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Russische Arzneimittel gewinnen Marktanteile bei schärferer Qualitätskontrolle

Der Anteil in Russland hergestellter Arzneimittel ist gestiegen, konkrete Quoten oder Produktdaten wurden jedoch nicht veröffentlicht. Die Regierung verbindet Versorgungssicherheit mit einem landesweiten Labornetz, Kennzeichnungspflichten und strengeren Kontrollen des Onlinehandels.

Russische Arzneimittel gewinnen Marktanteile bei schärferer Qualitätskontrolle

Heimische Arzneimittel bauen ihre Marktposition aus

Der Anteil russischer Arzneimittel am Binnenmarkt ist gestiegen, erklärte Ministerpräsident Michail Mischustin bei einem Treffen mit Alla Samoilowa, der Leiterin der Gesundheitsaufsicht Roszdravnadzor. Die Regierung bezeichnete die Entwicklung als positiv, nannte jedoch weder den aktuellen und den früheren Marktanteil noch Zahlen zu einzelnen Therapiegebieten.

Ohne detaillierte Daten lässt sich der Fortschritt der Importsubstitution nur eingeschränkt beurteilen. Ein wertmäßiger Zuwachs kann deutlich von der Entwicklung der Absatzmengen abweichen, insbesondere wenn heimische und importierte Präparate unterschiedliche Preissegmente bedienen. Offen bleibt zudem, ob das Wachstum auf in Russland hergestellte Fertigarzneimittel, die lokalisierte Produktion ausländischer Unternehmen oder Produkte mit importierten Wirkstoffen zurückgeht.

Mischustin betonte, heimische Arzneimittel müssten Patienten rechtzeitig erreichen, auch in abgelegenen Gebieten. Damit ist neben der Produktionskapazität auch die Distribution entscheidend für die Versorgungssicherheit: Ein höherer Ausstoß verbessert den Zugang nicht, wenn regionale Krankenhäuser und Apotheken mit Verzögerungen oder Engpässen konfrontiert sind.

Labore und Kennzeichnung tragen die Aufsicht

Roszdravnadzor überwacht Qualität, Sicherheit und Verfügbarkeit von Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie die Einhaltung medizinischer Versorgungsstandards. Nach Angaben des russischen Ersten Kanals betreibt die Behörde Labore in jedem Föderationskreis und untersucht Produkte für Krankenhäuser, Apotheken und den Onlinehandel.

Seit 2020 gilt in Russland ein Kennzeichnungs- und Rückverfolgungssystem für Arzneimittel. Das Informationsportal der Regierung berichtete, dadurch sei der Anteil minderwertiger und gefälschter Präparate um ein Mehrfaches gesunken. Verbraucher können Arzneimittel mit der App „Chestny Znak“ prüfen und ihren Weg vom Hersteller bis zur Verkaufsstelle verfolgen.

Laut Samoilowa sank die Zahl minderwertiger Arzneimittel am Markt innerhalb von sechs Jahren um ein Mehrfaches. Im selben Zeitraum sperrten die Behörden mehr als 130.000 unseriöse Internetressourcen, über die Medikamente verkauft wurden. Die Zahlen zeigen eine stärkere Durchsetzung im digitalen Vertrieb, dessen Bedeutung mit der zunehmenden Fernbestellung von Arzneimitteln wächst.

Verfügbarkeit wird zur nächsten Bewährungsprobe

Roszdravnadzor führt außerdem ein Register regelkonformer Hersteller und ihrer Produkte. Für Produzenten und Apothekenbetreiber erhöhen Laborprüfungen, Kennzeichnung und Onlineüberwachung die Anforderungen an Dokumentation und Rückverfolgbarkeit, können aber zugleich das Vertrauen in legale heimische Lieferungen stärken.

Am 1. September begann in dünn besiedelten und abgelegenen ländlichen Gebieten ein Pilotprojekt für den Arzneimittelverkauf über mobile Apotheken. Seine Wirkung hängt von Sortiment, Nachschubrhythmus und Regelkonformität der mobilen Verkaufsstellen ab. Solange Daten zu Marktanteilen, Produktion und Importen fehlen, ist der gemeldete Zuwachs russischer Arzneimittel ein Richtungsindikator und kein vollständiger Maßstab für pharmazeutische Selbstversorgung.

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