Rohreis in Rio Grande do Sul bleibt bei rund 90 R$ je Sack — Exportnachfrage setzt den Preis
Die Rohreispreise in Rio Grande do Sul bleiben fest: Geschäfte für Schiffsverladungen wurden im Hafen von Rio Grande zuletzt nahe 90 R$ je 50-kg-Sack abgeschlossen, berichtet Itatiaia unter Berufung auf Cepea. Erzeuger in Hafennähe weiteten ihr Angebot aus, während ein Teil der heimischen Mühlenindustrie aus den Verhandlungen ausstieg. Im August stiegen sowohl die Reisverarbeitung im Bundesstaat als auch die Verbraucherpreise.
Die Preise für Rohreis in Rio Grande do Sul bleiben fest, weil Exporteure und heimische Mühlen um dieselbe Ware konkurrieren. Das berichtet das Portal Itatiaia unter Berufung auf das Zentrum für fortgeschrittene Studien der angewandten Wirtschaft (Cepea). Rio Grande do Sul ist Brasiliens wichtigster Reisanbaustaat, und das Preissignal aus seinem Exportterminal gibt derzeit auch dem Binnenmarkt die Richtung vor.
Nach Angaben von Cepea wurden Geschäfte im Zusammenhang mit Schiffsverladungen in den vergangenen Tagen zu Werten nahe 90 R$ je 50-Kilogramm-Sack im Hafen von Rio Grande abgeschlossen. Das entspricht 1.800 R$ je Tonne Rohreis. Neben der Exportnachfrage stützen laut dem Forschungszentrum zwei weitere Faktoren den Markt: der direkte Wettbewerb zwischen Binnen- und Exportkanal um denselben Rohstoff sowie die Erwartung staatlicher Aufkäufe.
Erzeuger in Hafennähe verkaufen stärker
Das Preisniveau am Hafen holte Ware aus den Lagern der Betriebe. Cepea zufolge weiteten die Erzeuger ihr Angebot aus, vor allem in den Regionen nahe dem Terminal. Diese geografische Konzentration folgt der Frachtlogik einer hafengetriebenen Preisbewegung: Je kürzer der Weg nach Rio Grande, desto mehr vom Exportpreis kommt am Hof an. Betriebe weiter im Landesinneren sehen dieselbe Notierung, behalten davon aber weniger.
Das zusätzliche Volumen brach den Markt nicht. Cepea bezeichnet die Rohreispreise im Bundesstaat weiterhin als fest — die Nachfrage hat das Mehrangebot also aufgenommen, statt davon gesättigt zu werden.
Heimische Mühlen ziehen sich aus den Verhandlungen zurück
Ein Teil der heimischen Industrie hat seine Beteiligung an den Verhandlungen zurückgefahren, so Cepea, weil es schwerfällt, mit den im Exportgeschäft gezahlten Werten mitzuhalten. Dieser Rückzug zeigt am deutlichsten, wie scharf der Wettbewerb um Rohreis geworden ist: Verarbeiter für den Binnenmarkt werden an der Marge aus dem Rohstoffeinkauf gedrängt.
Der Druck auf die Mühlen ist ein Margen-, kein Nachfrageproblem. Sie kaufen Rohreis und verkaufen geschälten Reis an Einzelhandel und Gastronomie; wenn sich der Rohstoff schneller verteuert, als sich die Kosten nach unten weitergeben lassen, ist weniger einzukaufen und auf Bestände zurückzugreifen die rationale Antwort. Hält das Tempo der Verladungen an, muss sich der Binnenkanal dem Hafenniveau annähern, um Ware zu sichern.
Verarbeitung und Verbraucherpreise legten im August zu
Der Kampf um den Rohstoff findet laut Cepea vor dem Hintergrund einer stärkeren Industrienachfrage statt. Im August nahm die Reisverarbeitung in Rio Grande do Sul zu, während im selben Zeitraum auch die Verbraucherpreise anzogen. Beide Bewegungen passen zu einem Markt, in dem Rohreis dem Binnenkanal weggekauft wird und die höheren Kosten im Regal ankommen.
- Die Verladenachfrage im Hafen von Rio Grande, derzeit preisbestimmend für den Rohreis des Bundesstaates.
- Das Tempo, in dem Erzeuger nahe dem Terminal weiter Ware freigeben.
- Eine Bestätigung der staatlichen Aufkäufe, die Cepea zu den preisstützenden Faktoren zählt.
Für ausländische Käufer brasilianischen Reises ist das Niveau von 90 R$ in Rio Grande die Basis, auf der Exportofferten aufgebaut werden. Für heimische Verarbeiter sind es Kosten, die noch nicht vollständig weitergereicht wurden. Die von Itatiaia berichteten Cepea-Zahlen zeichnen einen Markt, in dem der Exportkanal den Preis setzt und der Binnenkanal sich anpasst.