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Rumänien zerschlägt mutmaßlichen Schmugglerring für 70 Millionen Zigaretten

Rumänische Behörden haben ein mutmaßliches rumänisch-moldauisches Netzwerk zerschlagen, das seit 2025 rund 70 Millionen Zigaretten im Inland verkauft haben soll. Mehr als 13,5 Millionen Zigaretten und neun Fahrzeuge wurden beschlagnahmt; der geschätzte Steuerschaden beträgt 62,6 Millionen Lei (11,94 Millionen €).

Rumänien zerschlägt mutmaßlichen Schmugglerring für 70 Millionen Zigaretten

Netzwerk soll Rumänien seit 2025 beliefert haben

Rumänische Staatsanwälte haben ein mutmaßliches organisiertes Verbrechernetzwerk zerschlagen, das seit 2025 etwa 70 Millionen Zigaretten nach Rumänien gebracht und auf dem heimischen Markt verkauft haben soll. Nach Angaben von Click.ro und Adevărul gehörten rumänische und moldauische Staatsbürger zu der Gruppe. Der Zugriff erfolgte vom 29. bis 31. August 2026.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Bildung einer organisierten kriminellen Vereinigung sowie wegen des Besitzes oder Verkaufs verbrauchsteuerpflichtiger Waren ohne vorgeschriebene Kennzeichnung, mit unzulässigen Kennzeichen oder mit gefälschten Marken. Sechs Beschuldigte wurden festgenommen, eine weitere Person unter Justizaufsicht gestellt. Für die sechs Festgenommenen wollte die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft beantragen. Über die Vorwürfe muss noch gerichtlich entschieden werden.

Zigaretten in gekühlten Gemüsetransporten versteckt

Nach Darstellung der Ermittler nutzte das Netzwerk temperaturgeführte Lastwagen und versteckte die Zigaretten zwischen Obst und Gemüse. Am 29. August stoppte die Polizei nahe der Stadt Giurgiu einen Personenwagen und einen Lastwagen. Bei der Kontrolle des Laderaums fanden die Beamten laut beiden Medien Zigaretten, die in einer Zwiebelladung verborgen waren.

Der Fund löste am folgenden Tag einen größeren Einsatz aus. Die Grenzpolizei durchsuchte unter Leitung des zuständigen Staatsanwalts 22 Wohnungen und 26 Fahrzeuge in mehreren Kreisen sowie in Bukarest. Die Behörden fanden weitere Zigarettenbestände und beschlagnahmten neun Fahrzeuge, die mit den Aktivitäten der Gruppe in Verbindung stehen sollen. Laut Adevărul unterstützte Europol die Ermittlungen.

Mehr als 13,5 Millionen Zigaretten sichergestellt

Bei den Durchsuchungen wurden 6.337.197 Zigaretten beschlagnahmt. Weitere 7.199.780 Zigaretten waren bereits im Verlauf der Ermittlungen sichergestellt worden, womit die Gesamtmenge auf mehr als 13,5 Millionen stieg. Das entspricht weniger als einem Fünftel der rund 70 Millionen Zigaretten, die das Netzwerk nach Behördenangaben eingeführt und vermarktet haben soll. Ein großer Teil der vermuteten Menge könnte somit bereits vor dem Zugriff in den Vertrieb gelangt sein.

Die Behörden beziffern den Schaden für den Staatshaushalt auf etwa 62,6 Millionen Lei beziehungsweise rund 11,94 Millionen €. Der Fall zeigt das fiskalische Risiko, wenn unversteuerte Tabakwaren über reguläre Lebensmittellogistik transportiert werden. Kühlfahrzeuge und Gemüsefrachten können es erschweren, illegale Tabakwaren von zeitkritischen Handelslieferungen zu unterscheiden. Verschärfte Kontrollen können zugleich auch rechtmäßige Transporteure verzögern.

Für den regulierten rumänischen Tabakmarkt ist die mutmaßliche Größenordnung relevant, weil illegale Zigaretten außerhalb des Verbrauchsteuer- und Kennzeichnungssystems mit legalen Anbietern konkurrieren. Die Beschlagnahme entzieht dem Markt eine erhebliche Menge. Die Differenz zwischen den mutmaßlichen 70 Millionen Zigaretten und dem sichergestellten Volumen verdeutlicht jedoch die Grenzen eines einzelnen Einsatzes. Nun müssen die Ermittler die Beteiligten, die Vertriebskanäle und die Belege für den geschätzten Steuerschaden ermitteln.

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