Marken aus Russland, China und Belarus erobern im 1. Halbjahr 2026 95% des russischen Neuwagenmarkts
In Russland, China und Belarus montierte Pkw machten laut Autostat im ersten Halbjahr 2026 rund 95% des russischen Neuwagenabsatzes aus. Insgesamt wurden 608.600 Fahrzeuge verkauft, den größten Anteil lieferten russische Werke. Nach Markenherkunft entfallen auf die drei Länder etwa 86% des Marktes.
In Russland, China und Belarus montierte Pkw beherrschten im ersten Halbjahr 2026 nahezu vollständig den russischen Markt für neue Personenwagen und kamen zusammen auf rund 95% aller Verkäufe. Die Zahlen stammen von Sergej Zelikow, Direktor der Analyseagentur Autostat, wie ntv.ru berichtet.
Absatzstruktur nach Montageort
Von Januar bis Juni 2026 wurden in Russland insgesamt 608.600 neue Pkw verkauft. Davon wurden 380.700 in russischen Werken montiert, weitere 170.700 in China und knapp 29.000 in Belarus, wo die Marke Belgee in Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Geely gefertigt wird. Zusammen lieferten die drei Länder nach Montageort rund 95% des Marktes.
Ein anderes Bild nach Markenherkunft
Zelikow weist darauf hin, dass sich das Verhältnis verschiebt, wenn nicht der Montageort, sondern die Herkunft der Marken selbst zugrunde gelegt wird. Auf dieser Basis entfallen auf Russland, China und Belarus etwa 86% des Marktes, während die verbleibenden 14% von globalen Autoherstellern geliefert werden.
Der russische Automarkt veränderte sich grundlegend, nachdem die meisten westlichen, japanischen und koreanischen Unternehmen 2022 abgezogen waren. Die frei gewordenen Nischen übernahmen einheimische Hersteller und chinesische Marken, von denen viele eine lokale Montage in Russland aufbauten oder über Belarus lieferten. Dadurch bestimmen heute genau diese Akteure die Angebotsstruktur des Marktes.
Lagerbestände normalisieren sich
Ein weiterer Trend des ersten Halbjahres war eine spürbare Erneuerung der Modellpalette bei den Händlern. Mehr als die Hälfte der verkauften Autos wurde bereits 2026 produziert, während ein Jahr zuvor der Anteil solcher Fahrzeuge 30% nicht überstieg. Laut Zelikow deutet dies auf eine Normalisierung der Lagerbestände hin: Mussten die Händler im Vorjahr noch aufgestaute Fahrzeuge früherer Baujahre abverkaufen, ist das Problem überschüssiger Lager nun weitgehend verschwunden.
Was das für den Handel bedeutet
Für Importeure und Exporteure bestätigen die Zahlen, dass der Zugang zum russischen Pkw-Markt vor allem über lokale Montage und chinesische Lieferketten läuft, einschließlich der Weiterleitung chinesisch verbundener Produktion über Belarus. Globalen Marken außerhalb dieser Gruppe bleibt der Wettbewerb um einen Anteil von rund 14% nach Markenherkunft. Der schnellere Umschlag aktueller Jahrgänge signalisiert zudem, dass Händler frische Ware bestellen statt Altbestände zu räumen, was den Rhythmus der Lieferungen in den Markt verändert.