Recyclingglas erreicht 55 % des Materials für neue Verpackungen in Spanien
Recyclingglas stellt inzwischen 55 % des Materials, das spanische Werke für neue Glasbehälter einschmelzen, wie der Branchenverband ANFEVI berichtet. Seit 2020 ist der Anteil um 10 Prozentpunkte gestiegen, wodurch Altglas als Rohstoff an Bedeutung gewinnt und die relative Abhängigkeit von Primärmaterial sinkt.
Rezyklatanteil steigt um 10 Prozentpunkte
Recyclingglas macht inzwischen 55 % des Materials aus, das spanische Werke zur Herstellung neuer Glasverpackungen einschmelzen, wie der Branchenverband ANFEVI berichtet. Der Anteil liegt 10 Prozentpunkte über dem Niveau von 2020. Damit ist Sekundärmaterial zum größten Bestandteil des spanischen Produktionsmixes geworden.
Aus den Angaben ergibt sich ein Anstieg von 45 % im Jahr 2020 auf derzeit 55 %. Für Behälterglashersteller bedeutet dies, dass Verfügbarkeit und Qualität des Altglases ihre Rohstoffversorgung zunehmend bestimmen. Zugleich gewinnen Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Scherben, die sich erneut einschmelzen lassen, wirtschaftlich an Bedeutung.
Altglas wird zum zentralen Industrierohstoff
Mit einem Anteil von 55 % ist Recyclingglas für spanische Verpackungswerke kein ergänzender Rohstoff mehr. Es bildet die größte Komponente des Gemenges, das in die Öfen gelangt. Hersteller sind deshalb stärker auf verlässliche Lieferungen sauberer und korrekt sortierter Scherben angewiesen. Für Entsorger und Aufbereiter wächst gleichzeitig der Anreiz, Material nach industriellen Spezifikationen bereitzustellen.
Der Zuwachs um 10 Prozentpunkte bedeutet auch, dass der relative Anteil primärer Rohstoffe am Materialmix entsprechend zurückgegangen ist. Die von ANFEVI genannte Quote enthält jedoch keine absoluten Mengen. Ohne Produktions- oder Tonnageangaben lässt sich daraus nicht ableiten, ob der gesamte Altglasverbrauch gestiegen ist, da sich auch die Verpackungsproduktion verändert haben kann. Fest steht aber, dass Recyclingmaterial je Einheit des eingesetzten Materials mehr Gewicht erhalten hat.
Für Verpackungskäufer liefert die Quote eine messbare Kennzahl zum Rezyklatanteil in der spanischen Lieferkette für Glasbehälter. Lebensmittel-, Getränke-, Kosmetik- und Pharmaunternehmen mit Glasverpackungen können diese Entwicklung bei ihren eigenen Kreislaufwirtschaftszielen berücksichtigen. Die 55 % beziehen sich allerdings auf das in den Werken eingeschmolzene Material und sind weder eine Sammelquote noch der Anteil der nach Gebrauch zurückgegebenen Behälter.
Weitere Fortschritte hängen von der Sammelqualität ab
Ein weiterer Anstieg wird nicht nur davon abhängen, wie viel Altglas gesammelt wird, sondern auch davon, ob daraus ofenfertige Scherben entstehen. Verunreinigungen, Fremdmaterialien und unzureichende Trennung können den tatsächlich einschmelzbaren Anteil begrenzen. Der Anstieg seit 2020 bindet Sammelsysteme und Aufbereiter daher enger in die Rohstoffkette der Verpackungsindustrie ein.
Die ANFEVI-Zahl setzt eine klare Marke für den spanischen Markt: Mehr als die Hälfte des Materials für neue Glasbehälter stammt aus Recyclingglas. Um dieses Niveau zu halten oder zu steigern, brauchen die Werke verlässliche Sekundärrohstoffströme. Für Sammler und Aufbereiter signalisiert dies eine dauerhafte industrielle Nachfrage nach nutzbaren Scherben. Für eine weitergehende Marktanalyse sind künftig Produktionsmengen und Altglastonnagen neben dem Prozentwert nötig, damit sich Veränderungen der Materialintensität von Veränderungen der Gesamtproduktion trennen lassen.
Vollständige Marktanalyse