Qasr-e Shirin wird zu Irans neuem Dattel-Exportzentrum: 950 Hektar Palmenanlagen
Die Dattelpalmenfläche in der iranischen Provinz Kermanschah ist auf 950 Hektar gestiegen, fast vollständig im Grenzbezirk Qasr-e Shirin. Für diese Saison werden rund 4.500 Tonnen erwartet. In diesem Jahr sollen 600 Hektar hinzukommen, binnen zwei Jahren 3.000 Hektar, mit Schwerpunkt auf der Exportsorte Medjool. Fehlende Sortier- und Verpackungskapazität bleibt der Engpass.
Die Anbaufläche für Dattelpalmen in der iranischen Provinz Kermanschah hat 950 Hektar erreicht, die Ernte dieser Saison wird auf rund 4.500 Tonnen geschätzt. Das meldet die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf die provinzielle Organisation für landwirtschaftlichen Dschihad. Nahezu die gesamte Fläche konzentriert sich im Grenzbezirk Qasr-e Shirin, den die Agentur als wichtigstes Dattelanbauzentrum im Westen des Landes bezeichnet.
Wasserüberleitung macht einen Grenzbezirk zum Palmengebiet
Qasr-e Shirin und die benachbarten Gebiete Sumar und Naft-Schahr liegen in einer heißen Tieflandzone am Westrand des Zagros. Laut Mehr hat der Ausbau des Warmzonen-Wassersystems Garmsiri diesen Bezirken eine stabile Versorgung gebracht und die Dattelpalmenentwicklung zu einem der wichtigsten Treiber der Obstbauausweitung in der gesamten Provinz Kermanschah gemacht.
Die Agentur berichtet, das Potenzial der Region sei wegen Wassermangels lange übersehen worden; moderne Bewässerungstechnik in Verbindung mit großen Investitionen habe das lokale Klima nun zu einem Wettbewerbsvorteil gemacht. Farhad Scharifi, stellvertretender Leiter für Pflanzenproduktion bei der Organisation für landwirtschaftlichen Dschihad in Kermanschah, sagte Mehr, das größte Entwicklungspotenzial der Kultur liege im Grenzstreifen mit Qasr-e Shirin, Sumar und Naft-Schahr.
Sortenstruktur verschiebt sich von Zahedi zu Medjool
Scharifi zufolge hat sich das Anbaumuster deutlich verändert. Zahedi und Aschrasi machten historisch den größten Teil der Dattelfläche der Provinz aus, während Piarom und Rabbi in den vergangenen Jahren erfolgreich etabliert wurden. Das aktuelle Programm der Organisation konzentriert sich gezielt auf die kommerzielle Sorte Medjool, mit der die Behörden Anteile an den Weltmärkten gewinnen wollen.
Rahman Feiz-Ghorbani, Leiter des Gartenbaus derselben Organisation, sagte, Medjool sei die Hauptsorte in den neuen modernen Anlagen; sie erfülle höchste Exportstandards und zähle zu den besten und ertragreichsten Sorten weltweit. Nach Angaben von Mehr zielt die Medjool-Offensive auf europäische Märkte und die Staaten am Persischen Golf.
Investoren steigen ein, Fläche soll sich mehr als vervierfachen
Mehr nennt die Mahan Company, die Isargaran-Gruppe und die Stiftungsorganisation Awqaf unter den Investoren, die in der Region moderne Dattelanlagen errichten. Beide Vertreter nannten denselben Ausbauplan:
- 950 Hektar Dattelpalmen derzeit in der Provinz Kermanschah, fast ausschließlich in Qasr-e Shirin
- 600 Hektar Neuanpflanzung im laufenden Jahr
- 3.000 Hektar zusätzliche Anpflanzung in den kommenden zwei Jahren
Feiz-Ghorbani sagte, die Dattelentwicklung sei einer der zentralen Bestandteile des Obstbauprogramms der Provinz, und das Tempo zeige den ernsthaften Willen, das agrarische Profil der Region zu verändern. Angesichts der Eignung der Kultur für das lokale Klima und der stabilen Wasserversorgung durch das Garmsiri-System gebe es keine Grenze für eine weitere Ausweitung in den Warmzonen der Provinz. Die Behörden stellen das Programm zugleich als Instrument dar, um die Grenzbevölkerung zu halten, Arbeitsplätze zu schaffen und Devisen zu erwirtschaften.
Fehlende Verarbeitung hält die Wertschöpfung außerhalb des Bezirks
Als wichtigste Hindernisse nannte Scharifi die hohen Kosten der Anlagengründung, das Fehlen geeigneter Verarbeitungsindustrien und den unzureichenden Finanzierungszugang für die Betriebe. Der größte Teil der aktuellen Ernte werde innerhalb der Provinz verbraucht, nur der Überschuss gehe in andere Provinzen. Erklärtes Ziel sei der Export von Medjool, sobald die Sorte breit etabliert ist; die Behörden erwarten, dass Kermanschah binnen einiger Jahre zum wichtigsten Dattelproduktions- und Exportzentrum des Landes wird.
Der Bericht von Mehr argumentiert, die mengenmäßige Ausweitung der Anlagen müsse durch nachgelagerte Kapazitäten begleitet werden. Die Organisation für landwirtschaftlichen Dschihad, die provinzielle Direktion für Industrie und Handel sowie weitere Wirtschaftsbehörden werden aufgefordert, über gezielte Kredite, Steuerbefreiungen und Landzuteilung ein spezialisiertes Areal für Dattelverarbeitung, Sortierung und moderne Verpackung in Qasr-e Shirin zu ermöglichen. Andernfalls, so der Bericht, bleibe die Marge bei Zwischenhändlern statt bei den lokalen Erzeugern, und die Marke Qasr-e-Shirin-Dattel werde den Weg auf die Weltmärkte mit standardisierter Verpackung kaum finden.