktion aus der Grosshandelsstatistik, selbst wenn dieselbe Flasche denselben Verbraucher erreicht.

Zugleich schrumpft der Anteil des unabhaengigen, nicht zu Ketten gehoerenden Einzelhandels weiter. Dieser Kanal war traditionell der Hauptkunde regionaler Distributoren, deren Geschaeftsmodell auf einem breiten Sortiment und der Belieferung vieler kleiner Verkaufsstellen mit kleinen Partien beruht. Kaeufer wechseln wegen niedrigerer Preise in grosse Ketten, was den adressierbaren Markt des klassischen Grosshandels zusaetzlich verengt.

Kosten, Verbrauchsteuern und Leitzins

Die regionalen Grosshaendler stehen auch von der Kostenseite unter Druck. Die Betriebsausgaben sind gestiegen, die Verbrauchsteuern wurden erhoeht, und der hohe Leitzins der Zentralbank verteuert das fuer die Distribution noetige Umlaufvermoegen. Viele regionale Akteure mussten den Markt deshalb verlassen.

Die Haendler steigen zudem selbst in den Import ein. Branchenpublikationen zufolge war X5 bereits 2022 der groesste Weinlieferant des Landes und kaufte direkt statt ueber Importeure. Auch der Markt fuer Parallelimporte hat eine Konsolidierung durchlaufen, was den Bedarf an einer Vielzahl kleiner Lieferanten verringert hat.

Fuer Produzenten konzentriert sich die Einkaufsmacht damit auf wenige Haende: Die Einkaufsabteilungen der Ketten verhandeln ueber Mengen, die zuvor auf Dutzende regionale Distributoren verteilt waren. Fuer Importeure und Markeninhaber fuehrt der Weg ins Regal zunehmend ueber genau diese Abteilungen, waehrend die Zwischenhaendler mit Klein- und Nischensortimenten den Markt verlassen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.