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Rumäniens Autoindustrie verliert 18.000 Stellen bei sinkenden Aufträgen

Die Beschäftigung in Rumäniens Autoindustrie sank bis April 2026 auf 132.000, nachdem seit Januar 2025 mehr als 18.000 Stellen weggefallen waren. Schwächere europäische Aufträge, steigende Produktionskosten und die geringere Nachfrage in China belasten Hersteller und Zulieferer.

Rumäniens Autoindustrie verliert 18.000 Stellen bei sinkenden Aufträgen

Beschäftigung fällt auf 14-Jahres-Tief

Rumäniens Autoindustrie verliert im Durchschnitt rund 1.200 Beschäftigte pro Monat. Sinkende Produktion und rückläufige Bestellungen aus den wichtigsten europäischen Märkten zwingen Hersteller und Zulieferer, ihre Kapazitäten zu verringern. Laut Antena 3 sank die Beschäftigtenzahl bis Ende April 2026 auf 132.000 und damit auf den niedrigsten Stand seit 2012.

Der Rückgang hat einen erheblichen Teil des Wachstums nach der Finanzkrise zunichtegemacht. Die Beschäftigung stieg von rund 113.000 im Jahr 2010 auf mehr als 206.000 am Höhepunkt 2018. Von Termene.ro zusammengestellte und von Jurnalul veröffentlichte Daten zeigen, dass die Branche seither rund 73.000 Stellen verloren hat. Allein zwischen Januar 2025 und April 2026 entfielen mehr als 18.000 Arbeitsplätze, knapp 12% der zu Beginn dieses Zeitraums rund 150.000 Beschäftigten.

Der Stellenabbau verlief ungleichmäßig, aber kontinuierlich. Im Juli 2025 gingen 1.800 Arbeitsplätze verloren, im Januar 2026 waren es 3.100 und damit so viele wie in keinem anderen erfassten Monat. Im Februar verlangsamte sich der Abbau auf 600 und im März auf 300 Stellen, bevor er sich im April wieder auf 1.300 beschleunigte.

Zulieferer von europäischen Produktionskürzungen abhängig

Rumäniens Abhängigkeit reicht über die Endmontage hinaus. Ein großer Teil der heimischen Branche produziert Kabelbäume, Sitze, elektronische Systeme und Gussteile für große europäische Autobauer. Produktionskürzungen in Stuttgart, München oder Wolfsburg führen deshalb unmittelbar zu weniger Aufträgen und Stellen bei rumänischen Zulieferern, wie Antena 3 hervorhebt. Deutschland ist für die Branche besonders wichtig.

Die Produktionsdaten zeigen, dass die Schwäche inzwischen auch die Fertigung erfasst. 2022 und 2023 lag die rumänische Autoproduktion 10% bis 17% über dem Durchschnitt von 2021 und glich die Stagnation in anderen Teilen des verarbeitenden Gewerbes aus. Anfang 2026 fiel der Produktionsindex der Autobranche jedoch auf 91,2 gegenüber dem Durchschnitt von 2021 und damit unter den Gesamtindex des verarbeitenden Gewerbes von 97,5.

Die Unternehmen kämpfen zugleich mit höheren Energie- und Arbeitskosten sowie der Konkurrenz aus Ländern mit billigeren Arbeitskräften. Adrian Sandu, Generalsekretär des rumänischen Automobilherstellerverbands, verwies gegenüber Antena 3 auf die Folgen der Pandemie, des Halbleitermangels, des Russland-Ukraine-Konflikts und steigender Energiepreise. Auch die europäische Vorgabe, ab 2035 nur noch Fahrzeuge mit null Kohlendioxidemissionen zuzulassen, zwinge die Unternehmen zur Neuaufstellung.

Nachfrage in Europa und China bestimmt den Ausblick

Rumäniens Abschwung hängt mit dem breiteren Druck auf europäische Autobauer zusammen. Jurnalul berichtete unter Berufung auf Bloomberg, dass der Absatz der Marken BMW und Mini in China im zweiten Quartal um 30% sank, während die dortigen Auslieferungen der Volkswagen Group um 37% zurückgingen. Chinesische Hersteller unter Führung von BYD gewinnen bei Elektroautos weiter Marktanteile. Auch Porsche und Mercedes-Benz nannten die schwächere China-Nachfrage, hohe Energie- und Arbeitskosten in Europa sowie US-Importzölle als Belastungen.

Die europäischen Konzerne reagieren mit Kostensenkungen. Volkswagen bereitet eine Verkleinerung seiner Modellpalette um bis zu 50% vor. Umfangreichere Entlassungen und Werksschließungen in Deutschland hatten in der vorgelegten Form jedoch noch keine Zustimmung des Aufsichtsrats. BMW senkte seinen Finanzausblick für 2026 und will sein Sparprogramm beschleunigen. Der Vorstandsvorsitzende der Renault Group bezeichnete das Rumäniengeschäft als eine der größten Herausforderungen seiner Geschichte.

Es gibt einzelne Gegenbewegungen: BMW steigerte den Absatz in den Vereinigten Staaten und Europa, während Volkswagen im zweiten Quartal mehr Fahrzeuge in Europa und Nordamerika auslieferte. Volkswagens europäischer Auftragsbestand für Elektroautos lag mehr als 50% über dem Stand vom Ende des vergangenen Jahres. BMW meldete zudem annähernd 100.000 Bestellungen für den elektrischen iX3. Für Rumänien bleiben die unmittelbaren Risiken dennoch hoch. Bei anhaltendem Beschäftigungstrend könnte die Mitarbeiterzahl bis Jahresende unter 130.000 fallen. Jurnalul zufolge besteht zudem das Risiko, dass die Jahresproduktion unter 500.000 Fahrzeuge sinkt.

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