← Zurück zu den Nachrichten

Russland beschränkt Schwefelsäureexporte bis Ende 2026 und verlängert Kraftstoffauflagen

Russland beschränkt Schwefelsäureexporte vorübergehend bis zum 31. Dezember 2026, um Industrie- und Düngemittelhersteller zu versorgen. Laut Pravda.ru wurden zudem die Ausfuhrbeschränkungen für Benzin und mehrere Mineralölprodukte bis zum 31. Januar 2027 verlängert, wobei Ausnahmen gelten.

Russland beschränkt Schwefelsäureexporte bis Ende 2026 und verlängert Kraftstoffauflagen

Regierung sichert die inländische Säureversorgung

Russland hat die Ausfuhr von Schwefelsäure vorübergehend bis zum 31. Dezember 2026 beschränkt. Damit will die Regierung Engpässe bei heimischen Industriebetrieben und Herstellern von Mineraldünger verhindern. Ministerpräsident Michail Mischustin unterzeichnete die entsprechende Verordnung, wie Kommersant und Lenta.ru berichten. Die Regelung tritt zehn Tage nach ihrer amtlichen Veröffentlichung in Kraft.

Die Maßnahme unterbindet Schwefelsäurelieferungen ins Ausland nicht vollständig. Ausfuhren bleiben mit Genehmigung des Ministerpräsidenten oder seiner Stellvertreter möglich. Ausgenommen sind außerdem internationale Transitverkehre, Lieferungen im Rahmen zwischenstaatlicher Abkommen und Transporte zur Versorgung russischer Organisationen auf dem Spitzbergen-Archipel. Laut Pravda.ru müssen besondere Ausfuhrgenehmigungen mit dem Industrie- und Handelsministerium abgestimmt werden.

Düngemittelkette bestimmt die Politik

Schwefelsäure ist ein wichtiges Zwischenprodukt bei der Herstellung von Phosphatdünger. Kommersant zufolge werden rund 80 % des industriellen Schwefels zu Schwefelsäure verarbeitet. Die Verfügbarkeit der Chemikalie ist damit unmittelbar mit der Düngemittelproduktion verbunden. Größere Mengen im Inland zu halten, soll sowohl Chemiewerke als auch die gesamte Lieferkette der Düngemittelhersteller stützen.

Bereits zuvor war der vorgelagerte Schwefelmarkt unter Druck geraten. Nach Angaben von Kommersant sanken Russlands Schwefelexporte 2024 gegenüber dem Vorjahr um 74,3 % auf 1,04 Millionen Tonnen. Als einen Grund nennt die Zeitung die stärkere Inlandsnachfrage der Düngemittelhersteller. Im November 2025 beschränkte die Regierung bereits die Ausfuhr von technischem Schwefel, um das Binnenangebot zu stabilisieren und das Produktionsvolumen bei Düngemitteln zu sichern.

Preisprüfung und weitere Exportkontrollen

Auch die Preisbildung auf dem Schwefelsäuremarkt steht unter regulatorischer Beobachtung. Laut Lenta.ru leitete der russische Föderale Antimonopoldienst Ende August Verfahren gegen vier Metallurgieunternehmen wegen mutmaßlich überhöhter Schwefelsäurepreise ein. Die Behörde untersuchte gewichtete Durchschnittspreise, Produktionskosten, Absatzmengen und Veränderungen der Unternehmensgewinne. Die Quelle nennt weder die vier Unternehmen noch die geprüften Preise.

Die Säureregelung fällt mit fortgesetzten Kontrollen für russische Kraftstoffexporte zusammen. Pravda.ru zufolge wurden die Beschränkungen für Benzin, Dieselkraftstoff, Gasöl und Schiffskraftstoff bis zum 31. Januar 2027 verlängert. Zwischenstaatliche und humanitäre Lieferungen sind ausgenommen; Hersteller von Diesel- und Schiffskraftstoff dürfen seit dem 1. September wieder exportieren. Die Vorschriften unterscheiden sich somit nach Produkt, Herstellerstatus und Verwendungszweck und bilden kein einheitliches Verbot sämtlicher Mineralölproduktexporte.

Düngemittelhersteller werden kurzfristig davor geschützt, auf dem Markt für einen wichtigen Einsatzstoff mit Exportkunden konkurrieren zu müssen. Für Schwefelsäureanbieter, darunter Metallurgiebetriebe, bei denen die Säure im Produktionsprozess anfällt, verringern sich dagegen die Absatzmöglichkeiten im Ausland. Zulässige Exporte erfordern zudem eine Genehmigung. Käufer außerhalb Russlands müssen mit einem geringeren Angebot und einer staatlichen Einzelfallentscheidung über Lieferungen rechnen. Im Kraftstoffmarkt bleibt das politische Risiko für Händler und Käufer trotz der Ausnahmen für bestimmte Hersteller bestehen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.