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Polnische Rapspreise bleiben stabil, während Exportprobleme die Ukraine belasten

Die Rapspreise in Polen bleiben trotz schwacher Erträge und zunehmenden Drucks am internationalen Markt vergleichsweise stabil. Stockende ukrainische Exporte, außergewöhnlich niedrige Flusspegel in Europa und schlechtere Ernteaussichten in Australien verändern Angebot und Logistik.

Polnische Rapspreise bleiben stabil, während Exportprobleme die Ukraine belasten

Polnische Preise widerstehen dem Marktdruck

Die Rapspreise in Polen blieben Anfang August weitgehend stabil, obwohl die heimischen Erträge enttäuschten und die Logistikprobleme in Europa sowie im Schwarzmeerraum zunahmen, berichtet Top Agrar Polska. Am 6. August boten Händler 2.150–2.350 Złoty je Tonne. Der durchschnittliche Ankaufspreis sank lediglich um 5 Złoty auf 2.239 Złoty je Tonne. Inländische Verarbeiter nannten ohne Zuschläge 2.280–2.300 Złoty je Tonne, während Angebote zu deutschen Konditionen bei 2.190–2.220 Złoty je Tonne lagen.

Der Novemberkontrakt für Raps schloss am 6. August bei 526,25 Euro je Tonne und damit nahe dem Stand vom Ende der Vorwoche. Das physische Angebot blieb jedoch sehr schwach. Verarbeiter meldeten einen geringeren Ölgehalt und einen hohen Besatz mit Fremdpflanzen, sodass zur knappen Verfügbarkeit Qualitätsprobleme hinzukamen.

Große Unterschiede bei Polens Ernte

Erntefortschritt und Erträge unterschieden sich regional deutlich. Einige polnische Landwirte erzielten höchstens 1 Tonne je Hektar, andere 3–3,5 Tonnen je Hektar. Erträge von 4 Tonnen je Hektar blieben Ausnahmefälle. Im Süden war die Ernte praktisch abgeschlossen, in Großpolen waren rund 95% der Flächen abgeerntet.

In Niederschlesien lag der Erntefortschritt bei mehr als 80%, in Lebus bei 80–90%. Ähnliche Werte wurden aus anderen zentralen Regionen und dem Raum Lublin gemeldet. In Kujawien und Masuren waren 60–75% geerntet, in Pommern dagegen erst etwa 20%. Die uneinheitliche Ernte und die niedrigen Erträge begrenzen die Verkaufsbereitschaft der Landwirte, obwohl die Preisangebote relativ stabil sind.

Ukraine verlagert Transporte nach Westen

Der faktische Stillstand der ukrainischen Seeexporte von Raps und Verarbeitungsprodukten hat die Inlandspreise gedrückt. Angriffe auf ukrainische und russische Hafenanlagen schränkten die Transporte über das Schwarze Meer ein. Bei einer Umleitung per Straße oder Schiene über die ukrainische Westgrenze entstehen den Exporteuren höhere Kosten. DAP-Angebote an der Westgrenze lagen bei 540–560 $ je Tonne, umgerechnet rund 2.100 Złoty je Tonne. In den Donauhäfen fielen die Angebote auf 470–490 $ je Tonne beziehungsweise etwa 1.838 Złoty je Tonne.

Auch die europäische Binnenschifffahrt bringt kaum Entlastung. Wegen der Dürre sanken die Pegel von Donau und Rhein auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren; mancherorts lagen sie sogar unter dem Rekord von 1976. Binnenschiffe müssen weniger laden, wodurch mehr Raps auf teurere Schienen- und Straßenverbindungen ausweicht und die Nachfrage der Exporteure begrenzt wird. Die von Top Agrar Polska zitierten Marktexperten erwarten keine schnelle Erholung der Seeexporte. Ukrainische Landwirte müssen deshalb niedrigere Preise akzeptieren oder Verkäufe in die zweite Saisonhälfte verschieben.

Laut Grain Trade hatte die Ukraine bis zum 3. August auf 911.000 Hektar 2,39 Millionen Tonnen Raps geerntet. Das entsprach 68,5% der erwarteten Fläche, bei einem Durchschnittsertrag von 2,63 Tonnen je Hektar. Der ukrainische Getreideverband prognostiziert für 2026 eine Ernte von 3,5 Millionen Tonnen und für 2026/27 Exporte von 1,9 Millionen Tonnen. Fast die Hälfte der geernteten Saat soll im Land verarbeitet werden.

Australischer Ausblick verknappt das spätere Angebot

Oil World erwartet, dass Australiens Rapserzeugung 2026/27 trotz einer Ausweitung der Anbaufläche um rund 200.000 Hektar gegenüber dem Vorjahr um 1 Million Tonnen auf 6,7 Millionen Tonnen sinkt. Das australische Wetteramt prognostiziert für die kommenden drei Monate in den meisten Anbauregionen unterdurchschnittliche Niederschläge und überdurchschnittliche Temperaturen. Halten diese Bedingungen an, könnte der Durchschnittsertrag unter 1,7 Tonnen je Hektar fallen.

Oil World schätzt Australiens Exporte 2026/27 auf höchstens 5,4 Millionen Tonnen, nach 5,8 Millionen Tonnen in der Vorsaison. Das wäre der niedrigste Wert seit vielen Jahren. Käufer in der Europäischen Union dürften erst in der zweiten Saisonhälfte stärker auf australische Lieferungen zurückgreifen können. Bis dahin bleiben die eingeschränkten ukrainischen Warenströme und der teure Landtransport die unmittelbareren Einflussfaktoren für den europäischen Rapsmarkt.

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