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Russland erhöht Gesamtkontingent für türkische Tomaten auf 600.000 Tonnen

Das russische Landwirtschaftsministerium hat die zulässige Einfuhrmenge für frische oder gekühlte Tomaten aus der Türkei um 100.000 Tonnen auf insgesamt 600.000 Tonnen erhöht. Die jährliche Obergrenze bleibt bei 20.000 Tonnen und begrenzt damit die kurzfristige Nutzung des zusätzlichen Kontingents.

Russland erhöht Gesamtkontingent für türkische Tomaten auf 600.000 Tonnen

Kontingent steigt um 100.000 Tonnen

Das russische Landwirtschaftsministerium hat die zulässige Einfuhrmenge für frische oder gekühlte Tomaten aus der Türkei um 100.000 Tonnen auf insgesamt 600.000 Tonnen angehoben, berichtete Interfax am 21. Juli. Der entsprechende Erlass wurde auf dem offiziellen russischen Portal für Rechtsinformationen veröffentlicht.

Das Dokument gilt für Waren unter dem Zollcode 0702 00 000 der Eurasischen Wirtschaftsunion. Es genehmigt Einfuhren von insgesamt 600.000 Tonnen in die Russische Föderation, schreibt jedoch eine jährliche Höchstmenge von 20.000 Tonnen vor.

Das höhere Gesamtkontingent gewährt somit keinen unbegrenzten jährlichen Zugang zum russischen Markt. Türkische Erzeuger und Exporteure erhalten zusätzlichen Spielraum innerhalb der Gesamtmenge, doch die jährliche Obergrenze bestimmt weiterhin das Tempo der Lieferungen. Auch russische Importeure müssen ihre Einkäufe innerhalb dieses Limits planen.

Beschränkungen reichen bis 2015 zurück

Russland führte nach einem Vorfall mit einem russischen Kampfflugzeug über Syrien im Herbst 2015 Beschränkungen für türkische Tomaten ein. Ab dem 1. Januar 2016 untersagte Russland im Rahmen umfassenderer wirtschaftlicher Sondermaßnahmen die Einfuhr von Gemüse und Obst aus der Türkei.

Nach langwierigen Verhandlungen zwischen beiden Ländern wurden die Tomatenlieferungen laut Interfax am 1. November 2017 wieder aufgenommen. Das anfängliche Kontingent von 50.000 Tonnen schuf einen kontrollierten Kanal für die Rückkehr türkischer Tomaten auf den russischen Markt.

Die jüngste Änderung ergänzt einen Erlass des Landwirtschaftsministeriums vom 14. Juni 2023. Dieser setzt Maßnahmen im Zusammenhang mit einem Regierungsbeschluss vom 30. November 2015 und einem Präsidialerlass vom 28. November 2015 über nationale Sicherheit und wirtschaftliche Sondermaßnahmen gegen die Türkei um.

Schrittweise Ausweitung seit 2017

Seit der Wiederaufnahme der Lieferungen hat Russland das Gesamtkontingent mehrfach erweitert. Die anfänglichen 50.000 Tonnen wurden zunächst auf 100.000 Tonnen und im April 2019 auf 150.000 Tonnen erhöht. Im Februar 2020 stieg die Menge auf 200.000 Tonnen, im Januar 2021 auf 250.000 Tonnen.

Im Frühjahr 2021 wurde die Grenze auf 300.000 Tonnen angehoben, im April 2022 folgten 350.000 Tonnen. Im Juni 2023 erreichte die genehmigte Gesamtmenge 500.000 Tonnen. Der neue Erlass erhöht sie auf 600.000 Tonnen und setzt damit die schrittweise Marktöffnung fort, ohne das Kontingentsystem abzuschaffen.

Für türkische Lieferanten verlängern die zusätzlichen 100.000 Tonnen die mögliche Laufzeit des genehmigten Handelskanals. Die unmittelbare Wirkung wird durch die jährliche Grenze von 20.000 Tonnen gedämpft: Die Erhöhung entspricht bei vollständiger Ausschöpfung fünf Jahren Einfuhr. Russische Erzeuger und Händler behalten damit eine berechenbare Begrenzung des jährlichen Wettbewerbs, während der Markt weiter über eine kontrollierte Bezugsquelle für frische Tomaten verfügt.

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