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Polnische Holzpellets sind in Deutschland teils günstiger als im polnischen Handel

Holzpellets aus Polen gelangen nach Deutschland und können dort bei großen Bestellungen weniger kosten als Sackware im polnischen Einzelhandel. Niedrigere Mehrwertsteuer, größere Mengen und die lose Lieferung erklären einen erheblichen Teil des Preisabstands.

Polnische Holzpellets sind in Deutschland teils günstiger als im polnischen Handel

Deutsche Loseware unterbietet polnische Handelspreise

In Polen produzierte Holzpellets werden an deutsche Kunden verkauft, obwohl die deutschen Preise für große Mengen unter den Verbraucherpreisen in Polen liegen können. Dlahandlu.pl berichtete unter Berufung auf wp.pl und deutsche Marktdaten vom 13. August, dass eine einmalige Bestellung von 6 Tonnen loser Pellets rund 411 € je Tonne kostete. Bei einem Wechselkurs von etwa 4,30 Złoty je Euro entsprach dies ungefähr 1.767 Złoty je Tonne.

Der Vergleich umfasst zwei unterschiedliche Vertriebsformen. Lose Lieferungen sind in Deutschland weit verbreitet, während polnische Haushalte überwiegend Sackware auf Paletten kaufen. Der offizielle Index des Deutsches Pelletinstituts wies für Juli 2026 bei einer Bestellung von 6 Tonnen ENplus-A1-Pellets einen deutschen Durchschnittspreis von 388,09 € je Tonne aus. Darin waren Mehrwertsteuer, Lieferung im Umkreis von 50 Kilometern und weitere Lieferkosten enthalten.

Die tatsächliche Verfügbarkeit vergrößert den Abstand

In Polen finden sich Angebote zwischen 1.700 und 2.000 Złoty je Tonne. Dlahandlu.pl weist jedoch darauf hin, dass einige der günstigsten Angebote nicht verfügbare Ware, begrenzte Mengen oder die Abholung an einem bestimmten Ort betreffen. Für hochwertige, sofort verfügbare Pellets liegt das realistischere Preisniveau derzeit bei rund 2.200 bis 2.600 Złoty je Tonne, insbesondere bei Sackware.

Ein deutscher Kunde, der 6 Tonnen lose abnimmt, kann daher deutlich weniger zahlen als ein polnischer Einzelhandelskunde für abgepackten Brennstoff. Verpackung, Umschlag, Bestellmenge und Lieferart beeinflussen den Vergleich. Auch in Deutschland ist Sackware teurer als lose Ware und erreicht derzeit etwa 470 bis 480 € je Tonne.

Mehrwertsteuer und saisonale Nachfrage bewegen den Markt

Die Besteuerung erklärt einen erheblichen Teil der Differenz. In Deutschland gilt für Pellets ein Mehrwertsteuersatz von 7 %, in Polen der Standardsatz von 23 %. Würde auf den deutschen Bruttopreis von 411 € der polnische Satz angewendet, ergäben sich rund 473 € je Tonne oder etwas mehr als 2.000 Złoty. Dlahandlu.pl beziffert den steuerbedingten Unterschied allein auf etwa 260 bis 270 Złoty je Tonne.

Die deutschen Preise bleiben allerdings nicht konstant. Handelsangebote stiegen von rund 350 € je Tonne Anfang Juni auf etwa 411 € Mitte August, ein Plus von ungefähr 17,5 %. Viele Verbraucher füllten ihre nach dem Winter geleerten Vorräte bereits vor der Heizperiode auf; nachdem die Preise nicht weiter fielen, wollten einige nicht bis zum Herbst warten. Das Angebot hängt zudem von den Sägewerken ab, da Pellets vor allem aus Nebenprodukten wie Sägemehl und Hobelspänen bestehen. Eine geringere Sägewerksproduktion verringert das Rohstoffangebot, während Energie-, Produktions- und Transportkosten zusätzlichen Druck erzeugen.

Polnische Ware speist deutsche Importe

Deutschland importierte rund 76.000 Tonnen Pellets aus Polen, etwa 40 % mehr als ein Jahr zuvor, wie aus den von Dlahandlu.pl angeführten Daten hervorgeht. Die gesamten deutschen Pelletimporte beliefen sich auf rund 595.000 Tonnen. Polnische Ware kann damit auch nach dem grenzüberschreitenden Transport wettbewerbsfähig bleiben.

Der Preisabstand bedeutet nicht, dass ein identisches Produkt in Deutschland grundsätzlich günstiger ist. Verglichen werden vor allem eine große lose Lieferung in einem Markt mit niedrigerer Steuer und kleinere Käufe von Sackware im polnischen Einzelhandel. Für Produzenten und Händler zeigen die Zahlen dennoch, warum Deutschland ein attraktiver Absatzmarkt bleibt: Bestellgröße, etablierte Logistik für Loseware und der Steuervorteil können Transportkosten auffangen und einen wettbewerbsfähigen Endpreis ermöglichen.

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