Russlands Weinimporte aus der EU sinken im Mai den dritten Monat in Folge
Der Wert der EU-Weinlieferungen nach Russland sank im Mai gegenüber April um 11 % auf 36,4 Millionen Euro. Italien blieb größter EU-Lieferant, während Spanien und Lettland deutlich stärkere Rückgänge verzeichneten.
Lieferwert fällt im Mai auf 36,4 Millionen Euro
Russland verringerte im Mai den dritten Monat in Folge seine Weinimporte aus der Europäischen Union, wie aus Eurostat-Daten hervorgeht, über die RIA Novosti berichtete. Der Lieferwert belief sich auf 36,4 Millionen Euro und lag damit 11 % unter dem Aprilwert. Erfasst werden verschiedene Weine, die EU-Staaten an den russischen Markt lieferten.
Der Rückgang zeigt, dass sich die negative Entwicklung im Mai fortsetzte. Der Importwert lag allerdings weiterhin über den im Januar verbuchten 33,9 Millionen Euro. Angaben zu Liefermengen, Produktmix und Durchschnittspreisen fehlen, weshalb der Wertverlust nicht ausschließlich als Rückgang der physischen Nachfrage gewertet werden kann.
Spanien und Lettland mit den stärksten Einbußen
Spanien verzeichnete unter den im Bericht genannten Lieferländern den deutlichsten Rückgang. Der Wert der nach Russland gelieferten spanischen Weine fiel von 3 Millionen Euro auf 1,4 Millionen Euro. Der Einbruch um mehr als die Hälfte verringerte den Anteil spanischer Exporteure am erfassten EU-Handel im Mai erheblich.
Auch die Weinimporte aus Lettland halbierten sich auf 495.200 Euro. Lettland kann sowohl als Lieferland als auch als Logistikdrehscheibe für europäische Waren dienen. Die zitierten Eurostat-Zahlen unterscheiden jedoch nicht zwischen im Land erzeugtem und von dort versandtem Wein. Unabhängig von der Herkunft verlor diese Handelsroute im Mai deutlich an Wert.
Italien behauptet die Spitzenposition
Italien blieb Europas größter Weinlieferant für Russland. Die russischen Importe italienischer Weine sanken im Mai um 7 % auf 12,9 Millionen Euro. Damit entfiel auf Italien mehr als ein Drittel des Gesamtwerts von 36,4 Millionen Euro; zugleich fiel der Rückgang geringer aus als das monatliche Minus von insgesamt 11 %.
Frankreich war bereits im April auf den vierten Platz unter den größten Weinexporteuren nach Russland zurückgefallen. Für Mai wurde kein französischer Lieferwert genannt, sodass ein direkter Vergleich mit Italien, Spanien oder Lettland nicht möglich ist. Der Bericht verwies zudem darauf, dass Spanien im ersten Quartal des Vorjahres auf Rang neun der wichtigsten Lieferanten gefallen war. Seine Marktposition schwankte somit schon vor dem jüngsten Monatsrückgang.
Handelswert lässt Mengenentwicklung offen
Für europäische Weingüter und Händler deutet das dritte Monatsminus auf schwierigere Absatzbedingungen in Russland hin, auch wenn die Zahlen nur einen Teil des Marktes abbilden. Preise, Wechselkurse, Produktkategorien und Liefertermine können den Zollwert verändern, ohne dass sich die Zahl der gelieferten Flaschen im gleichen Maß bewegt.
Importeure werden beobachten, ob sich der Rückgang auf weitere Lieferländer ausweitet und ob Italien seine Führung behauptet. Produzenten in Spanien und Lettland tragen derzeit die sichtbarsten Wertverluste, während Wettbewerber in einzelnen Preissegmenten zusätzlichen Spielraum gewinnen könnten. Erst weitere Monatsdaten werden zeigen, ob die dreimonatige Abwärtsbewegung eine dauerhafte Änderung der Beschaffung oder eine vorübergehende Anpassung der Bestellungen darstellt.