Russland will bis 2030 alle Siedlungsabfälle sortieren und 25 % verwerten
Russland will bis 2030 sämtliche festen Siedlungsabfälle sortieren und mindestens 25 % der Abfälle als Sekundärrohstoff nutzen. Die landesweite Altpapieraktion BumBattle hat in sechs Jahren 697.800 Tonnen gesammelt und zeigt damit das Potenzial des Faserangebots sowie den Infrastrukturbedarf.
Das Ziel gilt für Siedlungsabfälle insgesamt
Russland plant, bis 2030 sämtliche festen Siedlungsabfälle durch Sortieranlagen zu führen und mindestens 25 % der Abfälle als Sekundärrohstoff zu nutzen, berichtet die Rossijskaja Gaseta. Derzeit werden mehr als 57 % der festen Siedlungsabfälle des Landes sortiert. Die Quote von 25 % bezieht sich auf den gesamten Abfallstrom und ist kein spezifisches Verwertungsziel für Papier.
Für die Papierindustrie könnte die Politik das verfügbare Altpapieraufkommen erhöhen. Entscheidend ist jedoch, ob Sortieranlagen sauberes Papier und Karton aus gemischten Haushaltsabfällen trennen können. Annahmestellen, Transport, Qualitätssortierung und die Kontrolle von Verunreinigungen bestimmen, welcher Anteil tatsächlich als Rohstoff für Papierfabriken taugt.
BumBattle schafft einen landesweiten Sammelkanal
Im August begann eine neue Runde der landesweiten Altpapieraktion BumBattle, die das nationale Projekt „Ökologisches Wohlergehen“ unterstützt. Teilnehmer können ganzjährig Altpapier abgeben und ihre Ergebnisse auf der Projektwebsite erfassen. Der aktuelle Wettbewerb endet am Weltrecyclingtag, dem 15. November.
In sechs Jahren nahmen 11,6 Millionen Menschen an BumBattle teil; 697.800 Tonnen Altpapier gingen ins Recycling, so die Rossijskaja Gaseta. Das Volumen zeigt, dass öffentliche Kampagnen erhebliche Mengen mobilisieren können. Eine verlässliche industrielle Versorgung verlangt allerdings kontinuierliche Sammlung über einzelne Aktionen hinaus.
An der Initiative beteiligen sich Haushalte, Bildungseinrichtungen und Unternehmen in ganz Russland. Angenommen werden alte Hefte, Karton, Zeitungen und Papierhülsen. Die breite Lieferbasis ist für Recycler und Papierhersteller relevant, weil Unternehmen und Institutionen größere und gleichmäßigere Partien bereitstellen können als einzelne Haushalte.
Regionale Ergebnisse zeigen lokale Schwerpunkte
Die Region Altai belegte in der vorherigen Runde landesweit den vierten Platz. Mehr als 400 Bildungseinrichtungen und über 15.000 Menschen sammelten rund 77 Tonnen Altpapier. Die Staatliche Universität Altai steuerte 29,6 Tonnen bei, das regionale Kinderumweltzentrum 800 Kilogramm.
In Tscheljabinsk werden erneut Einwohner, Schulen, Hochschulen, Kindergärten und Unternehmen zur Teilnahme aufgerufen. Auch Moskau und das Moskauer Gebiet beteiligen sich mit Sammel- und Informationsveranstaltungen. Die geografische Reichweite kann lokale Rückgewinnungsnetze fördern, doch der kommerzielle Wert des Materials hängt weiterhin von der Entfernung zu Aufbereitern und Papierfabriken ab.
Sortierung ist nur der erste Schritt
Die Ziele für 2030 erfordern zusätzliche Sortier-, Lager- und Verarbeitungskapazitäten. Für Entsorger bieten steigende Sammelmengen die Möglichkeit, einen marktfähigen Sekundärrohstoff zu liefern. Papierfabriken könnten ihre heimische Rohstoffbasis verbreitern, sofern Qualität und Logistik den Produktionsanforderungen entsprechen.
Das gegenwärtige Modell bleibt auf die Beteiligung der Bevölkerung angewiesen. BumBattle verbindet die Sammlung mit Vorführungen zur Verwertung von Papier, Kunststoff und Glas, unter anderem bei einem Umweltfestival in der Region Lipezk. Sergey Bundesov, Vorsitzender des dortigen Regionalverbands der Bewegung Ecosystem, erklärte, die Teilnehmer sollten Sekundärmaterialien selbst bearbeiten und sehen, welche Produkte daraus entstehen können.
Das Ziel von 25 % garantiert keinen entsprechend hohen Anstieg des Altpapiereinsatzes. Entscheidend sind die separat erfasste Papiermenge, die Faserqualität und die Aufnahmekapazität der heimischen Verarbeiter. Das kumulierte BumBattle-Ergebnis von 697.800 Tonnen bildet eine messbare Basis. Die Differenz zwischen der heutigen Sortierquote von mehr als 57 % und der vollständigen Sortierung beschreibt die Infrastrukturaufgabe bis 2030.