Polens Wärmepumpenabsatz steigt um 18%, 36.000 Heizgeräte gehen in den Vertrieb
Hersteller und Importeure lieferten im ersten Halbjahr 2026 rund 36.000 Wärmepumpen für Zentralheizungen an Großhändler und Installationsbetriebe in Polen. Der Absatz stieg um 18% gegenüber dem Vorjahr, getragen von einem Wachstum der Erdwärmepumpen um 57%, blieb aber deutlich unter dem Rekord von 2022.
Erholung beschleunigt sich im zweiten Quartal
Nach zwei schwierigen Jahren ist der polnische Wärmepumpenmarkt im ersten Halbjahr 2026 wieder gewachsen. Der Absatz von Geräten für Zentralheizungen nahm gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 um 18% zu. Das zeigen Daten des polnischen Branchenverbands PORT PC, über die PortalSamorzadowy.pl berichtete. Von April bis Juni beschleunigte sich das Wachstum auf 22% gegenüber dem Vorjahr.
Hersteller und Importeure lieferten in den sechs Monaten rund 36.000 Wärmepumpen für Zentralheizungen an Großhändler und Installationsunternehmen. Darunter waren etwa 32.000 Luft-Wasser-Geräte zur Gebäudeheizung und rund 4.000 Erdwärmepumpen. PORT PC betont, dass die Zahlen Lieferungen in die Vertriebskanäle und nicht die tatsächlich bei Endkunden installierten Anlagen erfassen. Einige Projekte könnten zudem mit Geräten aus älteren Beständen der Händler und Installateure umgesetzt worden sein.
Erdwärmepumpen führen das Wachstum an
Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen verzeichneten die stärkste Dynamik. Ihr Absatz stieg im ersten Halbjahr um 57% und allein im zweiten Quartal um 77% gegenüber dem Vorjahr. Luft-Wasser-Wärmepumpen zur Gebäudeheizung legten im Halbjahr um 15% zu. Monoblockgeräte wuchsen um 19%, Splitgeräte um 14%.
Splitgeräte bleiben in Polen die dominierende Bauart bei Luft-Wasser-Wärmepumpen. Ihr Absatz ist laut PORT PC etwa dreimal so hoch wie der von Monoblockgeräten. Der Verband schätzt außerdem, dass im ersten Halbjahr mehr als 200.000 Klimageräte mit Heizfunktion verkauft wurden, die als Luft-Luft-Wärmepumpen gelten. Für dieses Segment liegen jedoch keine vollständigen Statistiken vor.
Die Erholung erfasste nicht den gesamten Markt. Der Absatz von Luft-Wasser-Wärmepumpen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen, sank im ersten Halbjahr um 34% und im zweiten Quartal um 26%. Es war das einzige von PORT PC erfasste Segment mit einem Rückgang im Halbjahr.
Jahresprognose bleibt unter dem Höchststand von 2022
PORT PC erwartet für das Gesamtjahr 2026 rund 71.000 Luft-Wasser-Wärmepumpen zur Gebäudeheizung, 9.900 Erdwärmepumpen und 3.700 Luft-Wasser-Geräte ausschließlich zur Warmwasserbereitung. In den drei beobachteten Segmenten sollen insgesamt etwa 85.000 Geräte verkauft werden. Selbst bei Erreichen dieser Prognose bliebe der Markt deutlich unter dem Rekordniveau von 2022.
PORT-PC-Präsident Paweł Lachman bezeichnete die Entwicklung als Beginn eines Wiederaufbaus und nicht als neuen, rasanten Investitionsboom. Für die Erholung ist auch die Erfahrung der Nutzer maßgeblich. Einer von PORT PC angeführten Umfrage des Polnischen Smog-Alarms zufolge waren 60% der Wärmepumpennutzer mit ihren Heizkosten zufrieden: 15% waren sehr und 45% eher zufrieden. Unzufrieden waren 31%, während 9% keine eindeutige Bewertung abgaben. Bei Gasheizungen waren dagegen 46% mit den Betriebskosten zufrieden und 47% unzufrieden.
Der Anteil unzufriedener Nutzer zeigt PORT PC zufolge, dass Planung, Dimensionierung, Installationsqualität und Verbraucherwissen verbessert werden müssen. Stromtarif, Anlagensteuerung und die Verlagerung des Verbrauchs in günstigere Stunden können die Kosten wesentlich beeinflussen. Der Verband fordert stabile Förderprogramme, wettbewerbsfähigere Strompreise und einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz auf den Stromverbrauch von Wärmepumpen, insbesondere bei zeitvariablen oder dynamischen Tarifen. Die Marktentwicklung betrifft auch kommunale Programme für saubere Luft und Gebäudeeffizienz, deren Erfolg von Energieaudits, Wärmeschutz und fachgerechter Installation abhängt.