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Rumänien drohen höhere Gas- und Strompreise im Winter 2026-2027

Rumäniens Gasmarkt dürfte im Winter 2026-2027 angespannter werden, auch wenn eine vollständige Versorgungskrise nicht als Basisszenario gilt. Der Energieexperte Dumitru Chisăliţă erwartet je nach Speicherstand, Importkosten und Belastung des Stromsystems um 3-20 % höhere Stromangebote.

Rumänien drohen höhere Gas- und Strompreise im Winter 2026-2027

Angespannter Gasmarkt ohne zwangsläufige Versorgungskrise

Rumänien steht im Winter 2026-2027 vor einer schwierigeren Lage am Gasmarkt, ohne dass daraus zwangsläufig eine umfassende Krise entstehen muss. Zu dieser Einschätzung kommt Dumitru Chisăliţă, Präsident des Verbands für intelligente Energie. In seiner von Adevărul und Agerpres wiedergegebenen Analyse nennt er Wetter, internationale Preise und Speicherstände als die drei zentralen Risiken der kommenden Heizperiode.

Einige Prognosen deuten darauf hin, dass der nächste Winter härter ausfallen könnte als der Zeitraum von 2025 bis Februar 2026. Gleichzeitig weist die Entwicklung der internationalen Gaspreise, insbesondere am niederländischen Referenzmarkt TTF, auf deutlich höhere Preise als im vergangenen Winter hin. Nach Angaben von Chisăliţă liegt der gegenwärtige Anteil des eingespeicherten Gases weltweit und in Europa zudem deutlich unter dem Niveau früherer Jahre.

Diese Faktoren könnten die Fähigkeit des Marktes schwächen, zusätzliche Nachfrage bei kaltem Wetter oder Lieferunterbrechungen aufzufangen. Niedrigere Vorräte würden Rumänien und den gesamten europäischen Markt anfälliger machen, während höhere Gasgroßhandelspreise auch die Kosten der Stromerzeugung steigern. Chisăliţă erwartet deshalb einen Winter mit höheren Risiken und Preisen, nicht zwangsläufig einen Versorgungsengpass.

Stromversorger bereiten neue Angebote vor

Die Folgen dürften über die Gasrechnung hinausgehen. Rumänische Stromversorger bereiten nach der Liberalisierung des Energiemarktes im August vergangenen Jahres neue Kundenangebote vor. Die meisten Verträge wurden für ein Jahr geschlossen, sodass die Unternehmen nun die Kosten und Marktbedingungen des abgelaufenen Zeitraums in ihre neuen Preise einrechnen müssen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 verzeichnete Rumänien laut Chisăliţă nach Italien die zweithöchsten Preise am europäischen Day-Ahead-Strommarkt. Versorger verkaufen Strom in der Regel über Festpreisverträge, die erwartete Kosten und Risiken abdecken. Bereits entstandene Ausgaben am Day-Ahead-Markt und für den Systemausgleich dürften daher über die nächste Angebotsrunde zurückgeholt werden.

Hinzu kommen Kosten aus einer Situation, die Chisăliţă als beispiellose Krise des Energiesystems bezeichnete. Da die Versorger diese Belastungen zunächst finanzieren, werden sie versuchen, die Beträge über künftige Kundenpreise auszugleichen. Die anhaltende Unsicherheit könnte außerdem zu höheren Risikoaufschlägen führen, um eine erneute Phase knapper Systemreserven und teurer Stromimporte abzudecken.

Drei Szenarien ergeben Steigerungen von 3-20 %

Der Verband für intelligente Energie untersuchte drei Szenarien für den Zeitraum August 2026 bis Juli 2027. Im günstigsten Fall steigen die Stromangebote um 3-5 %. Dieses Szenario berücksichtigt die Day-Ahead-Preisentwicklung im ersten Halbjahr 2026 und geht davon aus, dass die aktuelle Anspannung ohne schwere Störungen oder einen weiteren starken Preissprung endet.

Das schwierigere Szenario unterstellt etwa drei Wochen, in denen die Nachfrage das Angebot übersteigt und dadurch Day-Ahead-Preise sowie Ausgleichskosten steigen. Unter diesen Bedingungen könnten die Angebote gegenüber dem aktuellen Durchschnittspreis um schätzungsweise 10-15 % zulegen. Betroffen wären Haushalte und Unternehmen, die ihre Festpreisverträge erneuern.

Das pessimistische Szenario verbindet drei Wochen Systemausgleich nahe den betrieblichen Grenzen mit teuren Stromimporten und nur teilweise gefüllten Gasspeichern. Ein geringeres Gasangebot und höhere Gaspreise würden sich dann auf Stromerzeugung und Endkundenangebote übertragen. Chisăliţă rechnet unter diesen Bedingungen für August 2026 bis Juli 2027 mit Steigerungen von 15-20 %, womit Speicherbefüllung und Großhandelspreise zu entscheidenden Indikatoren für rumänische Verbraucher und Energieunternehmen werden.

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