Rijeka empfängt bei erstem spezialisiertem Ro-Ro-Anlauf über 2.000 Autos aus China
Die AICC Huanghu hat beim ersten spezialisierten Ro-Ro-Anlauf aus Fernost mehr als 2.000 chinesische Fahrzeuge nach Rijeka gebracht. Der kroatische Hafen will sich als Verteiler für Kroatien und angrenzende Märkte etablieren, wird dabei jedoch durch knappe Terminalflächen begrenzt.
Erste spezialisierte Ro-Ro-Lieferung erreicht Rijeka
Mehr als 2.000 Fahrzeuge aus China sind an Bord der AICC Huanghu im kroatischen Hafen Rijeka eingetroffen. Es war der erste spezialisierte Ro-Ro-Anlauf des Hafens aus Fernost. Laut Glas Slavonije ist die Ladung vor allem für Kroatien und die angrenzenden Staaten bestimmt. Damit könnte Rijeka zu einem neuen Eingangstor für chinesische Fahrzeuge auf dem europäischen Markt werden.
Das Schiff ist 199,9 Meter lang und 38 Meter breit. Die Entladung dauerte tagsüber an; in den folgenden Tagen sollen die Fahrzeuge per Bahn und Straße zu ihren Zielorten weitertransportiert werden. Diese Kombination erschließt Binnenmärkte, ohne ausschließlich auf Autotransporter angewiesen zu sein. Das künftige Volumen wird jedoch von den Lager-, Umschlag- und Hinterlandkapazitäten des Hafens abhängen.
Logistikpartner streben weitere Anläufe an
Marko Mišković, Vorstandsmitglied von Luka Rijeka, führte den Anlauf auf die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Emil Frey Logistics und Lagermax zurück. Er erwartet eine Fortsetzung der Kooperation und rechnet damit, dass bald ein zweites Schiff mit Autos aus China eintreffen könnte. Die Lieferung könne zudem weitere chinesische Hersteller dazu bewegen, Rijeka als Eingangshafen für den europäischen Markt zu prüfen.
Der Anlauf baut auf einem Automobillogistikgeschäft auf, das Rijeka im Juni des Vorjahres mit der Entladung der ersten importierten Transporter und Pkw aufgenommen hatte. Im Oktober begann der Fahrzeugexport über den Hafen. Das Geschäft entstand durch die Zusammenarbeit von Luka Rijeka mit Stellantis und die Unterstützung von Emil Frey Logistics, die zur in Kroatien tätigen Emil-Frey-Gruppe gehört.
Bestehende Fahrzeugströme schaffen eine Grundlage
Beim Export handelt es sich überwiegend um Pkw und leichte Nutzfahrzeuge der Stellantis-Marken Peugeot, Citroën, Opel, Fiat und Iveco. Die Fahrzeuge kommen aus Werken in der Slowakei und Polen. In diesem Jahr begann außerdem die Bahnanlieferung von Exportfahrzeugen. Dadurch entstand eine zusätzliche Verbindung zwischen mitteleuropäischen Produktionsstandorten und den Seeverkehren.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres schlug Rijeka rund 22.000 Fahrzeuge um. Für das Gesamtjahr erwartet der Hafen etwa 60.000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Die chinesische Lieferung ergänzt somit ein bestehendes Geschäft und begründet keine völlig neue Ladungskategorie. Regelmäßige Anläufe würden den Kunden- und Herkunftsmix verbreitern, zugleich aber den Bedarf an Stellflächen und Hinterlandtransporten erhöhen.
Flächenmangel begrenzt das Wachstum
Mišković bezeichnete den Platzmangel im Hafenbecken von Rijeka als unmittelbare Grenze für höhere Fahrzeugmengen. Der De-Franchechi-Kai und sein Umfeld verfügen nur über begrenzte Kapazitäten. Das erschwert die Ausweitung eines der wertvollsten Ladungssegmente des Hafens.
Luka Rijeka erwartet, dass die geplante Erweiterung des Prager Kais zusätzliche Flächen für deutlich höhere Importe und Exporte schafft. Das Ausgangsmaterial nennt weder einen Fertigstellungstermin noch eine Investitionssumme. Bis neue Kapazitäten verfügbar sind, trifft das durch die Ankunft von mehr als 2.000 chinesischen Autos belegte Marktpotenzial auf die physischen Grenzen des Terminals. Für Hersteller und Logistiker werden das nächste Schiff und der Aufbau regelmäßiger Dienste zeigen, ob Rijeka dauerhaft zu einem europäischen Automobil-Gateway werden kann.