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Prämie für High-Oleic-Sonnenblumen in der Ukraine verschwunden, Europa zahlt weiter bis zu 100 Euro je Tonne

Die Preise für High-Oleic- und konventionelle Sonnenblumensaat haben sich in der Ukraine in dieser Saison nahezu angeglichen, berichten UkrAgroConsult und Kurkul. In Europa erreicht die Prämie weiterhin bis zu 100 Euro je Tonne, während Kontrakte nach Italien von rund 610 auf 595 Euro je Tonne nachgaben.

Prämie für High-Oleic-Sonnenblumen in der Ukraine verschwunden, Europa zahlt weiter bis zu 100 Euro je Tonne

Der Preisabstand zwischen High-Oleic- und konventioneller Sonnenblumensaat ist in der Ukraine in dieser Saison nahezu verschwunden, obwohl europäische Käufer für hochölsäurehaltige Ware weiterhin eine Prämie von bis zu 100 Euro je Tonne zahlen. Das berichten UkrAgroConsult und Kurkul unter Berufung auf Latifundist.com. Für ukrainische Erzeuger, Ölmühlen und Händler bedeutet das: Der Preisanreiz, der den Wechsel zu High-Oleic-Hybriden gerechtfertigt hat, ist aus dem Inlandsmarkt verschwunden, besteht in der nächsten Stufe der Exportkette aber weiter.

Prämie im Inland bei null

Hryhorii Sysak, Broker bei Corviana Trading FZE, erklärte, beide Qualitäten würden in der Ukraine derzeit praktisch auf demselben Niveau gehandelt. „Auf dem ukrainischen Markt hat sich die Differenz praktisch ausgeglichen, während die Prämie gegenüber konventioneller Sonnenblumensaat auf dem europäischen Markt bis zu 100 Euro je Tonne erreichen kann“, sagte er in von Kurkul veröffentlichten Äußerungen, die auf Latifundist.com zurückgehen.

Die Prämie für hochölsäurehaltige Saat hing stets von Saison und Nachfrage ab und nicht von einem festen Qualitätswert. In einzelnen Jahren erreichte sie 80 bis 100 US-Dollar je Tonne, in schwächeren Saisons mussten Erzeuger High-Oleic-Saat zum Preis konventioneller Ware verkaufen, berichtet UkrAgroConsult. In der vergangenen Saison war der Abstand deutlich sichtbar und veranlasste Landwirte, die Flächen mit High-Oleic-Hybriden auszuweiten. Diese zusätzlichen Mengen kommen nun in einer Saison auf den Markt, in der inländische Käufer die Qualität nicht vergüten.

Europa differenziert weiter, aber zu niedrigeren Preisen

Auch die europäischen Preise haben nachgegeben. Kontrakte für Lieferungen von High-Oleic-Sonnenblumensaat nach Italien wurden zuvor bei etwa 610 Euro je Tonne abgeschlossen, aktuell liegt das Niveau bei rund 595 Euro je Tonne, so UkrAgroConsult – ein Rückgang von etwa 15 Euro je Tonne. Selbst auf diesem Niveau bleibt High-Oleic-Saat in Europa ein eigenständiges Produkt mit Prämie gegenüber konventioneller Ware. Sysak zufolge ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, sie als konventionelle Saat zu verkaufen.

Der Ölspread trägt die Prämie

Getragen wird die Prämie vom Öl, nicht von der Saat. Hochölsäurehaltiges Sonnenblumenöl kann bis zu 200 Euro je Tonne über konventionellem Sonnenblumenöl gehandelt werden, sagte Sysak, und dieser Spread hält das Interesse der Käufer an separaten High-Oleic-Partien aufrecht. Ölmühlen müssen die Qualitäten dafür in Lagerung und Verarbeitung getrennt halten; für Händler ist die Prämie realistisch nur dort erzielbar, wo der Endverwender das Fettsäureprofil ausdrücklich benötigt – vor allem in der Lebensmittelindustrie und im Frittierölsegment.

Landwirte kürzen die Flächen nicht

Das Agrarunternehmen Annushka baut High-Oleic-Sonnenblumen seit 2015–2016 an. Käufer fanden sich immer, eine Prämie jedoch nicht jedes Mal: Zweimal in diesem Zeitraum musste die Saat zum Preis konventioneller Sonnenblumen verkauft werden – 2022 nach Beginn der umfassenden Invasion und ein weiteres Mal vor dem großen Krieg, berichtet Kurkul.

Trotz der aktuellen Preise will Annushka die Fläche mit High-Oleic-Sonnenblumen im nächsten Jahr nicht reduzieren und hält an der bestehenden Fruchtfolge fest. Für Verarbeiter und Exporteure zeigt die Kombination aus Preisgleichheit in der Ukraine und einer fortbestehenden europäischen Prämie von bis zu 100 Euro je Tonne, wo die Marge heute entsteht: in getrennter Logistik, Dokumentation und direktem Zugang zu Käufern, die für die Qualität zahlen – nicht auf dem Feld.

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