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Polyester dürfte seinen Vorsprung vor Baumwolle im globalen Fasermarkt behaupten

Polyester und andere Chemiefasern werden den Textilfasermarkt laut OECD-FAO bis 2034 weiter dominieren. Der Baumwollverbrauch der Spinnereien soll jährlich um rund 1,2 % steigen, bleibt aber durch Synthetikfasern, Preise und Recycling begrenzt.

Polyester dürfte seinen Vorsprung vor Baumwolle im globalen Fasermarkt behaupten

Chemiefasern kontrollieren den Großteil des Marktes

Polyester dürfte im kommenden Jahrzehnt der wichtigste Wettbewerber von Baumwolle bleiben, während Chemiefasern den globalen Textilmarkt weiter dominieren. Laut dem OECD-FAO-Agrarausblick 2025–2034 entfielen 2024 auf Chemiefasern 77,6 % des Endverbrauchsmarktes für Fasern, auf Baumwolle dagegen 22,4 %. Seit Anfang der 1990er-Jahre gewinnen Nichtbaumwollfasern dank ihrer Vielseitigkeit und wettbewerbsfähigen Preise an Boden.

Auch beim Pro-Kopf-Verbrauch zeigt sich die auseinanderlaufende Entwicklung. Nach Angaben der OECD-FAO steigt der Verbrauch von Nichtbaumwollfasern weiterhin kräftig, während der Baumwollverbrauch je Einwohner weitgehend stagniert und zuletzt sank. Fast Fashion und Athleisure stärken die Nachfrage nach synthetischen Materialien; schwächere Aussichten für die Weltwirtschaft begrenzen zugleich die gesamte Textilnachfrage.

Asiatische Spinnereien tragen das Wachstum

In absoluten Mengen dürfte die Baumwollnachfrage dennoch nicht schrumpfen. Bis 2034 soll der weltweite Verbrauch der Spinnereien um rund 1,2 % pro Jahr wachsen, vor allem durch steigende Bevölkerung und Einkommen in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Dort ist das Verbrauchsniveau niedriger, die Reaktion auf Einkommenszuwächse aber stärker.

Asien bleibt das Zentrum der Baumwollverarbeitung. China dürfte 2034 weiterhin der größte Verarbeiter sein, gefolgt von Indien, auch wenn sein Vorsprung allmählich abnimmt. Wettbewerbsfähige Arbeits- und Produktionskosten fördern zusätzliche Spinnkapazitäten in Bangladesch, Vietnam und Indien. Bangladesch und Vietnam sind stark auf Importe angewiesen, weil ihre heimische Erzeugung den wachsenden Bedarf der Fabriken nicht deckt.

Handel wächst, Preise bleiben unter Druck

Der weltweite Rohbaumwollhandel soll jährlich um 1,6 % auf 12,3 Millionen Tonnen im Jahr 2034 steigen. China bleibt voraussichtlich mit rund 3 Millionen Tonnen der größte Importeur, doch ein großer Teil des Handelswachstums kommt aus Bangladesch und Vietnam. Brasilien und die USA dürften die beiden größten Exporteure sein und die zusätzliche asiatische Nachfrage bedienen.

Die Erzeugung soll um 1,3 % pro Jahr auf 29,5 Millionen Tonnen im Jahr 2034 wachsen, hauptsächlich durch höhere Erträge. Indien dürfte China als größten Produzenten ablösen, wenn sich seine Flächenerträge erholen; Brasilien und die USA folgen mit ähnlichen Produktionsmengen. Das schnellere Angebotswachstum soll außerdem die Lagerbestände nach dem Rückgang des vergangenen Jahrzehnts wieder erhöhen.

Die OECD-FAO erwartet, dass die internationalen Baumwollpreise real leicht sinken. Gründe sind Produktivitätsfortschritte und die Konkurrenz synthetischer Fasern. Nachhaltigkeit wirkt in beide Richtungen: Bio- und zertifizierte Baumwolle können Unterstützung erhalten, während Recycling und Secondhandkleidung den Einsatz neuer Fasern dämpfen. Wetter, Wasserverfügbarkeit und Schädlingsbefall bleiben zentrale Risiken für Erträge und Einkommen der Landwirte.

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