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RSPO-Mitglieder könnten nachhaltiges Palmöl auf fast 40 % des Weltangebots bringen

RSPO-Mitglieder verfügen über Kapazitäten für 31,4 Millionen Tonnen zertifiziertes nachhaltiges Palmöl, verkauften 2025 aber 16,2 Millionen Tonnen. Weitere Plantagenzertifizierungen könnten den Anteil von CSPO am Weltangebot auf nahezu 40 % erhöhen.

RSPO-Mitglieder könnten nachhaltiges Palmöl auf fast 40 % des Weltangebots bringen

Zertifizierte Verkäufe erreichen 20 % des Weltangebots

Die Mitglieder des Roundtable on Sustainable Palm Oil können 31,4 Millionen Tonnen zertifiziertes nachhaltiges Palmöl, kurz CSPO, produzieren. Das geht aus dem Wirkungsbericht 2026 der Organisation hervor. Tatsächlich verkauft wurden 2025 insgesamt 16,2 Millionen Tonnen, was 20 % des weltweiten Palmölangebots entspricht. Die Differenz zwischen zertifizierter Produktionskapazität und Absatz lässt laut RSPO erheblichen Spielraum für Marktwachstum.

RSPO-Geschäftsführer Joseph D'Cruz erklärte, die angeschlossenen Erzeuger könnten fast 40 % der weltweiten Nachfrage abdecken. Wenn weitere Plantagen der Mitgliedsunternehmen an den RSPO-Standard angepasst werden, könnte der CSPO-Anteil am globalen Angebot nach Einschätzung der Organisation auf nahezu 40 % steigen. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Zertifizierung: Verarbeiter, Konsumgüterhersteller und Einzelhändler müssen auch ihre Nachfrage nach physisch zertifiziertem Öl und Nachhaltigkeitsgutschriften ausweiten.

Lateinamerika und Afrika tragen zum Wachstum bei

Lateinamerika zählt zu den Regionen mit dem größten Ausbaupotenzial. RSPO-Mitglieder stehen dort für nahezu 75 % der gesamten Palmölproduktion, während 2024 erst 29,3 % der regionalen Erzeugung RSPO-zertifiziert waren. Damit befindet sich ein erheblicher Teil der noch nicht zertifizierten Produktion bereits in den Betrieben von Mitgliedern. Eine Umstellung dieser Mengen könnte Käufern mehr zertifizierte Bezugsquellen außerhalb der etablierten asiatischen Produktionsbasis eröffnen.

In Afrika nahm das Angebot dem Bericht zufolge um 46,23 % zu. Zugleich stieg die weltweite RSPO-Mitgliederzahl auf 6.280 Organisationen in 103 Ländern und Gebieten. Das stärkste Mitgliederwachstum verzeichneten China, Indonesien und Japan. Dies zeigt eine breitere Beteiligung in Asien, sowohl in einem wichtigen Erzeugerland als auch in großen Verbrauchermärkten. Mehr Mitglieder können die Zertifizierungsbasis vergrößern; der wirtschaftliche Nutzen hängt aber vom tatsächlichen Kauf von CSPO und Gutschriften ab.

Klimaschutz, Flächenerhalt und Einkommen von Kleinbauern

RSPO-Mitglieder schützen inzwischen 551.637 Hektar wichtiger Flächen. Dazu gehören Gebiete mit hohem Schutzwert, Flächen mit hohen Kohlenstoffbeständen und Torfgebiete. In Westkalimantan in Indonesien bemüht sich Bumitama Agri Ltd im Rahmen seines Biodiversitäts- und Gemeinschaftsprojekts um den rechtlichen Schutz von mehr als 8.300 Hektar. Seit 2015 haben die Wiederherstellung von Torfgebieten und Maßnahmen wie die Methanerfassung aus Abwässern von Palmölmühlen die jährlichen Treibhausgasemissionen laut RSPO um zusammen 2,98 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent verringert.

Zertifizierte Betriebe beschäftigen direkt 661.219 Menschen und nutzen Systeme, die deren Rechte und Freiheiten schützen sollen. Unabhängige Kleinbauern erzielten 2025 mit dem Verkauf von Nachhaltigkeitsgutschriften 7,9 Millionen $. Seit 2013 profitierten 44.796 Kleinbauern von Schulungs- und Förderprogrammen der RSPO. Nach Angaben der Organisation setzt ein dauerhaft tragfähiges Gutschriftenmodell eine breitere weltweite Nachfrage voraus, die den Wert der Gutschriften und die Vergütung der Landwirte stützt. Das Wachstum ist daher ebenso eine Nachfrage- wie eine Zertifizierungsfrage: Verfügbare Kapazitäten benötigen Käufer, die für nachweisbar nachhaltige Produktion zahlen.

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