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Rumäniens neue Haushaltsstromtarife könnten im Herbst um bis zu 0,50 Lei/kWh steigen

Neue Stromverträge mit zwölf Monaten Laufzeit könnten für rumänische Haushalte gegenüber Herbst 2025 um 0,25-0,50 Lei/kWh teurer werden, erwartet der Verband für intelligente Energie. Im Basisszenario steigt der Endpreis auf fast 1,67 Lei/kWh und die Monatsrechnung bei 200 kWh Verbrauch um rund 74 Lei.

Rumäniens neue Haushaltsstromtarife könnten im Herbst um bis zu 0,50 Lei/kWh steigen

Neue Angebote spiegeln höhere Großhandelskosten wider

Rumänische Haushalte, die im Herbst Stromverträge mit zwölf Monaten Laufzeit abschließen oder verlängern, müssen mit deutlich höheren Preisen als im Herbst 2025 rechnen. Nach einer Neubewertung des Verbands für intelligente Energie (AEI) dürften neue Angebote im Wettbewerbsmarkt einschließlich Mehrwertsteuer um 0,25-0,50 Lei/kWh steigen.

Das Basisszenario des AEI geht von einem Anstieg um etwa 0,37 Lei/kWh aus. Dadurch würde der durchschnittliche Endpreis von 1,30 Lei/kWh auf fast 1,67 Lei/kWh steigen. Cotidianul zufolge entstand die Schätzung vor dem Hintergrund des verlängerten Alarmzustands am Energiemarkt, volatiler Erdgasnotierungen und der Wechselkursentwicklung.

Verbandspräsident Dumitru Chisăliță führt den erwarteten Anstieg der Endkundenpreise vor allem auf den Großhandelsmarkt zurück. Offizielle Daten des rumänischen Strommarktbetreibers OPCOM zeigen, dass der Monatsdurchschnitt am Day-Ahead-Markt von 409,45 Lei/MWh im August 2025 auf 793,19 Lei/MWh im August 2026 stieg. Im September erhöhte sich der vergleichbare Preis von 506,05 auf 917,36 Lei/MWh.

Terminkäufe tragen den größten Anteil

Nach Schätzung des AEI entfallen fast 43 % des erwarteten Anstiegs der Haushaltsendpreise auf Stromkäufe am Terminmarkt. Diese Beschaffung deckt etwa 65 % des benötigten Verbrauchs. Ein weiteres Viertel des Gesamtanstiegs stammt aus Käufen am Spotmarkt, wodurch die Versorger sowohl höheren Durchschnittskosten als auch kurzfristigen Schwankungen ausgesetzt sind.

Auch höhere Übertragungs- und Verteilnetzentgelte fließen in die neuen Angebote ein. Weitere Bestandteile sind die Kosten für den Ausgleich des Verbrauchs in Spitzenzeiten sowie operative Verluste aus dem Jahr 2026, darunter von Nuclearelectrica nicht gelieferte Strommengen. Zudem berücksichtigen die Versorger Risikoprämien für Marktvolatilität, die Abwertung des rumänischen Leu und das in Bankgarantien gebundene Kapital.

Der jeweilige Mix aus vertraglich gesichertem Strom und Spotmarktengagement führt dazu, dass die Erhöhungen je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen. Unternehmen mit älteren, günstigeren Beschaffungspositionen können niedrigere Tarife anbieten. Versorger mit stärkerem Engagement am freien Markt und höheren Risikokosten dürften sich dagegen dem oberen Ende der AEI-Spanne nähern.

Monatsrechnungen könnten um 50-100 Lei steigen

Im günstigen Szenario des AEI steigt der Endkundenpreis um 0,25 Lei/kWh auf 1,55 Lei/kWh. Ein Haushalt mit einem Monatsverbrauch von 200 kWh müsste 50 Lei mehr zahlen. Voraussetzung ist, dass der Versorger Strom frühzeitig zu vorteilhaften Preisen beschafft hat und nur begrenzte Marktrisiken trägt.

Das Basisszenario hält der AEI angesichts der umfangreichen Erneuerung von Beschaffungsverträgen für am wahrscheinlichsten. Es ergibt einen Endpreis von 1,67 Lei/kWh. Bei einem Monatsverbrauch von 200 kWh würde sich die Haushaltsrechnung um rund 74 Lei erhöhen.

Im ungünstigsten Szenario führen ein hohes Engagement im Wettbewerbsmarkt und erhöhte Risikokosten zu einem Aufschlag von 0,50 Lei/kWh, sodass der Endpreis 1,80 Lei/kWh erreicht. Der AEI beziffert dies auf einen Anstieg von 27 %, entsprechend zusätzlichen 100 Lei je 200 kWh Verbrauch. Damit wird die Beschaffungsstrategie der Versorger zu einem entscheidenden Faktor für die Haushaltskosten, während der starke OPCOM-Preisanstieg auf anhaltenden Druck im rumänischen Strommarkt hinweist.

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