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Russlands Agrarexporte nach Afrika steigen im ersten Halbjahr 2026 auf über 11 Millionen Tonnen

Russland exportierte im ersten Halbjahr 2026 mehr als 11 Millionen Tonnen Agrarprodukte im Wert von 2,9 Milliarden $. Weizen dominierte die Lieferungen, während Ägypten 44 % des gesamten Volumens abnahm.

Russlands Agrarexporte nach Afrika steigen im ersten Halbjahr 2026 auf über 11 Millionen Tonnen

Liefermenge steigt um 40 %, Erlös auf 2,9 Milliarden $

Russland exportierte im ersten Halbjahr 2026 mehr als 11 Millionen Tonnen Agrarprodukte nach Afrika. Das geht aus Expertenschätzungen des föderalen Zentrums Agroexport hervor, über die Interfax berichtete. Die Liefermenge erreichte das 1,4-Fache des Vorjahreswerts, während die Erlöse um 35 % auf 2,9 Milliarden $ stiegen.

Damit nahm die physische Menge etwas schneller zu als der Gesamtwert. Agroexport veröffentlichte keine Preise für einzelne Produkte. Aus den Daten lässt sich daher nicht ableiten, ob die Differenz auf Rohstoffpreise, einen veränderten Produktmix oder eine andere Marktverteilung zurückgeht. Klar erkennbar ist jedoch eine deutliche Ausweitung der russischen Präsenz in Afrikas Agrarversorgung innerhalb von sechs Monaten.

Weizen stellt den größten Teil der Menge

Weizen war mit 10,2 Millionen Tonnen das mit Abstand wichtigste Exportprodukt. Hinzu kamen rund 234.000 Tonnen Gerste, mehr als 158.000 Tonnen Sojaöl, über 95.000 Tonnen Sonnenblumenkuchen und -schrot sowie mehr als 64.000 Tonnen Rübenschnitzel mit zugesetzter Melasse.

Weizen machte somit mehr als neun Zehntel der gemeldeten Agrarexporte aus. Für afrikanische Mühlen und Getreideimporteure ist Russlands Expansion in erster Linie ein Getreidethema und noch kein gleichmäßiger Zuwachs über sämtliche Lebensmittelkategorien. Pflanzenöl, Futterschrot und Rübenschnitzel verbreitern zwar das Angebot, bleiben mengenmäßig aber weit hinter Weizen zurück.

Diese Konzentration prägt auch den Wettbewerb. Die Europäische Union, Brasilien und die Vereinigten Staaten sind etablierte Lieferanten des afrikanischen Lebensmittelmarkts. Russlands Zuwachs entfällt jedoch vor allem auf ein Produkt, das Schwarzmeerexporteure in großen Massengutfrachten liefern können. Der Wettbewerbsdruck unterscheidet sich deshalb nach Segment: Weizenkäufer sehen ein stärkeres russisches Angebot, während Fleisch, verarbeitete Lebensmittel und andere Agrarwaren in der dominierenden Menge kaum sichtbar sind.

Ägypten nimmt 44 % der Exporte ab

Ägypten blieb der wichtigste afrikanische Absatzmarkt für russische Agrarprodukte. Die Lieferungen stiegen von rund 3,8 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2025 auf 4,9 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum 2026. Allein Ägypten stand für 44 % der russischen Agrarexportmenge nach Afrika.

Der Sudan folgte mit einem Anteil von 11 %, nachdem seine Einfuhren auf das 1,6-Fache gestiegen waren. Kenia belegte mit 10 % den dritten Platz und verzeichnete das stärkste ausgewiesene Wachstum: Die russischen Lieferungen erhöhten sich auf das 9,5-Fache. Algerien und Libyen vervollständigten die fünf größten Märkte, ohne dass Agroexport deren Einzelmengen nannte.

Russland belieferte im Berichtszeitraum mehr als 40 der 54 afrikanischen Staaten mit Agrarprodukten. Diese Reichweite verbreitert die Kundenbasis, doch die Verteilung bleibt konzentriert: Ägypten, Sudan und Kenia vereinten 65 % der Menge auf sich. Für Händler und Importeure wird entscheidend sein, ob das schnelle Wachstum in Kenia und die breitere Marktabdeckung dauerhaftes Geschäft außerhalb der großen nordafrikanischen und sudanesischen Getreidekanäle schaffen.

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