POSCO und BHP testen australischen Eisenerzfeinstoff im HyREX-Verfahren
POSCO und BHP wollen australischen Eisenerzfeinstoff im wasserstoffbasierten HyREX-Verfahren testen. Die Arbeiten sollen POSCOs geplante Kommerzialisierung bis 2030 unterstützen und die Rohstoffbasis für eine emissionsärmere Stahlproduktion erweitern.
Vom Memorandum zu konkreten Rohstofftests
Der südkoreanische Stahlhersteller POSCO und der australische Bergbaukonzern BHP haben eine Kooperationsvereinbarung zur Weiterentwicklung von POSCOs HyREX-Technologie für die wasserstoffbasierte Eisenerzeugung unterzeichnet, berichtete pv magazine. Die Vereinbarung folgt auf eine im Oktober 2025 geschlossene Absichtserklärung und führt die Partnerschaft in die Testphase mit australischem Eisenerzfeinstoff von BHP.
Die Unternehmen werden prüfen, ob sich das Material von BHP für HyREX eignet. Dazu gehört sein Verhalten in den Wirbelschichtreaktoren, die den Kern der Technologie bilden. Die Versuche sind Teil von POSCOs Plan, HyREX bis 2030 zu kommerzialisieren. Nach Angaben von POSCO soll die Arbeit die Leistung der Technologie unter unterschiedlichen Rohstoffbedingungen bestätigen und die Grundlage für die Markteinführung stärken.
HyREX soll den kohlebasierten Hochofen ersetzen
HyREX verbindet die wasserstoffbasierte Herstellung von direkt reduziertem Eisen mit einem elektrischen Schmelzofen. Erhitzter Wasserstoff strömt durch mehrere Wirbelschichtreaktoren, hält die feinen Eisenerzpartikel in Schwebe und entzieht dem Erz Sauerstoff. Dabei entstehen direkt reduziertes Eisen, kurz DRI, und Wasserdampf. Anschließend wird das DRI in einen elektrischen Schmelzofen überführt, dort geschmolzen und von Verunreinigungen getrennt, die als Schlacke anfallen.
Das Verfahren soll die kohlebasierte Stahlerzeugung im Hochofen durch Wasserstoff und Strom aus erneuerbaren Quellen ersetzen und damit die verbundenen Kohlendioxidemissionen senken. Seine kommerziellen Aussichten hängen deshalb nicht nur von der Leistung der Reaktoren und des Ofens ab, sondern auch vom Zugang zu erneuerbarem Strom und einer verlässlichen Wasserstoffversorgung.
Ein wesentlicher Unterschied liegt im Einsatzmaterial. Viele wasserstoffbasierte Verfahren benötigen aufbereitete Eisenerzpellets, während HyREX Eisenerzfeinstoff direkt verwenden soll. Der Verzicht auf die Pelletierung könnte die Anforderungen an die Erzaufbereitung verändern und einen emissionsärmeren Weg für ein von großen Bergbaukonzernen bereits in großen Mengen produziertes Material eröffnen. Damit wird auch das Verhalten unterschiedlicher Feinerze im Wirbelschichtreaktor wirtschaftlich relevant.
Die Erzqualität bleibt eine zentrale Variable
Der elektrische Schmelzofen kann den vorliegenden Angaben zufolge niedrig- und mittelgradige Eisenerze verarbeiten. Das könnte die Rohstoffbasis gegenüber Technologien erweitern, die hochwertiges Erz verlangen. Gleichzeitig werden die Eigenschaften des jeweiligen Materials entscheidend. Reduktionsverhalten, Abtrennung von Verunreinigungen und Schlackenbildung bestimmen, ob ein Erz effizient eingesetzt werden kann.
Für BHP zeigen die Versuche, wie gut der australische Eisenerzfeinstoff zu einem auf geringere Emissionen ausgerichteten Stahlsystem passt. POSCO kann HyREX mit Erz eines der weltweit größten Bergbaukonzerne über eine einzelne Rohstoffspezifikation hinaus erproben. Erfolgreiche Tests würden die kommerzielle Tragfähigkeit noch nicht beweisen, könnten aber die Unsicherheit hinsichtlich der Rohstoffkompatibilität verringern.
Die Partnerschaft zeigt zudem, wie neue Technologien die künftige Eisenerznachfrage verändern könnten. Erreichen Verfahren mit direktem Feinerzeinsatz den industriellen Maßstab, dürften Bergbauunternehmen andere Qualitätsanforderungen erhalten als bei der wasserstoffbasierten Reduktion von Pellets. Stahlhersteller müssen Rohstoffflexibilität, Wasserstoffverfügbarkeit, Bedarf an erneuerbarem Strom und Ofenleistung gegeneinander abwägen. POSCOs Zieljahr 2030 setzt einen klaren Zeitrahmen, um aus dem Testprogramm ein industrielles Angebot zu entwickeln.