Rumänien deckte 2024 77 % seines Ölbedarfs über Importe – zweitniedrigste Quote in Europa
Nach Eurostat-Daten, die b1tv.ro zitiert, lag Rumäniens Abhängigkeit von Rohölimporten 2024 bei 77 % – niedriger ist nur Dänemark mit 58,1 %, deutlich unter dem EU-Wert von 96,6 %. Die heimische Förderung deckt weiterhin rund ein Viertel des Bedarfs, wichtigste externe Quelle ist Kasachstan. Die nationale Statistik weist für 2025 Importe von rund 8,9 Millionen Tonnen bei einem Verbrauch von etwa 11,4 Millionen Tonnen aus.
Rumänien deckte 2024 77 % seines Ölbedarfs über Importe, den Rest lieferte die heimische Förderung – das zeigen Eurostat-Zahlen, die b1tv.ro zitiert. Damit liegt das Land europaweit auf Platz zwei unter den Staaten mit der geringsten Abhängigkeit von Rohölimporten, hinter Dänemark.
Rumäniens Platz im europäischen Ranking
Die niedrigste Importabhängigkeit verzeichnete 2024 Dänemark mit 58,1 %. Rumänien folgte mit 77 %, dahinter Ungarn mit 83,5 %, Italien mit 89,8 %, Deutschland mit 96,9 % und Frankreich mit 99,8 %. Zwischen dem oberen und dem unteren Ende der Tabelle liegen mehr als 40 Prozentpunkte, und ausschlaggebend ist vor allem eine Größe: ob ein Land noch eigenes Öl fördert.
- Dänemark – 58,1 %
- Rumänien – 77 %
- Ungarn – 83,5 %
- Italien – 89,8 %
- Deutschland – 96,9 %
- Frankreich – 99,8 %
Der Indikator misst den Anteil der Energienachfrage, der durch Käufe im Ausland gedeckt wird, nicht die importierte Tonnage. Ein Land kann große Rohölmengen einführen und trotzdem eine vergleichsweise niedrige Quote ausweisen, wenn es über eigene Produktion verfügt. Rumäniens Position beruht auf der heimischen Förderung, die weiterhin etwa ein Viertel der Nachfrage abdeckt.
EU-Summe: 471,3 Millionen Tonnen aus Drittländern
Die EU-Mitgliedstaaten kauften 2024 471,3 Millionen Tonnen Rohöl außerhalb der Union, während die Förderung innerhalb der EU 15,5 Millionen Tonnen erreichte. Für den Block insgesamt ergibt sich eine Importabhängigkeit von 96,6 % – knapp 20 Prozentpunkte über dem rumänischen Wert.
Die größten Mengen an Öl und Ölprodukten, die auf den Markt gelangten, meldeten die Niederlande mit 138,3 Millionen Tonnen. Deutschland folgte mit 117,8 Millionen Tonnen, Spanien mit 85,8 Millionen, Frankreich mit 82,4 Millionen und Italien mit 73,3 Millionen. Der niederländische Wert spiegelt die Rolle des Landes als Raffinerie- und Verteilzentrum für andere europäische Märkte wider, die Menge entspricht dort also nicht dem Inlandsverbrauch.
Rumänische Mengen und kasachisches Rohöl
Für 2025 wies das Nationale Institut für Statistik Importe von rund 8,9 Millionen Tonnen Öl aus, bei einem geschätzten Verbrauch von etwa 11,4 Millionen Tonnen. Wichtigste externe Rohölquelle für den rumänischen Markt ist Kasachstan.
Von Januar bis April 2026 entfielen laut Daten des Nationalen Instituts für Statistik rund 72,8 % der insgesamt verfügbaren Ölressourcen Rumäniens auf Importe. Diese Kennzahl erfasst die verfügbaren Gesamtressourcen und nicht die Energienachfrage, ist also mit der Eurostat-Quote nicht direkt vergleichbar, weist aber in dieselbe Richtung: Heimisches Öl trägt weiterhin einen sichtbaren Teil der Bilanz.
Der Preiskanal bleibt derselbe
In denselben vier Monaten 2026 überschritt Brent die Marke von 100 US-Dollar je Barrel, nachdem Schiffe im Bereich der Straße von Hormus angegriffen worden waren; der Preis lag damit 65,7 % über dem Stand von Ende 2025. Importabhängige Raffineriesysteme tragen diese Bewegung unmittelbar über die Beschaffungskosten für Rohöl.
Fast zwei Drittel des in der EU verbrauchten Öls entfallen auf den Verkehrssektor, weshalb sich veränderte Notierungen in Kraftstoffpreisen, in der Luftfahrt und in den Kosten des Gütertransports niederschlagen. b1tv.ro verweist unter Berufung auf Euronews darauf, dass der hohe Importanteil den rumänischen Binnenmarkt preis- und lieferstromempfindlich hält – trotz des Platzes am unteren Ende der Abhängigkeitstabelle.