Rumänien setzt Dürrehilfe für Mais und Sonnenblumen auf 333 Lei je Hektar fest
Die rumänische Regierung hat für Mais- und Sonnenblumenflächen, die von der Dürre 2025 geschädigt wurden, eine Beihilfe von 333 Lei je Hektar beschlossen, rund 63 Euro. Das Programm umfasst 155,36 Millionen Lei, je zur Hälfte aus EU- und nationalen Mitteln. Betroffen waren 273.276 Hektar Mais und 280.685 Hektar Sonnenblumen bei geschätzten Einkommensverlusten von 210 bis 890 Euro je Hektar.
Die rumänische Regierung hat die Entschädigung für Mais- und Sonnenblumenkulturen, die von der Dürre des Jahres 2025 geschädigt wurden, auf 333 Lei je Hektar festgesetzt, umgerechnet rund 63 Euro. Landwirte halten den Betrag für weit von ihren Produktionskosten entfernt. Beschlossen wurde die Maßnahme in der Kabinettssitzung vom Freitag, dem 18. September, wie Adevarul berichtet.
Nach Zahlen des Landwirtschaftsministeriums, die Adevarul zitiert, wurden 273.276 Hektar Mais und 280.685 Hektar Sonnenblumen geschädigt — insgesamt mehr als eine halbe Million Hektar. Weitere Kulturen waren ebenfalls betroffen, erhalten aber überhaupt keine Entschädigung.
Das Paket hat einen Umfang von 155,36 Millionen Lei und wird zu gleichen Teilen aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (77,68 Millionen Lei) und dem rumänischen Staatshaushalt (77,68 Millionen Lei) finanziert. Die Auszahlung erfolgt über die nationale Agrarzahlstelle APIA und muss innerhalb der europäischen Zahlungsfrist für diese Maßnahme bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein. Die Regierung erwartet, dass das Geld noch vor Jahresende auf den Konten der Betriebe eingeht.
Gestaffelte Sätze nach Schadensprotokoll
Das Programm richtet sich an Betriebe, deren Mais- und/oder Sonnenblumenkulturen 2025 zu mindestens 30 % und höchstens 100 % geschädigt wurden. Der Referenzbetrag von 333 Lei je Hektar wird nur bei einem Schaden von über 90 % vollständig gezahlt; darunter sinkt die Summe anteilig zum Schadensgrad, der im amtlichen Schadensprotokoll festgehalten ist. Nennt das Protokoll eine Spanne statt eines genauen Prozentwerts, gilt das arithmetische Mittel dieser Spanne.
- Schaden von 30 %, die Mindestschwelle für eine Zahlung: rund 100 Lei je Hektar
- 40 %: 133 Lei je Hektar
- 50 %: 167 Lei je Hektar
- 60 %: 200 Lei je Hektar
- 70 %: 233 Lei je Hektar
- 80 %: 266 Lei je Hektar
- 90 %: 300 Lei je Hektar
- über 90 % bis 100 %: 333 Lei je Hektar
Voraussetzung ist ein Protokoll über Feststellung und Bewertung der Schäden — diese Unterlagen wurden im Sommer und Herbst 2025 erstellt — sowie ein für 2025 bei APIA eingereichter Zahlungsantrag. Die im Protokoll ausgewiesene Schadensfläche darf die von APIA festgestellte Fläche derselben Kultur nicht überschreiten. Antragsberechtigt sind natürliche Personen und eingetragene Einzelunternehmer ebenso wie Handelsgesellschaften, Genossenschaften und Erzeugerorganisationen.
Beihilfe deckt nur einen Bruchteil des geschätzten Verlusts
Ein Betrieb mit 100 vollständig ausgefallenen Hektar erhielte zum Höchstsatz 33.300 Lei, also etwa 6.344 Euro bei dem Kurs von 5,2487 Lei je Euro, der der Berechnung des Programms zugrunde liegt.
Die rumänische Maiserzeugung 2025 wird auf insgesamt 8,96 Millionen Tonnen geschätzt. Die Programmunterlagen beziffern den Einkommensverlust auf 863,744 Millionen Lei bei Mais und 997,762 Millionen Lei bei Sonnenblumen und setzen den Verlust je Hektar je nach Schadensgrad mit 210 bis 890 Euro an. Demgegenüber deckt die Höchstzahlung von rund 63 Euro je Hektar nur einen kleinen Teil des geschätzten wirtschaftlichen Schadens.
Der Betrag wurde mehrfach verändert. Öffentlich war von bis zu 100 Euro je Hektar die Rede, ein Entwurf des Rechtsakts sah eine Obergrenze von 523 Lei je Hektar vor, umgerechnet etwa 100 Euro. Anfang September 2026 erfuhren die Landwirte von einer Obergrenze von nur 100 Lei je Hektar, bevor die dem Kabinett vorgelegte Fassung bei 333 Lei landete. Adevarul, das die rumänische Regelung mit der französischen Unterstützung verglich, berichtet, ein französischer Maisanbauer erhielte in derselben Lage ein Mehrfaches.
Kosten, Pacht und Anbauentscheidungen
Teiu Paunescu, Landwirt im südlichen Kreis Olt, verlor rund 500 Hektar Mais und Sonnenblumen. Gegenüber Adevarul nannte er die Zahlung einen Hohn: Den Direktkosten von 4.000 bis 5.000 Lei je Hektar stehe eine Erstattung von 300 Lei je Hektar gegenüber.
Die Hilfe decke nicht einmal die Pacht an die Grundeigentümer, fügte er hinzu: Gezahlt würden 800, zurückkämen 330. Die meisten Betriebe arbeiteten auf Kredit und kauften Betriebsmittel mit Zahlungsziel; finanzielle Reserven hätten nur wenige.
Aus Furcht vor einem weiteren Trockenjahr halbierte Paunescu seine Mais- und Sonnenblumenfläche für 2026 auf 250 bis 300 Hektar und senkte die Düngung um 50 %. Die Saison verlief dann feucht und günstig; er erntete 6 bis 7 Tonnen Mais je Hektar, während der Rekord auf dieser Fläche bei voller Technologie 12 Tonnen beträgt. Die verringerte Fläche will er auch im kommenden Jahr beibehalten. 80 % des geplanten Rapses sind gesät; ohne Regen gehe der Bestand binnen eines Monats verloren, da das Gebiet nicht bewässert werden könne.
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