Rumänien sucht Finanzierung für Vorkauf von Neptun-Deep-Gas über 2,43 Milliarden €
Rumänien bereitet einen Finanzierungsmechanismus vor, damit die staatliche Reservebehörde über sieben Jahre 49,9 TWh Offshore-Gas von OMV Petrom kaufen kann. Dafür wären rund 2,43 Milliarden € vor Mehrwert- und Verbrauchsteuern nötig; auch die ungarische MVM interessiert sich für die Ressourcen.
Staatsbehörde fehlen die Mittel für den Kauf
Rumänien bereitet einen Finanzierungsmechanismus vor, um das staatliche Vorkaufsrecht auf Erdgas auszuüben, das OMV Petrom aus Offshore-Erdölgebieten angeboten hat. Nach Angaben von Ziare.com verfügt die Nationale Verwaltung für Staatsreserven und besondere Angelegenheiten, ANRSPS, derzeit nicht über die für den Erwerb erforderlichen Mittel.
Der geplante Mechanismus soll ANRSPS ermöglichen, über sieben Jahre Gas im Wert von rund 12,8 Milliarden Lei zu kaufen. Die Initiative fällt mit dem Interesse des ungarischen Energiekonzerns MVM an diesen Ressourcen zusammen. Die vorliegende Quelle nennt weder die von MVM angestrebte Menge noch deren kommerzielle Bedingungen.
Gegenstand der Transaktion ist eine Gaslieferung von OMV Petrom und nicht der Verkauf der Unternehmensbeteiligung am Projekt Neptun Deep. Der Finanzierungsvorschlag soll dem rumänischen Staat die haushaltsrechtliche Ermächtigung verschaffen, die er zur Nutzung seines gesetzlichen Vorkaufsrechts benötigt.
Angebot umfasst 49,9 TWh über sieben Jahre
Laut einer von Ziare.com zitierten Begründung legte OMV Petrom das Angebot am 8. Mai 2026 als Inhaberin von Erdölvereinbarungen für Offshore-Gebiete vor. Es umfasst 49,9 TWh Erdgas beziehungsweise 49.900.000 MWh.
Der angegebene Preis beträgt 48,752 € je MWh. Bei einem Wechselkurs von 5,2581 Lei je Euro würde ANRSPS für den Erwerb der angebotenen Menge über sieben Jahre rund 2.432.724.800 € beziehungsweise 12.791.510.270 Lei benötigen. Beide Beträge verstehen sich ohne Mehrwert- und Verbrauchsteuern.
Diese Verpflichtung liegt deutlich über den bestehenden Jahresmitteln der Behörde. Der Haushalt 2026 sieht 656,5 Millionen Lei an Haushaltsmitteln und 743,2 Millionen Lei an Verpflichtungsermächtigungen vor, wie Ziare.com unter Berufung auf Profit.ro berichtet. Die Differenz erklärt den Bedarf an einer gesonderten mehrjährigen Finanzierung.
Regierung bereitet Haushaltsermächtigung vor
Ein Entwurf würde ANRSPS im Jahr 2026 ermächtigen, die Verpflichtungsermächtigungen für Offshore-Gaskäufe in den eigenen Haushalt aufzunehmen. Die Käufe sollen auf Grundlage des staatlichen Vorkaufsrechts nach Artikel 21 Absatz 4 des neu veröffentlichten Gesetzes Nr. 256/2018 erfolgen.
Die erforderlichen Verpflichtungsermächtigungen sollen im Haushaltskapitel für allgemeine wirtschaftliche, kommerzielle und arbeitsmarktbezogene Maßnahmen verbucht werden, dort unter den nichtfinanziellen Vermögenswerten und der Position für strategische Bestände, Staats- und Mobilisierungsreserven. Für Rumänien würde die Entscheidung ein gesetzliches Recht bei Offshore-Gasverkäufen in ein finanziertes Beschaffungsprogramm überführen. Für OMV Petrom und andere Interessenten ist entscheidend, ob der Staat die Ermächtigung und Finanzierung abschließt, um die angebotenen 49,9 TWh zu den genannten Konditionen abzunehmen.