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Mercadona-Lieferant RNB übernimmt mit 52,06 % die Kontrolle über 3INA

Der spanische Kosmetikhersteller RNB hat über eine Schuldenkapitalisierung und eine Kapitalerhöhung 52,06 % der Make-up- und Hautpflegemarke 3INA übernommen. Die Akquisition bringt RNB ein Geschäft mit rund 20 Millionen € Umsatz, davon etwa die Hälfte außerhalb Spaniens, und unterstützt die Expansion über Mercadona hinaus.

Mercadona-Lieferant RNB übernimmt mit 52,06 % die Kontrolle über 3INA

Kontrolle durch Schuldenumwandlung und frisches Kapital

Der Kosmetikhersteller RNB aus Valencia hat 52,06 % des spanischen Make-up- und Hautpflegeunternehmens 3INA Cosmetics erworben. Damit kontrolliert RNB das Unternehmen und verfügt über die Mehrheit im Verwaltungsrat. Economía Digital berichtet unter Berufung auf eine Erstmeldung von elEconomista.es, die Transaktion solle die Expansion von 3INA beschleunigen und RNB zugleich helfen, das Geschäft über Mercadona hinaus zu erweitern. Für die Supermarktkette produziert RNB Cremes und andere Kosmetikartikel.

Laut dem jüngsten Jahresabschluss von RNB wurde die Übernahme durch eine Kapitalisierung von Schulden und eine Kapitalerhöhung vollzogen. RNB investierte rund 4,5 Millionen € in 3INA und wandelte im Rahmen einer Konvertierung von insgesamt 4,6 Millionen € Verbindlichkeiten in Höhe von 2,44 Millionen € in Aktien um. Bei einer weiteren Kapitalerhöhung über 2,5 Millionen € war die valencianische Gruppe mit 2,11 Millionen € der wichtigste Zeichner. Nach Abschluss der Transaktion wurde RNB-Geschäftsführer Pablo Cotino zum Vorsitzenden von 3INA ernannt. Asúa Inversiones, die Familienholding von Víctor Urrutia und bereits zuvor Anteilseigner, bleibt im Verwaltungsrat vertreten.

Auslandsgeschäft schafft Wachstum jenseits von Mercadona

Mit der Akquisition übernimmt RNB ein Geschäft mit rund 20 Millionen € Umsatz, von dem etwa die Hälfte außerhalb Spaniens erwirtschaftet wird. Für RNB ist diese internationale Präsenz relevant, weil Auslandserlöse im zuletzt ausgewiesenen Geschäftsjahr lediglich 6,75 % des eigenen Umsatzes ausmachten. Die Kontrolle über 3INA verschafft dem Hersteller eine etablierte Verbrauchermarke und eine breitere geografische Vertriebsbasis. Dadurch kann RNB seine Abhängigkeit von einem einzelnen großen Einzelhandelskunden verringern.

3INA wurde 2014 von den Unternehmern Pablo Rivera und Mark Eve gegründet und 2016 kommerziell eingeführt. Das Unternehmen mit Sitz in Madrid startete vor allem als vertikal integrierte Digitalmarke mit starker Präsenz in sozialen Medien, investierte aber zugleich in den stationären Handel. Die Produkte werden inzwischen über spanische Parfümerie- und Warenhausketten wie Primor, Druni und El Corte Inglés verkauft. Die Marke positioniert sich mit inklusiver, veganer, umweltbewusster, nachhaltiger und tierversuchsfreier Kosmetik, die besonders jüngere Kundinnen und Kunden anspricht.

Übernahme ergänzt das Investitionsprogramm von RNB

Der Kauf folgt auf die Übernahme eines Make-up-Unternehmens in Italien im Jahr 2022, das RNB anschließend in seine dortige Tochtergesellschaft DBL umwandelte. Beide Transaktionen zeigen, dass die Gruppe Produktionskapazitäten mit eigenen Marken und lokalen Vertriebsplattformen verbindet, um das Geschäft außerhalb Spaniens auszubauen. Für 3INA können die industrielle Größe und die Einzelhandelserfahrung von RNB eine breitere Distribution ermöglichen. Die bestehenden Auslandserlöse der Marke wiederum verschaffen dem Käufer einen schnelleren Zugang zu internationalen Kosmetikmärkten.

RNB wurde 1989 von den Apothekern Vicente Ruiz und Romualdo Bertomeu gegründet, die weiterhin die größten Anteilseigner sind. Zunächst konzentrierte sich das Unternehmen auf Hautpflegeprodukte für Apotheken, später wurde es Lieferant von Mercadona. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 302 Millionen €, nach knapp 250 Millionen € im Vorjahreszeitraum, sowie einen Gewinn von 15,9 Millionen €. Zudem brachte sie 632 neue Artikel auf den Markt, von denen 17 % für Mercadona bestimmt waren. Unabhängig davon hat RNB bis 2030 ein Investitionsprogramm von 100 Millionen € angekündigt, um den Standort in La Pobla de Vallbona bei Valencia auszubauen. Die Zahl der Beschäftigten soll von 1.200 auf 2.000 steigen. Damit entstehen zusätzliche Kapazitäten für die Auftragsfertigung und das internationale Markenportfolio.

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