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Russland eröffnet Veterinärlogistikzentrum für 30 Millionen Einheiten jährlich

Russland eröffnet ein spezialisiertes Zoll- und Logistikzentrum für Tierarzneimittel und Futtermittel. Die Anlage kann jährlich bis zu 30 Millionen Produkteinheiten kennzeichnen und gleichzeitig mehr als 10.000 Paletten lagern.

Russland eröffnet Veterinärlogistikzentrum für 30 Millionen Einheiten jährlich

Spezialzentrum bündelt Zoll- und Logistikleistungen

Russland eröffnet ein multifunktionales Zoll- und Logistikzentrum für Tierarzneimittel und Futtermittel. Nach Angaben von Meatinfo wurde das Projekt vom Logistikunternehmen Ruscon, das zur Delo Group gehört, gemeinsam mit dem Pharmaoperator NC Logistic umgesetzt. Das Zentrum soll Unternehmen entlang der Lieferkette für Tiergesundheitsprodukte Logistik- und Zolldienstleistungen anbieten.

Die Anlage kann jährlich bis zu 30 Millionen Produkteinheiten kennzeichnen. In den Lagern finden gleichzeitig mehr als 10.000 Paletten Platz, während die Betreiber pro Jahr rund 5.000 Zollanmeldungen bearbeiten wollen. Für bestimmte Waren stehen Lagertemperaturen von +2°C bis +8°C zur Verfügung, die für temperaturempfindliche Tierarzneimittel wichtig sind.

Die Bündelung von Zollabfertigung, Kennzeichnung, Lagerung und temperaturgeführter Behandlung soll die Zahl der an einer Sendung beteiligten Dienstleister verringern. Für Importeure ist dies besonders relevant, da sie Grenzformalitäten mit der Rückverfolgung einzelner Produkte und einer regelkonformen Lagerung verbinden müssen, bevor die Ware in den Vertrieb gelangt.

Importströme verlagern sich nach Südostasien

Meatinfo zufolge gab es in Russland bislang keine spezialisierten Veterinärlogistikzentren dieser Art. Der Bedarf entsteht durch die stärkere staatliche Kontrolle des Verkehrs mit Veterinärprodukten und die Einführung einer stückbezogenen Erfassung von Tierarzneimitteln und Futtermitteln.

Die wichtigsten Tierarzneimittelimporte kommen inzwischen aus südostasiatischen Ländern, berichtet die Publikation. Lieferungen aus der Europäischen Union sind aufgrund der gegen Russland verhängten Sanktionen zurückgegangen. Die veränderte Handelsgeografie hat Transportwege und Lieferantenbeziehungen verschoben und erhöht den Bedarf an Infrastruktur, die importierte Produkte an einem Ort verzollen und für den russischen Markt kennzeichnen kann.

Die Einhaltung der Temperaturvorgaben bleibt die größte Schwierigkeit beim Transport von Veterinärprodukten und wirkt sich unmittelbar auf deren Endpreis aus. Für +2°C bis +8°C sind geeignete Lager, Abläufe und Transportverbindungen erforderlich. Kleine und mittlere Importeure können durch einen spezialisierten Betreiber den Aufwand für eigene Kapazitäten verringern, die Kühlkette bleibt jedoch Bestandteil der Einstandskosten.

Wachsende Verkäufe erhöhen den Bedarf an Rückverfolgbarkeit

Der russische Markt für Veterinärprodukte wuchs Anfang 2026 weiter. Laut Meatinfo verkauften Veterinärapotheken, Zoofachgeschäfte und Marktplätze in den ersten fünf Monaten 2026 mehr als 131,7 Millionen Einheiten im Wert von 25,7 Milliarden Rubel. Der Umsatz lag damit 19% über dem Vorjahresniveau.

Die Nachfrage nach Futtermittelzusatzstoffen stieg im selben Zeitraum um 14,5% und erreichte 2 Milliarden Rubel. Damit laufen größere Mengen durch stationäre und digitale Vertriebskanäle, während die Behörden zugleich eine detailliertere Produktverfolgung verlangen. Eine jährliche Kennzeichnungskapazität von 30 Millionen Einheiten ist erheblich, deckt aber nur einen Teil des gemeldeten Veterinärmarktes ab.

Für Exporteure aus Südostasien schafft das Zentrum einen spezialisierten Zugang zum russischen Markt mit Zollabwicklung, regelkonformer Lagerung und Kennzeichnung. Für russische Importeure und Händler hängt der Nutzen von Bearbeitungszeiten, Kühlkettenstabilität und den Kosten der gebündelten Leistungen ab. Die geplanten rund 5.000 Zollanmeldungen pro Jahr zeigen zudem, welchen Umfang des grenzüberschreitenden Warenverkehrs die Betreiber erwarten.

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