Russland belässt Exportzölle für Weizen und Gerste bei null und besteuert Mais
Russland hält die Exportzölle für Weizen und Gerste vom 29. Juli bis 4. August bei null und setzt den Maiszoll auf 232,6 Rubel je Tonne fest. Die wöchentlichen Sätze werden im Rahmen des Getreidedämpfers anhand registrierter Exportverträge berechnet.
Nullsätze bis 4. August verlängert
Russland wird die Exportzölle für Weizen und Gerste vom 29. Juli bis einschließlich 4. August bei null belassen. Für Mais wird ein Zoll von 232,6 Rubel je Tonne erhoben, berichtete Interfax unter Berufung auf das russische Landwirtschaftsministerium. Das Ministerium änderte damit die zuvor veröffentlichten Sätze für denselben Wochenzeitraum.
Die Entscheidung erhält russischen Weizen- und Gerstenexporteuren zu Beginn der neuen Vermarktungssaison einen zollfreien Zugang zu den Auslandsmärkten. Maislieferungen werden dagegen mit einer zusätzlichen, wenn auch begrenzten Abgabe belastet. Händler der drei vom russischen System gleitender Zölle erfassten Getreidearten arbeiten damit unter unterschiedlichen Kostenbedingungen.
Indikative Preise entwickeln sich unterschiedlich
Die Sätze wurden anhand indikativer Preise von 228,4 $ je Tonne Weizen, 191 $ je Tonne Gerste und 232,2 $ je Tonne Mais berechnet. Im vorherigen Zeitraum lagen die entsprechenden Werte bei 229,1 $, 186 $ und 231,3 $ je Tonne. Der Weizenwert sank um 0,7 $ je Tonne, während die Indikatoren für Gerste und Mais um 5 $ beziehungsweise 0,9 $ je Tonne stiegen.
Grundlage der indikativen Preise sind Exportverträge, die an der Moskauer Börse registriert werden. Ihre wöchentliche Veränderung fließt unmittelbar in die Zollberechnung ein und kann somit die Kosten der Exporteure verändern, selbst wenn physischer Markt und Frachtraten stabil bleiben. Für internationale Käufer entfällt im genannten Zeitraum die Zollkomponente in russischen Weizen- und Gerstenangeboten. Maisexporteure müssen die Abgabe von 232,6 Rubel dagegen aus ihrer Marge tragen oder in ihre Offerten einrechnen.
Weizenzoll seit April fast durchgehend bei null
Der russische Weizenausfuhrzoll liegt seit dem 22. April bei null. Einzige Ausnahme war die Woche vom 3. bis 10. Juli, in der er 370,1 Rubel je Tonne betrug. Die Zölle für Gerste und Mais lagen seit dem 15. April bei null. Der neue Satz bedeutet somit die Rückkehr der Abgabe auf Mais, während Weizen und Gerste zollfrei bleiben.
Russland führte seinen Getreidedämpfer am 2. Juni 2021 ein. Das System sieht gleitende Exportzölle auf Weizen, Mais und Gerste vor; die Einnahmen sollen über Subventionen an Agrarproduzenten zurückfließen. Der wöchentliche Zoll entspricht 70 % der Differenz zwischen Basispreis und indikativem Preis. Der aktuelle Basispreis beträgt 18.000 Rubel je Tonne Weizen sowie jeweils 17.875 Rubel je Tonne Gerste und Mais. Die jüngste Berechnung hält die unmittelbare Belastung für Weizen- und Gerstenexporteure niedrig, zeigt aber auch, dass bereits kleinere Veränderungen des Maisindikators den Zoll wieder aktivieren können.