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Russland erhöht Exportzölle auf Weizen und Mais um mehr als das Doppelte

Russland hat den Weizenausfuhrzoll ab 19. August um das 2,2-Fache auf 721,1 Rubel je Tonne und den Maissatz auf 284 Rubel erhöht. Der währungsbedingte Anstieg belastet die Margen der Exporteure, während der Getreidedämpfer Inlandspreise begrenzen und Einnahmen an die Landwirtschaft zurückführen soll.

Russland erhöht Exportzölle auf Weizen und Mais um mehr als das Doppelte

Weizenzoll steigt auf 721,1 Rubel je Tonne

Russland hat die Exportzölle auf Weizen und Mais zum 19. August im Rahmen seines variablen Getreidedämpfers kräftig angehoben. Der Weizensatz stieg um das 2,2-Fache von 326,6 auf 721,1 Rubel je Tonne, der Maissatz von 105 auf 284 Rubel je Tonne. Gerste bleibt zollfrei. Laut TKS gelten die neuen Sätze bis einschließlich 25. August.

Hauptursache war der Wechselkurs und nicht eine deutliche Veränderung der internationalen Getreidepreise. TKS zufolge stieg der indikative Weizenpreis lediglich von 230 $ auf 231,2 $ je Tonne. In die Berechnung fließt der durchschnittliche Dollarkurs der Zentralbank über fünf Arbeitstage ein. Beim Weizen wird der Rubelwert des Exports mit einem Basispreis von 18.000 Rubel je Tonne verglichen; der Staat erhebt 70 % der Differenz.

Damit reagiert die Abgabe empfindlich auf Bewegungen des Rubels, selbst wenn der Exportpreis in Dollar weitgehend stabil bleibt. MoneyTimes führte den automatischen Anstieg des Rubelbetrags auf die Abschwächung der Landeswährung zurück. Bei einer Ausfuhr von 100.000 Tonnen Weizen würden nach Berechnung von TKS rund 72,1 Millionen Rubel Zoll anfallen.

Höhere Kosten treffen auf große Ernte und feste Nachfrage

Die Änderung erhöht unmittelbar die Kosten je exportierter Tonne, doch die Liefermengen müssen nicht im gleichen Verhältnis sinken wie der Zoll steigt. Weltmarktpreise, Frachtkosten, Erträge, Rubelkurs und Nachfrage in den Zielländern beeinflussen die Exportentscheidung ebenfalls. Von TKS zitierte Daten des Landwirtschaftsministeriums zeigen, dass sich die eingefahrene russische Getreidemenge 100 Millionen Tonnen nähert und damit die Deckung der Inlandsnachfrage unterstützt.

Russland exportierte laut TKS in der Agrarsaison 2024/25 rund 44 Millionen Tonnen Weizen und von Juli 2025 bis Juni 2026 bereits 46,5 Millionen Tonnen. Die Weizenernte 2025 nahm um 8,5 Millionen Tonnen auf 91,1 Millionen Tonnen zu. Die Lieferungen in die Türkei stiegen 2025/26 um das 2,2-Fache auf etwa 7,3 Millionen Tonnen, während sich die Ausfuhren in den Sudan auf 2,2 Millionen Tonnen verdoppelten.

Auch China gewinnt als Absatzmarkt an Bedeutung. Von Januar bis Juli 2026 erhöhten sich russische Getreidelieferungen nach China mengenmäßig um 31 % und wertmäßig um 47 %. In sieben Monaten wurden 895.000 Tonnen im Wert von 227 Millionen $ exportiert, das zweithöchste je für diesen Zeitraum verzeichnete Ergebnis.

Inlandspreise und Haushaltseinnahmen

Russland nutzt die variablen Getreidezölle seit Juni 2021 und berechnet sie wöchentlich neu. Der Mechanismus soll verhindern, dass bei rentableren Auslandsgeschäften zu viel Getreide vom Binnenmarkt abgezogen wird, und die Übertragung weltmarkt- und währungsbedingter Preisanstiege auf russische Verbraucher begrenzen. Die Einnahmen dienen zudem der Förderung einheimischer Agrarproduzenten.

Auch die fiskalische Bedeutung wächst. Laut TKS veranschlagt der russische Bundeshaushalt für 2026 zusätzliche Einnahmen aus höheren Getreideexportzöllen von rund 135,8 Milliarden Rubel, nach 76,4 Milliarden Rubel im Jahr 2025. Der höhere Satz schmälert bei aktuellen Preisen und Wechselkursen die Exportmargen. Große Erntemengen und die Nachfrage aus der Türkei, dem Sudan und China könnten den Effekt auf die physischen Handelsströme jedoch begrenzen.

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