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Rumänien beschleunigt Gaseinspeicherung nach Anstieg der Winterpreise auf Dreieinhalbjahreshoch

Rumänien beschleunigt die Befüllung seiner Speicher für den Winter 2026–2027, nachdem die Terminpreise ein Dreieinhalbjahreshoch erreicht haben. Haushalte und Fernwärme werden durch reguliertes Gas aus heimischer Förderung geschützt, während die Industrie dem freien Markt ausgesetzt bleibt.

Rumänien beschleunigt Gaseinspeicherung nach Anstieg der Winterpreise auf Dreieinhalbjahreshoch

Terminpreis erreicht 344 Lei/MWh

Rumänien bereitet sich auf eine kostspielige Heizperiode 2026–2027 vor, nachdem die Gas-Terminpreise auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren gestiegen sind. Laut PS News wurden am 20. August an der rumänischen Warenbörse 46.000 MWh zur Lieferung im letzten Quartal des Jahres für 344 Lei/MWh gehandelt. Das Volumen entsprach rund 0,5 % des jährlichen Gasverbrauchs des Landes. Ein höherer Terminpreis war zuletzt im Januar 2023 erzielt worden, als 3.360 MWh zur Lieferung im Folgemonat für 349 Lei/MWh gehandelt wurden.

Der Anstieg beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Geschäft. PS News zufolge wurde der jüngste Vertrag für die gesamte kommende Kälteperiode im August zu 310 Lei/MWh abgeschlossen. Die rumänischen Notierungen liegen zudem weitgehend auf europäischem Niveau: Am österreichischen CEGH-Hub kostete Gas zur Lieferung im vierten Quartal 67 €/MWh, umgerechnet rund 350 Lei/MWh. Stiripesurse.ro berichtete, dass der TTF-Referenzpreis am 25. August bei etwa 68 €/MWh lag. Das waren rund 16 % mehr als einen Monat zuvor und fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Haushalte erhalten reguliertes Gas aus heimischer Förderung

Haushalte und Fernwärmesysteme sind teilweise vor dem Anstieg der Großhandelspreise geschützt. Energiestaatssekretär Cristian Bușoi erklärte, die benötigten Mengen seien bereits zu einem regulierten Erzeugerpreis von 110 Lei/MWh aus der heimischen Produktion kontrahiert worden, vor allem durch die Bemühungen von Romgaz. Nach der Dringlichkeitsverordnung 12/2026 müssen Produzenten die zugeteilten Mengen vom 1. April 2026 bis zum 31. März 2027 zu diesem Preis liefern.

Die 110 Lei/MWh entsprechen nicht dem Endtarif für Haushalte. Zum Erzeugerpreis kommen regulierte Transport- und Verteilungsentgelte, Steuern und die Vertriebskomponente hinzu. Stiripesurse.ro bezeichnete die Regelung als kontrollierten Preisbildungsmechanismus zur Vermeidung plötzlicher Schocks und nicht als absolute Deckelung der Endrechnung. Industriekunden genießen keinen vergleichbaren Schutz und tragen die Preise des freien Marktes direkt. Bușoi zufolge müssten mögliche Hilfen mit den Marktregeln und dem EU-Beihilferecht vereinbar sein und von nationalen sowie europäischen Finanzierungsmöglichkeiten abhängen.

Speicher müssen steigende Nachfrage abdecken

Rumäniens Speicherfüllstand liegt laut Bușoi über dem EU-Durchschnitt, doch Anfang August war weniger Gas eingelagert als zum gleichen Zeitpunkt in den beiden Vorjahren. Unternehmen mit Speicherpflichten wurden deshalb aufgefordert, die Einspeicherung zu beschleunigen und Vorräte oberhalb des gesetzlichen Minimums aufzubauen. Das europäische Ziel liegt bei mindestens 90 % der Kapazität und kann zwischen dem 1. Oktober und dem 1. Dezember 2026 erreicht werden. Bei Versorgungs- oder Marktproblemen darf es auf 80 % sinken; die Europäische Kommission kann weitere fünf Prozentpunkte Flexibilität gewähren.

Die Binnennachfrage dürfte zunehmen, wenn die Gaskraftwerksprojekte in Mintia, Iernut, Constanța und Arad ans Netz gehen und weitere Haushalte an Gasnetze angeschlossen werden. Die eigene Förderung verschafft Rumänien einen Vorteil: Bușoi bezeichnete das Land als derzeit größten Erdgasproduzenten der EU. Diese Position soll sich festigen, wenn OMV Petrom und Romgaz 2027 die Förderung bei Neptun Deep aufnehmen. Das Schwarzmeerprojekt umfasst Investitionen von bis zu 4 Milliarden €, rund 100 Milliarden Kubikmeter förderbare Ressourcen und eine mögliche Plateauproduktion von etwa acht Milliarden Kubikmetern jährlich. Bis dahin hängt die Wintersicherheit von der bestehenden Förderung, dem Speichertempo und einem europäischen Markt ab, der mit Asien um LNG konkurriert.

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