Russland belässt Exportzölle auf Weizen, Gerste und Mais ab 22. Juli bei null
Russland hält die Exportzölle auf Weizen, Gerste und Mais ab dem 22. Juli bei null, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Die unveränderten Sätze stützen die preisliche Wettbewerbsfähigkeit russischen Getreides auf dem Weltmarkt.
Nullsätze gelten eine weitere Woche
Russland belässt seine Exportzölle auf Weizen, Gerste und Mais ab dem 22. Juli bei null und übernimmt damit die Sätze der Vorwoche, berichtete Interfax unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium. Für die Exporteure der drei wichtigsten international gehandelten russischen Getreidearten fällt im neuen Berechnungszeitraum somit keine zusätzliche Zollbelastung an.
Der Berechnung liegen Richtpreise von 229,1 $ je Tonne Weizen, 186 $ je Tonne Gerste und 231,3 $ je Tonne Mais zugrunde. Im vorherigen Zeitraum hatten die entsprechenden Werte 232,3 $, 213,6 $ und 230,5 $ je Tonne betragen. Damit sanken die Richtpreise für Weizen und Gerste, während der Maiswert leicht stieg.
Die stärkste wöchentliche Bewegung verzeichnete Gerste: Ihr Richtpreis fiel von 213,6 $ auf 186 $ je Tonne. Weizen verbilligte sich um 3,2 $ je Tonne, während Mais um 0,8 $ je Tonne zulegte. Trotz dieser unterschiedlichen Entwicklung ergab die Berechnung für keines der drei Getreide ab dem 22. Juli einen positiven Zollsatz.
Weizenzoll seit April fast durchgehend ausgesetzt
Der Exportzoll auf Weizen liegt seit dem 22. April bei null. Einzige Ausnahme war die Woche vom 3. bis 10. Juli, in der er 370,1 Rubel je Tonne betrug. Die Zölle auf Gerste und Mais stehen laut Interfax seit dem 15. April bei null.
Für Getreideexporteure und internationale Käufer beseitigt die Fortsetzung der Nullsätze einen variablen Kostenfaktor, der Angebotspreise und Handelsmargen beeinflussen kann. Besonders relevant ist dies bei Geschäften, in denen russisches Getreide mit ähnlich bepreisten Herkünften konkurriert, denn selbst ein relativ niedriger Zoll kann die Kaufentscheidung verändern. Auch die Erzeuger bleiben stärker am Marktpreis beteiligt, wobei Inlandstransport, Finanzierungskosten und Rubelkurs weiterhin eigenständige Faktoren der Exportkalkulation sind.
Das Nullniveau setzt Russlands Exportzollsystem nicht außer Kraft. Die Sätze werden jede Woche neu berechnet und können wieder steigen, wenn sich das Verhältnis zwischen Richt- und Basispreisen verändert. Die kurze Wiedereinführung des Weizenzolls Anfang Juli zeigt, dass ein Nullsatz in einer Berechnungsperiode keine Garantie für die Folgewoche bietet.
Mechanismus variabler Zölle bleibt aktiv
Russland führte seinen Getreidedämpfungsmechanismus am 2. Juni 2021 ein. Er sieht variable Exportzölle auf Weizen, Mais und Gerste vor; die Einnahmen sollen über Subventionen an landwirtschaftliche Erzeuger zurückfließen. Die Sätze werden wöchentlich anhand von Indikatoren berechnet, die auf den an der Moskauer Börse registrierten Preisen von Exportverträgen beruhen.
Der Zoll beträgt 70 % der Differenz zwischen Basis- und Richtpreis. Der aktuelle Basispreis liegt bei 18.000 Rubel je Tonne Weizen sowie bei 17.875 Rubel je Tonne Gerste und Mais. Die Nullsätze ab dem 22. Juli verschaffen Exporteuren eine weitere zollfreie Woche. Händler werden die Vertragspreisindikatoren jedoch weiter beobachten, da Veränderungen den fälligen Zoll und die Wettbewerbsfähigkeit russischer Getreideangebote rasch beeinflussen können.