ProteinSib baut Erbsenverarbeitungswerk in Ischim mit Exportplänen
ProteinSib errichtet in Ischim ein Werk, das jährlich 70.000 Tonnen Erbsen zu Proteinisolat, Stärke und Ballaststoffen verarbeiten soll. Der Großteil der Produktion ist für Russland bestimmt; zugleich strebt das Unternehmen bis zu 5 % des weltweiten Verbrauchs dieser Produkte an.
Werk für jährlich 70.000 Tonnen Erbsen ausgelegt
ProteinSib, ein Unternehmen der Agrarholding Yubileiny, baut im russischen Ischim ein Werk zur tiefen Verarbeitung von Erbsen. Die Anlage soll nach Angaben von Pravda.ru jährlich 70.000 Tonnen Rohstoff zu Erbsenproteinisolat, Stärke und Ballaststoffen verarbeiten.
Derzeit werden die technologischen Produktionslinien montiert und die Anlagen für die Inbetriebnahme vorbereitet. Ein Eröffnungstermin, das Investitionsvolumen und die geplanten Produktionsmengen der einzelnen Zutaten wurden nicht genannt.
Das Projekt eröffnet der Agrarholding eine Alternative zum Verkauf unverarbeiteter Erbsen. Durch die Trennung des Rohstoffs in mehrere Bestandteile will ProteinSib höherwertige Erzeugnisse herstellen und eine lokale Verarbeitungskette aufbauen. Dadurch könnte ein größerer Teil der Wertschöpfung aus der Ernte in der Region bleiben, statt an Verarbeiter außerhalb des Gebiets zu fließen.
Inlandsmarkt soll den Großteil der Produktion aufnehmen
Der überwiegende Teil der Produktion ist für den russischen Markt vorgesehen. Erbsenproteinisolat kann in Spezialnahrung eingesetzt werden, darunter Sport-, Säuglings- und Diätprodukte. Pravda.ru zufolge wird die Zutat wegen ihrer hypoallergenen Eigenschaften und ihrer hohen Verdaulichkeit geschätzt.
Stärke und Ballaststoffe schaffen neben dem Proteinisolat weitere Produktströme. Diese Diversifizierung ist wirtschaftlich relevant, weil ein Tiefverarbeitungswerk für mehrere Fraktionen desselben Rohstoffs Käufer finden muss. Die Marktposition der Anlage wird deshalb nicht nur von der Nachfrage nach Pflanzenprotein abhängen, sondern auch davon, ob ProteinSib Stärke und Ballaststoffe kontinuierlich absetzen kann.
Russische Lebensmittelhersteller könnten damit eine im Inland verarbeitete Quelle für Zutaten auf Erbsenbasis erhalten. Die verfügbaren Angaben nennen jedoch weder potenzielle Kunden noch Lieferverträge oder den Anteil der russischen Nachfrage, den ProteinSib abdecken will. Auch Preisangaben und ein Vergleich mit importierten Zutaten fehlen.
Unternehmen strebt Anteil am Weltverbrauch an
Obwohl der russische Markt das wichtigste Absatzgebiet ist, wird ProteinSib auch als Exportprojekt entwickelt. Das Unternehmen will nach Angaben von Pravda.ru bis zu 5 % des weltweiten Verbrauchs seiner künftigen Produkte erreichen. Zielländer, ein Exportzeitplan und die Verteilung auf Proteinisolat, Stärke und Ballaststoffe wurden nicht veröffentlicht.
Für dieses Ziel sind eine verlässliche Versorgung mit Erbsen, gleichbleibende Produktspezifikationen und funktionierende Logistik entscheidend. Käufer von Lebensmittelzutaten verlangen in der Regel konstante Qualität über mehrere Lieferungen hinweg, während die verschiedenen Verarbeitungsfraktionen jeweils eigene Vertriebskanäle benötigen. Da das Werk noch in der Montagephase ist, hängt sein späterer Beitrag zum internationalen Angebot von der Inbetriebnahme und einem erfolgreichen Produktionshochlauf ab.
Das Projekt könnte zudem die Wirtschaft in Ischim beeinflussen. Die von Pravda.ru zitierte Expertin für regionale Infrastruktur und Stadtentwicklung Olga Morozova erklärte, Industrieprojekte in kleineren Städten könnten lokale Logistik- und Dienstleistungsunternehmen unterstützen. Für Erbsenerzeuger kann das Werk einen nahe gelegenen industriellen Abnehmer schaffen; Lebensmittelverarbeiter könnten einen russischen Lieferanten für Proteinisolat, Stärke und Ballaststoffe gewinnen. Das Ausmaß dieser Effekte lässt sich noch nicht bestimmen, da Beschaffungsbedingungen, Beschäftigtenzahlen und Betriebspläne nicht veröffentlicht wurden.