← Zurück zu den Nachrichten

USDA hebt Prognose für weltweite Ölsaatenernte auf Rekordwert von 723,46 Millionen Tonnen an

Das USDA hat die Prognose für die weltweite Ölsaatenproduktion 2026/27 im September um 2,44 Millionen Tonnen auf ein Rekordniveau von 723,46 Millionen Tonnen angehoben – 22,42 Millionen Tonnen mehr als in der Vorsaison. Auch die Pflanzenölproduktion wurde auf einen Rekord von 245,37 Millionen Tonnen erhöht, während Palm-, Sonnenblumen- und Rapsöl trotz eines Brent-Preises von 109 $ je Barrel nachgaben.

USDA hebt Prognose für weltweite Ölsaatenernte auf Rekordwert von 723,46 Millionen Tonnen an

Das US-Landwirtschaftsministerium hat seine Prognose für die weltweite Ölsaatenproduktion im Wirtschaftsjahr 2026/27 im September-Bericht um 2,44 Millionen Tonnen auf einen Rekordwert von 723,46 Millionen Tonnen angehoben, wie UkrAgroConsult berichtet. Das liegt 22,42 Millionen Tonnen über der Vorsaison und verstärkt den Angebotsüberhang, der die Pflanzenölnotierungen an den wichtigsten Handelsplätzen bereits belastet.

Rekord bei Rohware und Öl zugleich

Der Zuwachs beschränkt sich nicht auf die Rohware. Das USDA hob auch die Schätzung der weltweiten Pflanzenölproduktion um 0,42 Millionen Tonnen auf ein Rekordniveau von 245,37 Millionen Tonnen an. Die Verarbeitung hält damit mit der größeren Saatenernte Schritt und wirkt nicht als Engpass. Für Ölmühlen und Raffinerien entfällt durch mehr Saat und mehr Öl zugleich die Knappheitsprämie, die die Margen in früheren Saisons gestützt hat.

  • Weltweite Ölsaatenproduktion 2026/27: 723,46 Millionen Tonnen, Prognose um 2,44 Millionen Tonnen erhöht
  • Zuwachs gegenüber der Vorsaison: 22,42 Millionen Tonnen
  • Weltweite Pflanzenölproduktion: 245,37 Millionen Tonnen, Prognose um 0,42 Millionen Tonnen erhöht
  • Palmöl, November-Kontrakt, Malaysia: 4.883 Ringgit je Tonne, minus 1,9 % binnen einer Woche
  • Sojaöl, Dezember-Kontrakt, Chicago: 1.550 $ je Tonne, minus 0,4 % binnen einer Woche

Ölpreisrally trägt die Pflanzenöle nicht

Die Energiepreise liefen genau in die andere Richtung. Die November-Futures auf Brent legten binnen einer Woche um 11,2 % auf 109 $ je Barrel zu, im Monatsvergleich um 22 %. Ein höherer Rohölpreis stärkt üblicherweise die Nachfrage nach Biodiesel-Rohstoffen, doch laut UkrAgroConsult hat die Rally dem Pflanzenölmarkt bislang keine nennenswerte Unterstützung gegeben.

Besonders deutlich zeigt sich die Entkopplung bei malaysischem Palmöl: Der November-Kontrakt fiel binnen sieben Tagen um 1,9 % auf 4.883 Ringgit je Tonne oder rund 1.200 $ je Tonne. Chicagoer Sojaöl zur Dezember-Lieferung gab um 0,4 % auf 1.550 $ je Tonne nach, bleibt damit aber 35 % teurer als vor einem Jahr. Am physischen Markt war das Bild uneinheitlich: In Brasilien stiegen die Spotpreise für Sojaöl um 10 $ je Tonne auf 1.210–1.220 $ FOB, in China hielten sich die Notierungen bei etwa 1.360–1.370 $ je Tonne.

Sonnenblumen- und Rapsöl führen die Abwärtsbewegung an

Sonnenblumenöl verlor weiter. In Indien sanken die Nachfragepreise binnen einer Woche um 10 $ je Tonne auf 1.430 $ CIF Mumbai, da das Angebot aus der Schwarzmeerregion zunahm. In der Ukraine fiel der Rückgang deutlich stärker aus: Die Nachfragepreise brachen um rund 100 $ je Tonne auf 1.100–1.120 $ mit Lieferung in die Donauhäfen ein – Auslöser waren erhöhte Risiken für die Hafenlogistik und steigende Frachtkosten.

Auch europäisches Rapsöl gab um 10–20 $ je Tonne auf 1.435–1.440 $ FOB Niederlande nach. Verstärkt wird der Trend durch billigere ukrainische Ware, die mit 1.190–1.200 $ je Tonne DAP ukrainisch-polnische Grenze notiert. Europäische Ölmühlen konkurrieren damit mit Importöl, das deutlich unter der regionalen Referenz liegt.

Worauf der Markt schaut

Marktteilnehmer erwarten laut UkrAgroConsult, dass das saisonal steigende Ölsaatenangebot die Pflanzenölpreise weiter drücken wird. Der Erntehöhepunkt auf der Nordhalbkugel fällt mit der vom USDA veröffentlichten Rekordbilanz zusammen. Importeure in Indien und China können damit im fallenden Markt kaufen, statt sich vorab einzudecken. Für Exporteure der Schwarzmeerregion ist die Erntemenge derzeit nicht der begrenzende Faktor, sondern Kosten und Risiken des Transports – sichtbar am wachsenden Abschlag ukrainischen Sonnenblumen- und Rapsöls gegenüber europäischen und indischen Referenzen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.