Russlands Maisexporte in die Türkei steigen im Juni um fast 20 Prozent
Russlands Maislieferungen in die Türkei stiegen im Juni im Jahresvergleich um fast 20 Prozent und erreichten laut PRIME den höchsten Stand seit zwei Jahren. Die Lieferungen von russischem Weizen und russischer Gerste haben sich etwa verdoppelt.
Maislieferungen erreichen Zweijahreshoch
Russlands Maisexporte in die Türkei stiegen im Juni gegenüber dem Vorjahr um fast 20 Prozent und erreichten laut PRIME den höchsten Stand seit zwei Jahren. Damit nahmen die Lieferungen in einen der Absatzmärkte für russisches Getreide deutlich zu.
Die verfügbaren Angaben nennen die jährliche Wachstumsrate, aber weder die Liefermenge noch den Handelswert. Sie zeigen auch nicht, ob eine stärkere türkische Nachfrage, wettbewerbsfähigere russische Angebote, Veränderungen des verfügbaren Angebots oder der Zeitpunkt einzelner Ladungen den Anstieg verursachten.
Auch ohne diese Einzelheiten bedeutet das Zweijahreshoch, dass der Warenstrom im Juni über allen Monatsergebnissen auf dieser Route innerhalb des genannten Zeitraums lag. Russische Exporteure verkauften mehr Mais als im Vorjahresmonat, während türkische Käufer eine größere Menge russischer Ware erhielten.
Weizen- und Gerstenlieferungen beschleunigen sich
Der Anstieg beschränkte sich nicht auf Mais. Russlands Lieferungen von Weizen und Gerste in die Türkei haben sich im Juni laut PRIME etwa verdoppelt. Das gleichzeitige Wachstum bei drei wichtigen Getreidearten weist auf eine breitere Ausweitung der russischen Lieferungen hin.
Weizen, Mais und Gerste werden von unterschiedlichen Abnehmern genutzt, darunter Mühlen, Futtermittelhersteller und andere Verarbeiter. Ein Anstieg bei allen drei Produkten kann daher mehrere Bereiche des türkischen Getreidemarktes betreffen.
Die Daten zeigen nicht, ob neue Geschäfte oder die Erfüllung früher geschlossener Verträge die höheren Lieferungen bewirkten. Angaben zu Preisen, Qualitätsstufen, Verladehäfen und Lieferungen konkurrierender Anbieter fehlen ebenfalls. Diese Informationen wären nötig, um Russlands veränderte Wettbewerbsposition in der Türkei zu beurteilen.
Folgen für die Marktteilnehmer
Für russische Erzeuger und Händler belegen die schnelleren Lieferungen einen stärkeren Zugang zum türkischen Markt im Juni. Mais wuchs langsamer als Weizen und Gerste, doch das Zweijahreshoch zeigt ein im Vergleich zu den vergangenen Monaten hohes Aktivitätsniveau.
Für türkische Importeure und Verarbeiter könnte der größere Warenstrom die Verfügbarkeit russischen Getreides erhöht haben. Die Marktfolgen hängen von den absoluten Mengen, Einkaufspreisen und der inländischen Versorgung ab. Da diese Angaben fehlen, lässt sich der Einfluss auf lokale Getreide- oder Futtermittelpreise nicht bestimmen.
Die nächsten Monatsdaten werden zeigen, ob der Juni einen dauerhaften Anstieg oder lediglich eine Konzentration von Lieferungen darstellte. Entscheidend werden die Mengen je Getreideart, die Vertragspreise sowie die Frage sein, ob Weizen und Gerste annähernd an das Wachstum vom Juni anknüpfen können.