Repsol erhält bis zu 133,3 Millionen Euro für grünen Wasserstoff in Galicien
Spaniens IDAE fördert Repsols geplante 50-MW-Anlage im Industriekomplex von A Coruña mit bis zu 133,3 Millionen Euro. Der grüne Wasserstoff soll den bislang aus fossilen Brennstoffen erzeugten grauen Wasserstoff in der Raffinerie und weiteren internen Prozessen ersetzen.
Staatliche Förderung für einen 50-MW-Elektrolyseur
Repsol erhält bis zu 133,3 Millionen Euro an spanischer Staatshilfe für eine geplante Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff in seinem Industriekomplex in A Coruña, Galicien. Wie Faro de Vigo berichtet, hat das spanische Institut für Energiediversifizierung und Energieeinsparung IDAE die Förderung Repsol Renewable and Circular Solutions für das Projekt Atlas Electrolyser Plant zugesprochen.
Kern des Projekts ist ein Elektrolyseur mit 50 MW Leistung. Der erzeugte Wasserstoff soll den grauen Wasserstoff ersetzen, den Repsol derzeit aus fossilen Brennstoffen für die Erdölraffination und andere interne Prozesse herstellt. Damit würde der Standort seine direkte Abhängigkeit von fossilen Ausgangsstoffen bei der Wasserstoffproduktion reduzieren. Die vorliegenden Angaben enthalten jedoch weder Zahlen zur erwarteten Emissionsminderung noch Informationen über die Stromversorgung der Anlage.
Die Förderung ist kein direkter Baukostenzuschuss. Sie gehört zu einem spanischen Programm für Projekte, die am Mechanismus „Auktion als Dienstleistung“ der Europäischen Wasserstoffbank teilnehmen und von der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt Cinea ausgewählt wurden.
Förderung an zehnjährige Produktion gekoppelt
Der Bescheid umfasst eine förderfähige Produktion von höchstens 60.634 Tonnen grünem Wasserstoff innerhalb von zehn Jahren. Die Unterstützung beträgt 2,2 Euro je Kilogramm. Die Gesamtsumme hängt somit von der tatsächlich förderfähigen Produktion ab und wird nicht als vorgezogener Zuschuss für den Bau ausgewiesen.
Repsol muss nun mehrere Entwicklungsfristen einhalten. Nach Veröffentlichung des endgültigen Bescheids hat das Unternehmen 24 Monate Zeit, die integrierte Umweltgenehmigung zu erhalten. Die endgültige Investitionsentscheidung muss innerhalb von 30 Monaten fallen; die Inbetriebnahme ist innerhalb eines Gesamtzeitraums von 60 Monaten vorgesehen.
Damit bleiben wesentliche Umsetzungsrisiken bei Genehmigung, Investitionsentscheidung und Bau bestehen. Die Zusage gibt Repsol jedoch eine klar definierte Betriebsförderung für Wasserstoff, der direkt am Standort A Coruña industriell verbraucht werden kann. Diese gesicherte interne Nachfrage unterscheidet Atlas von Vorhaben, die zunächst externe Abnehmer gewinnen oder neue Vertriebswege aufbauen müssen.
Auch Repsols Projekt in Puertollano wird gefördert
Ein zweites Repsol-Vorhaben, Puertollano Hydrogen Networks, erhält 49,8 Millionen Euro. Geplant ist eine Anlage mit 12,27 MW Leistung und einer förderfähigen Produktion von 22.130 Tonnen grünem Wasserstoff über zehn Jahre. Mit beiden Zusagen reicht Repsols gefördertes Wasserstoffprogramm über Galicien hinaus, wobei Atlas nach Leistung und Fördersumme das größere Projekt ist.
Faro de Vigo zufolge kamen beide Repsol-Projekte nach dem Rückzug von Iberdrola zum Zug. Iberdrola hatte in Spaniens zweiter Wasserstoffauktion zwei Gebote im Gesamtwert von 388,7 Millionen Euro eingereicht: Noon II mit 80 MW in Huelva und das zusammen mit Magnon Green Energy entwickelte Projekt RFNBO Hydrogen for Derivates Production, kurz ODIN, mit 140 MW. ODIN war für industrielle Anwendungen und den Schwerverkehr vorgesehen. Iberdrola hat außerdem eine geplante Methanolfabrik von Begonte in der Provinz Lugo nach Huelva verlegt, um die langfristige Tragfähigkeit des Vorhabens zu sichern. Partner sind erneut Magnon und Ence. Die Entscheidungen zeigen, dass öffentliche Mittel einzelne Projekte voranbringen, während Standort, industrielle Nachfrage und Wirtschaftlichkeit weiterhin darüber entscheiden, welche Wasserstoffinvestitionen umgesetzt werden.