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Russland begrenzt Exporte von legiertem Stahlschrott bis Ende 2027

Russland begrenzt die Ausfuhr von Abfällen und Schrott aus legiertem Stahl außerhalb der EAWU auf 7.000 Tonnen im restlichen Jahr 2026 und 20.000 Tonnen im Jahr 2027. Die Maßnahme soll die Sammlung fördern und russische Werke mit strategischen Rohstoffen versorgen.

Russland begrenzt Exporte von legiertem Stahlschrott bis Ende 2027

Zweistufige Quote für Exporte außerhalb der EAWU

Die russische Regierung hat eine Zollquote für Ausfuhren von Abfällen und Schrott aus legiertem Stahl aus dem Zollgebiet der Eurasischen Wirtschaftsunion eingeführt. InvestFuture zufolge wurde die Verordnung auf dem offiziellen russischen Portal für Rechtsinformationen veröffentlicht. Sie tritt sieben Tage nach ihrer amtlichen Veröffentlichung in Kraft.

Die Quote gilt in zwei Stufen. Vom Inkrafttreten der Verordnung bis einschließlich 31. Dezember 2026 dürfen Exporteure insgesamt 7.000 Tonnen im Rahmen der Quote ausführen. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2027 gilt eine gesonderte Obergrenze von 20.000 Tonnen. Auch PRIME berichtete nach der Regierungsentscheidung über diese beiden Mengen.

Drei Zolltarifpositionen sind betroffen

Die Beschränkungen gelten für Abfälle und Schrott aus legiertem Stahl unter den Warencodes 7204 21 100 0, 7204 21 900 0 und 7204 29 000 0 der Eurasischen Wirtschaftsunion. Die Regierung stützte ihre Entscheidung auf Artikel 36 des russischen Gesetzes über den Zolltarif.

Das russische Industrie- und Handelsministerium verteilt die Quote unter den Außenhandelsteilnehmern. Schrottsammelunternehmen, die den Binnenmarkt beliefern, können Zuteilungen für Exporte in befreundete Länder zu einem ermäßigten Zollsatz erhalten. Die vorliegenden Angaben nennen weder den ermäßigten Satz noch das Zuteilungsverfahren oder einzelne Zielmärkte.

Russische Werke erhalten Vorrang

Nach Angaben des Industrie- und Handelsministeriums soll die Maßnahme die Sammlung von legiertem Stahlschrott fördern und die steigende Nachfrage russischer Werke nach diesem strategischen Rohstoff decken. Da der bevorzugte Exportzugang an Lieferungen im Inland geknüpft wird, erhalten Sammler einen Anreiz, das Material zunächst russischen Abnehmern anzubieten und erst danach genehmigte Mengen auszuführen.

Für russische Werke könnten die Quoten den Zugang zu legierungshaltigem Schrott verbessern, weil Käufern außerhalb der EAWU weniger Material zur Verfügung steht. Für Schrottaufbereiter und Händler entsteht dagegen eine zusätzliche administrative Beschränkung, während der Zugang zur Exportquote wirtschaftlich wichtiger wird. Ausländische Käufer müssen sich im restlichen Jahr 2026 eine vergleichsweise geringe Menge von 7.000 Tonnen teilen; 2027 steigt die zulässige Menge auf 20.000 Tonnen. Die Wirkung auf die Preise lässt sich noch nicht beziffern, da weder Binnen- und Exportpreise noch historische Liefermengen oder das russische Sammelvolumen für legierten Stahlschrott veröffentlicht wurden. Entscheidend werden die Verteilung der Quote, die Nachfrage der russischen Werke und die Bereitschaft der Sammler sein, nach Erfüllung der inländischen Lieferanforderungen zu Vorzugskonditionen zu exportieren.

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