Pulpex eröffnet erste kommerzielle Papierflaschen-Fabrik in Glasgow
Das von Diageo und Pilot Lite unterstützte Unternehmen Pulpex eröffnet diesen Monat in Glasgow seine erste Fabrik im kommerziellen Maßstab mit einer Kapazität von bis zu 40 Millionen Flaschen pro Jahr. Als erste Produkte sollen im Herbst Mineralwasser von Purely Scottish und Waschmittel von Smol in die Flaschen abgefüllt werden; das Projekt erhielt 62 Millionen £ an Fördermitteln, davon 43,5 Millionen £ vom National Wealth Fund.
Kommerzielle Produktion nach mehreren Fehlstarts
Das 2020 vom Getränkekonzern Diageo und der Risikokapitalfirma Pilot Lite gegründete Verpackungsunternehmen Pulpex eröffnet diesen Monat in Glasgow seine erste Fabrik im kommerziellen Maßstab, wie larazon.es berichtet. Es ist der erste Versuch des Unternehmens, die Papierflaschen-Technologie über Pilotmengen hinaus in die kommerzielle Produktion zu überführen, nachdem zwei frühere Produkteinführungen vor dem Handelsstart abgesagt worden waren.
Laut Daily Mail, zitiert von larazon.es, sollen die ersten Flaschen in diesem Herbst in den Verkauf gehen, befüllt mit Mineralwasser von Purely Scottish und Waschmittel der Marke Smol. Kurz darauf soll eine dritte Produktionslinie in Betrieb gehen, die die Fabrik nahe an ihre maximale Kapazität von 40 Millionen Flaschen pro Jahr bringt.
Das Projekt erhielt 62 Millionen £ an Fördermitteln, davon 43,5 Millionen £ vom staatlich unterstützten National Wealth Fund des Vereinigten Königreichs und 10 Millionen £ von der Scottish National Investment Bank.
Einteilige geformte Zellstoffflasche statt Plastikinnenschicht
Pulpex formt Holzzellstoff zu einem einteiligen Behälter, der mit einer recycelbaren Barriereschicht aus einer wasserbasierten Emulsion überzogen ist, die in die Fasern der Flasche selbst eindringt, statt als separate Plastikinnenschicht aufgebracht zu werden. Frühere Versuche anderer Unternehmen, eine sowohl stabile als auch papierrecycelbare Flasche herzustellen, stützten sich meist auf eine innere Plastikbeschichtung, die vor dem Recycling eine Materialtrennung erforderte und dennoch Plastikabfall erzeugte.
Nach Angaben von Pulpex macht die Barriereschicht nur 6 bis 7 Prozent des Gesamtgewichts der Flasche aus und enthält weder PET noch HDPE, die üblicherweise in wasserdichten Verpackungen verwendeten Kunststoffe. Dem Unternehmen zufolge, wie es The Times mitteilte, könnte die Barriere künftig verstärkt werden, um Wein bis zu zwei Jahre frisch zu halten, wobei das Design es ermöglicht, die gesamte Flasche zusammen mit gewöhnlichem Papier und Karton zu recyceln.
Nicht vollständig plastikfrei
Auch die neuen Smol-Flaschen sind nicht vollständig plastikfrei: Sie erhalten einen Dosierverschluss aus Polypropylen, der getrennt vom Flaschenkörper recycelt werden muss. Pulpex hat bereits Rückschläge erlebt: Eine für 2021 angekündigte Papierflasche für die Whiskymarke Johnnie Walker von Diageo kam nie in den Handel, und eine ähnliche Verpackung für Heinz-Ketchup wurde 2022 gestrichen.
Zweifel an der Umweltbilanz von Papierverpackungen
Der Start erfolgt inmitten anhaltender Debatten darüber, ob der Ersatz von Plastik durch Papierverpackungen tatsächlich die Umweltbelastung verringert. Die Green Alliance warnte bereits 2020, dass die Herstellung von Papiertüten bis zu viermal so viel Energie erfordern kann wie die von Plastiktüten. Eine neuere, von larazon.es zitierte Studie ergab, dass Einweg-„Papier“-Becher beim Kontakt mit heißen Flüssigkeiten Mikro- und Nanoplastik freisetzen und dass mit biologisch abbaubarem PLA beschichtete Becher bis zu zwölfmal mehr Mikroplastik freisetzen als solche mit herkömmlicher Polyethylenbeschichtung.
- Standort der Fabrik: Glasgow, Schottland
- Maximale Jahreskapazität: 40 Millionen Flaschen
- Gesamtfinanzierung des Projekts: 62 Millionen £ (43,5 Millionen £ vom National Wealth Fund, 10 Millionen £ von der Scottish National Investment Bank)
- Erste Produkte: Mineralwasser von Purely Scottish und Waschmittel von Smol