RusHydro und Beijing Taiji planen russische Torf-Lieferkette nach China
RusHydro und Beijing Taiji Technology wollen ein integriertes System für Torfabbau und -verarbeitung in Russland sowie Lieferungen von Fertigprodukten nach China aufbauen. Die Partner beraten über eine Verarbeitungsanlage, ein Logistikzentrum und die Lokalisierung von Technik; anschließend sollen Machbarkeitsstudien für Pilotprojekte folgen.
Partner teilen Produktion und Vermarktung auf
RusHydro und Beijing Taiji Technology Co., Ltd wollen ein integriertes System aufbauen, das vom Torfabbau und der Verarbeitung in Russland bis zur Lieferung fertiger Produkte nach China reicht. Das berichtete AK&M unter Berufung auf eine Pressemitteilung von RusHydro. Das Vorhaben soll eine neue Produktions- und Logistikkette zwischen beiden Ländern schaffen; Investitionsvolumen, Kapazität und Starttermin wurden jedoch nicht genannt.
Nach der vorgesehenen Arbeitsteilung übernimmt die russische Seite Produkte und Technologie. Der chinesische Partner soll Investitionen, Transport und Vertrieb verantworten. Damit werden russische Ressourcen und technisches Know-how mit chinesischer Finanzierung, Logistik und Zugang zum Absatzmarkt verbunden.
Beijing Taiji unterzeichnete im Juli Absichtserklärungen mit russischen Partnern. Gegenstand der laufenden Gespräche sind eine Verarbeitungsanlage und ein Logistikzentrum; zudem wird eine lokale Fertigung von Technik geprüft. Als Nächstes sollen eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet und Machbarkeitsstudien für Pilotprojekte erstellt werden.
Große Ressourcenbasis trifft auf chinesischen Bedarf
Russland verfügt laut den in der Mitteilung von RusHydro genannten Zahlen über mehr als 200 Milliarden Tonnen Torf. Der jährliche Zuwachs liegt bei über 200 Millionen Tonnen oder 0,1 % des gesamten Ressourcenvolumens. Chinas jährlicher Importbedarf wird auf bis zu 100 Millionen Tonnen beziffert.
Die Angaben zeigen eine große theoretische Ressourcen- und Nachfragebasis, stellen aber weder Produktions- noch Abnahmezusagen dar. Der kommerzielle Umfang der Lieferkette wird von den Ergebnissen der Machbarkeitsstudien, Standort und Kapazität der Verarbeitungsanlage, den Transportkosten sowie den Anforderungen chinesischer Kunden an die Fertigprodukte abhängen.
Die Verarbeitung in Russland ist ein wesentlicher Bestandteil des Plans. Die Ankündigung beschreibt nicht nur Lieferungen von abgebautem Rohstoff, sondern den Export fertiger Produkte. Ein Logistikzentrum könnte Transport und Distribution bündeln; eine lokale Fertigung von Technik könnte den Betrieb des russischen Abbau- und Verarbeitungssystems unterstützen. Standorte für die Anlagen wurden bislang nicht genannt.
Technologische und wissenschaftliche Fähigkeiten
Beijing Taiji ist ein Technologieunternehmen, das auf die Entwicklung und Nutzung von Torf und organischen Ressourcen spezialisiert ist. Seine Tätigkeiten umfassen Ressourcensuche, Forschung und Entwicklung, Produktanwendungen sowie die Verwaltung von Branchenplattformen. Auf russischer Seite gehört das Wedeneyev-Forschungsinstitut für Wasserbau zur RusHydro-Gruppe und verfügt über langjährige Erfahrung mit Melioration und Torfwirtschaft.
RusHydro vereint Anlagen für erneuerbare Energien in Russland und im Ausland, Wärmekraftwerke, Stromnetze im russischen Fernen Osten, Energievertriebe sowie Forschungs- und Planungsinstitute. Die Torfinitiative liegt damit außerhalb des Kerngeschäfts mit Elektrizität, kann aber auf die wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten des Konzerns zurückgreifen.
Das Projekt befindet sich weiterhin in der Vorbereitungsphase. Über einen verbindlichen Liefervertrag, die Investitionssumme, einen Bauzeitplan oder die geplante Jahresproduktion wurde nichts berichtet. Für Produzenten, Anlagenlieferanten, Logistiker und potenzielle chinesische Abnehmer werden die Machbarkeitsstudien erstmals zeigen, ob sich die Ressourcenschätzungen in eine wirtschaftlich tragfähige Verarbeitungs- und Lieferkette umsetzen lassen.