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Rumänien unterstützt mehr ukrainischen Getreidetransit über Constanța

Rumänien will den Transit ukrainischen Getreides über Constanța nach Afrika und in den Nahen Osten ausweiten. Die Ware soll in Drittländer weitergeleitet werden, statt sich im EU-Markt anzusammeln, während Störungen im Schwarzen Meer Preise und Frachtkosten beeinflussen.

Rumänien unterstützt mehr ukrainischen Getreidetransit über Constanța

Constanța soll als Exportkorridor wachsen

Rumänien unterstützt eine Ausweitung des Transits ukrainischen Getreides über den Hafen Constanța. Als vorrangige Zielmärkte gelten Afrika und der Nahe Osten. Die Agrargüter sollen über die EU-Solidaritätskorridore auf Märkte außerhalb der Europäischen Union gelangen. Damit erhielte die Ukraine eine zusätzliche Route, während zugleich weniger Ware im Binnenmarkt der EU verbleiben würde.

Nach Angaben von Știripesurse.ro wurde der Vorschlag kürzlich in der Republik Moldau bei einem Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, des rumänischen Präsidenten Nicușor Dan und der moldauischen Präsidentin Maia Sandu erörtert. Rumäniens Außenministerin Oana Țoiu erklärte, größere ukrainische Getreidelieferungen könnten zur Dämpfung der weltweiten Lebensmittelpreise beitragen. Der globale Getreidepreisindex liege derzeit etwa 6-7 % über dem Vorjahresniveau.

Bukarest vertritt die Position, dass ukrainisches Getreide Rumänien passieren und anschließend in Drittländer gelangen soll, ohne sich im EU-Markt anzusammeln. Das ist für europäische Erzeuger wichtig, die bereits unter zusätzlichem regionalem Angebot leiden. Ukrainische Exporteure benötigen zugleich stabile Zugänge zu Käufern, solange die Schwarzmeerlogistik gestört bleibt. Steigende Umschlagmengen könnten Constanțas Stellung als regionales Zentrum für Agrarexporte weiter stärken.

Störungen im Schwarzen Meer prägen Preise und Wettbewerb

Agrointel.ro zufolge werden russische und ukrainische Weizenexporte über das Schwarze Meer weiterhin stark durch Angriffe beeinträchtigt. Auch politische Signale lösten deutliche Kursbewegungen aus: Der Dezember-Kontrakt für MATIF-Weizen fiel um 3,2 % auf 248,50 Euro je Tonne, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin über die Möglichkeit eines Friedensabkommens gesprochen hatte. Konkrete Anzeichen für eine militärische Deeskalation gebe es laut der Publikation jedoch nicht. Die physischen Getreidepreise auf DAP-Basis in Constanța blieben vergleichsweise stabil.

Europäischer Mais folgte dem Weizen nach unten. Der November-Kontrakt an der Euronext sank um 2 Euro auf 272 Euro je Tonne. Schwache Ernteaussichten in der EU nach sommerlicher Dürre und Hitze, ein voraussichtlich höherer europäischer Importbedarf und das begrenzte Exportangebot aus der Schwarzmeerregion bremsten den Rückgang. Dezember-Mais in Chicago schloss bei rund 208 Dollar je Tonne, während ukrainischer Mais im Inland für 130-150 Dollar je Tonne gehandelt wurde. Als weitere Stützungsfaktoren nannte Agrointel.ro sinkende Weltbestände, hohe Düngemittelkosten und eine stärkere Nachfrage der Biokraftstoffindustrie.

Saudi-Arabiens Ausschreibung testet regionale Anbieter

Saudi-Arabien hat eine Ausschreibung über 535.000 Tonnen Weizen zur Lieferung im November und Dezember gestartet. Das Land war in der Saison 2025/26 der größte Importeur rumänischen Weizens, weshalb der Auftrag für rumänische Exporteure besonders relevant ist. Händler rechnen mit Angeboten aus Rumänien, Bulgarien, Deutschland, Polen, Nordamerika und Australien. Auch russischer Weizen könnte konkurrieren, doch Lieferungen aus baltischen Häfen verursachen höhere Transportkosten. Steigende Seefrachtraten und die Umfahrung regionaler Spannungsgebiete werden die Beschaffungsentscheidung beeinflussen. Die Ausschreibung und der geplante Ausbau des ukrainischen Transits verdeutlichen Constanțas Doppelrolle: Der Hafen ist Absatzweg für rumänische Ernten und Logistiktor für ukrainisches Getreide auf dem Weg zu Märkten außerhalb der EU.

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