Rumänien startet Solar- und Speicherprogramme über 650 Millionen Euro
Rumänien startet zwei Programme des Modernisierungsfonds über insgesamt 650 Millionen Euro für Solaranlagen und Batteriespeicher öffentlicher Einrichtungen. Förderfähig sind bis zu 100 % der anrechenbaren Kosten, begrenzt auf 10 Millionen Euro je Begünstigten.
Zwei Programme zielen auf den Eigenverbrauch
Rumänien öffnet zwei Programme des Modernisierungsfonds mit einem Gesamtbudget von 650 Millionen Euro. Öffentliche Einrichtungen sollen damit erneuerbaren Strom für den Eigenverbrauch erzeugen und speichern können. Ministerpräsident Ilie Bolojan habe die Verordnungen zum Start der Förderung unterzeichnet, berichtete Stiripesurse.ro.
Das größere Programm stellt 500 Millionen Euro für Photovoltaikanlagen in Verbindung mit Batteriespeichern bereit. Projekte können auch Wärmepumpen umfassen, der erzeugte Strom muss jedoch dem Eigenverbrauch dienen. Batterien sind verpflichtend und müssen für eine Betriebsdauer von zwei bis vier Stunden ausgelegt sein.
Ein separates Programm über 150 Millionen Euro richtet sich an öffentliche Einrichtungen, die bereits Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie betreiben. Sie können Batteriespeicher hinter dem Zähler installieren, vor Ort erzeugten Strom speichern und später selbst verbrauchen.
Kommunen, Krankenhäuser und Hochschulen sind antragsberechtigt
Teilnehmen können Gemeinden, Kreisräte, öffentliche Krankenhäuser, staatliche Universitäten, Sozialzentren und andere öffentliche Einrichtungen. Die Förderung kann bis zu 100 % der anrechenbaren Ausgaben decken, höchstens jedoch 10 Millionen Euro je Begünstigten.
Diese Obergrenze erlaubt großen öffentlichen Energieverbrauchern, Erzeugung, Speicherung und gegebenenfalls Wärmepumpen in einem Projekt zu bündeln. Bei kleineren Einrichtungen kann die vollständige Deckung der anrechenbaren Kosten eine wesentliche Finanzierungshürde beseitigen. Der Zugang hängt allerdings von der Antragsreife und dem noch verfügbaren Budget ab.
Anträge werden nach Eingangsreihenfolge bearbeitet
Die Aufrufe starten am Freitag, dem 11. September. Anträge müssen bis zum 6. November 2026 über die rumänische Agentur zur Finanzierung ländlicher Investitionen AFIR eingereicht werden. Das Verfahren kann früher enden, wenn das Budget ausgeschöpft ist. Maßgeblich ist die Reihenfolge der Einreichung.
Die Projektbewertung ist vom 9. November 2026 bis zum 12. Februar 2027 vorgesehen. Genehmigte Investitionen müssen spätestens am 31. Dezember 2029 fertiggestellt und in Betrieb genommen sein. Nach Abschluss der Bewertung bleiben damit weniger als drei Jahre für Beschaffung, Installation und Netzanschluss.
Speicher stehen im Zentrum der Förderung
Die Vorgabe von Batterien für zwei bis vier Betriebsstunden macht Speicher im 500-Millionen-Euro-Programm zu einem Kernbestandteil neuer öffentlicher Solarprojekte. Das 150-Millionen-Euro-Programm überträgt diesen Ansatz auf Einrichtungen, die bereits erneuerbar erzeugen, den Strom aber noch nicht zeitversetzt nutzen können.
Die Investitionen sollen Energiekosten senken, die Nutzung der eigenen Erzeugung verbessern und das Stromnetz in Zeiten hoher Nachfrage entlasten. Bis 2029 könnten die Programme Nachfrage nach Solarmodulen, Batteriesystemen, Wechselrichtern, Wärmepumpen sowie Planungs- und Installationsleistungen schaffen. Wie stark dezentrale Erzeugungs- und Speicherkapazitäten tatsächlich wachsen, hängt von Zahl und Umfang der genehmigten Projekte ab; dazu enthält die Ankündigung keine Angaben.