Rumänien startet als größter Getreideexporteur der EU ins Jahr 2026/2027, Weizenausfuhren plus 31,9 %
In den ersten zehn Wochen des Wirtschaftsjahres 2026/2027 hat Rumänien mehr als 2,5 Millionen Tonnen Weichweizen außerhalb der EU verkauft, 31,9 % mehr als im Vorjahr, während die Ausfuhren der gesamten Union um rund 1 % auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren fielen. Die Gerstenlieferungen überstiegen 1,2 Millionen Tonnen und damit etwa 75 % aller EU-Exporte in Drittländer.
Rumänien ist als führender Getreideexporteur der Europäischen Union in das Wirtschaftsjahr 2026/2027 gestartet: Die Weichweizenlieferungen außerhalb der Union legten im Jahresvergleich um 31,9 % zu. Das berichten Economica.net und PSNews.ro unter Berufung auf Daten der Europäischen Kommission. Auch die Gerstenmengen stiegen leicht, womit auf das Land rund drei Viertel aller EU-Gerstenausfuhren in Drittländer entfielen.
Weizenexporte übersteigen in zehn Wochen 2,5 Millionen Tonnen
In den ersten zehn Wochen des am 1. Juli begonnenen Wirtschaftsjahres verkaufte Rumänien mehr als 2,5 Millionen Tonnen Weichweizen über die EU-Grenzen hinaus. Die Union insgesamt lieferte im selben Zeitraum 4,9 Millionen Tonnen, sodass rumänische Partien etwas mehr als die Hälfte des gesamten EU-Weichweizens in Drittländern ausmachten.
Das nationale Ergebnis läuft dem übergeordneten Trend entgegen. Die EU-Ausfuhren gingen um etwa 1 % zurück und erreichten den niedrigsten Stand seit drei Jahren, während Rumänien seine Mengen um fast ein Drittel ausweitete. Der Abstand zum zweitgrößten Anbieter ist deutlich: Litauen meldete Verkäufe von 850.700 Tonnen, rund ein Drittel der rumänischen Menge.
Grundlage dafür sind zwei starke Ernten in Folge. Das Agrarjahr 2025/2026 brachte eine Rekordproduktion, und auch die diesjährige Ernte bezeichnen beide Publikationen als sehr gut, was den Exporteuren zum Saisonstart eine ungewöhnlich breite Rohstoffbasis verschafft.
Gerste: drei Viertel der EU-Lieferungen
Im selben Zeitraum exportierte Rumänien mehr als 1,2 Millionen Tonnen Gerste, etwa 1 % mehr als im Vorjahr. Die gesamten EU-Gerstenausfuhren beliefen sich auf 1,6 Millionen Tonnen, der rumänische Anteil lag damit bei rund 75 % und entsprach etwa dem Dreifachen der Summe aller übrigen Mitgliedstaaten.
Nachfrage konzentriert sich auf den Nahen Osten und Nordafrika
Die von den beiden rumänischen Medien veröffentlichte Aufschlüsselung nach Zielmärkten bezieht sich auf die EU-Ausfuhren insgesamt. Beim Weichweizen gingen die größten Mengen nach:
- Saudi-Arabien — 14,8 % der EU-Exporte
- Algerien — 11,9 %
- Nigeria — 10,2 %
Bei Gerste war die Nachfrage noch stärker konzentriert:
- Saudi-Arabien — 53,8 % der Gesamtmenge
- Jordanien — 19,7 %
- Libyen — 7,9 %
Zweites Jahr in Folge an der Spitze
Mit Lieferungen von 10,9 Millionen Tonnen in Drittländer war Rumänien im Wirtschaftsjahr 2025/2026 zum zweiten Mal in Folge der größte Getreideexporteur der Europäischen Union und belegte unter den Mitgliedstaaten sowohl bei Weichweizen als auch bei Mais den ersten Platz. Die von Economica.net zitierten Kommissionsdaten zeigen einen Zuwachs von mehr als 30 % gegenüber dem Vorjahr, darunter über 7,2 Millionen Tonnen Weichweizen — 31 % der von allen Mitgliedstaaten gehandelten Gesamtmenge.
Economica.net verweist zudem auf eine Einschätzung des USDA für 2026/2027, wonach Rumänien auf dem Weg ist, größter Weizenexporteur der Europäischen Union zu werden. Die ersten zehn Wochen passen zu dieser Prognose, doch die Konzentration der Nachfrage auf wenige Käufer im Nahen Osten und in Nordafrika macht die Ausfuhrmengen von Beschaffungsentscheidungen in diesen Märkten abhängig.