Russland meldet aktive Phase beim Abbau seltener Erden
Russland intensiviert die Erschließung seiner Vorkommen seltener Erden und will stärker verarbeitete Endprodukte herstellen, sagte der Erste Vizepremier Denis Manturow. Das Land verfügt über 28 Millionen Tonnen entsprechender Rohstoffe und nahezu die gesamte Palette der rund 17 Elemente dieser Gruppe.
Russland treibt die Erschließung der Lagerstätten voran
Der Abbau seltener Erden in Russland ist in eine aktive Phase eingetreten, sagte der Erste Vizepremier Denis Manturow in einem Interview mit Vesti, wie Wedomosti berichtet. Auf Russland entfallen 28 Millionen Tonnen dieser mineralischen Rohstoffe. Damit verfügt das Land über eine bedeutende geologische Basis, während Regierungen und Industrieunternehmen eine breitere Versorgung mit strategischen Materialien anstreben.
Nach Angaben Manturovs konzentriert sich die Regierung bei der Erschließung der Lagerstätten darauf, möglichst weitgehend verarbeitete Endprodukte herzustellen. Die Gruppe der seltenen Erden umfasst rund 17 chemische Elemente, von denen in Russland nahezu die gesamte Palette vorkommt. Die Aussage deutet darauf hin, dass die Politik nicht nur die Förderung erhöhen, sondern auch mehr Verarbeitungs- und Produktionsschritte im Land halten will.
Vier Regionen gelten als wichtigste Förderzentren
Manturow nannte die Region Murmansk, Jakutien, die Region Transbaikalien und die Region Irkutsk als zentrale russische Fördergebiete für seltene Erden. Die Auswahl zeigt eine geografisch verteilte Rohstoffbasis, die sich vom Nordwesten des Landes bis nach Ostsibirien und in den Fernen Osten erstreckt.
Der Erste Vizepremier nannte weder Produktionsziele noch Kapazitäten einzelner Projekte, Investitionssummen oder Zeitpläne für die Inbetriebnahme. Auch konkrete Lagerstätten und beteiligte Unternehmen führte er nicht auf. Die Angabe von 28 Millionen Tonnen beschreibt daher das Ausmaß der russischen Rohstoffbasis, darf aber nicht als derzeitige Jahresproduktion oder als sofort für Industriekunden verfügbares Material verstanden werden.
Eigene Verarbeitungstechnologien werden zur Priorität
Manturow sagte, Russland müsse künftig eigene Technologien für Gewinnung und Verarbeitung seltener Erden entwickeln, da es sich um strategische Rohstoffe handele. Andere Marktteilnehmer besetzten dieses Segment bereits aktiv. Für Bergbau- und Verarbeitungsunternehmen stellt diese Ausrichtung technologische Kompetenz und die Fertigung höherwertiger Produkte neben dem Zugang zu Lagerstätten in den Mittelpunkt des Branchenwachstums.
Präsident Wladimir Putin erörterte am 18. Mai mit den ständigen Mitgliedern des russischen Sicherheitsrates die Entwicklung der Industrie für seltene Metalle und seltene Erden. Laut Wedomosti soll die Aufgabe gelöst werden, um die technologische Souveränität und die nationale Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Damit erhält die Branche eine breitere industriepolitische Bedeutung, doch aus den vorliegenden Aussagen geht nicht hervor, wann zusätzliche Mengen auf den Markt kommen könnten. Für Produzenten, Investoren und industrielle Käufer sind nun konkrete Projekte, Verarbeitungskapazitäten, Produktspezifikationen und Entwicklungszeitpläne entscheidend.
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