Russischer Lkw-Markt bricht im ersten Halbjahr 2026 um 17 % ein – KAMAZ legt zu, chinesische Marken verlieren
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Russland 18.194 neue schwere Lkw verkauft – 17,3 % weniger als im Vorjahr, so Avtostat. KAMAZ steigerte den Absatz um 8,8 %, Ural um 3,4 %, während die chinesischen Marken Sitrak und FAW um 61,2 % bzw. 23,4 % fielen. Die Juni-Zahlen deuten auf eine Stabilisierung hin.
Markt schrumpft stärker als erwartet
Der Verkauf schwerer Lkw ist in Russland im ersten Halbjahr 2026 deutlich zurückgegangen, wie Zahlen der Analyseagentur Avtostat zeigen. Von Januar bis Juni wurden im Land 18.194 neue Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht ab 16 Tonnen abgesetzt – 17,3 % weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Die Daten stützen sich auf Berichte der AG PPK und wurden im Livestream "Operativka" von Avtostat vorgestellt. Der Rückgang war erwartet worden, doch laut Avtostat übertraf seine Tiefe die Prognosen vieler Marktteilnehmer.
Von Avtostat zitierte Beobachter führen den Einbruch auf eine Überhitzung des Marktes im Vorjahr, veränderte Kreditbedingungen und eine allgemeine Konjunkturabschwächung zurück.
Heimische Hersteller behaupten sich
Während der Markt überwiegend schrumpfte, erwiesen sich die russischen Hersteller als robust. KAMAZ blieb mit 6.981 verkauften Lkw klarer Marktführer – knapp 40 % des gesamten Marktes. Anders als die meisten Wettbewerber steigerte der Konzern seinen Absatz um 8,8 %. Auch Ural bewegte sich gegen den Trend und legte um 3,4 % auf 1.147 Einheiten zu.
Dasselbe Bild zeigt die Modellwertung. Der KAMAZ 43118 behielt mit 1.664 Einheiten den ersten Platz, obwohl die Verkäufe um 13,2 % sanken. Zwei weitere KAMAZ-Modelle verzeichneten Zuwächse: Der KAMAZ 54901 stieg um 42,3 % auf 1.496 Einheiten, der KAMAZ 65115 um 13,4 % auf 1.464 Einheiten.
Chinesische Marken verlieren Anteile
Die chinesischen Lkw-Hersteller büßten deutlich ein. Sitrak verkaufte 1.545 Fahrzeuge – ein Minus von 61,2 %, FAW setzte 1.510 Einheiten ab (minus 23,4 %). Der belarussische Hersteller MAZ schloss die Top fünf mit 1.367 Lkw und einem Rückgang von 18 % ab.
In der Modelltabelle belegte der Sitrak C7H mit 1.544 Einheiten den zweiten Platz, verzeichnete aber denselben Rückgang von 61,2 %. Ein chinesisches Modell trotzte dem Trend: Der Dongfeng 4180 zeigte die stärkste Dynamik in den Top fünf und legte um 24,7 % auf 1.046 Einheiten zu.
Anzeichen einer Stabilisierung
Der Juni 2026 fiel optimistischer aus. Die Händler registrierten im Monat 2.899 schwere Nutzfahrzeuge – 1,1 % weniger als im Juni 2025, aber 2,1 % mehr als im Mai. Laut Avtostat zeigt der Markt Anzeichen einer Stabilisierung; das zweite Halbjahr wird entscheiden, ob die Hersteller ihre Positionen halten können.